- 14.09.2011, 13:03:23
- /
- OTS0192 OTW0192
Energiezukunft im Gebäudebereich - Kleiner Schritt statt großer Wurf im Baurecht
OIB Richtlinie 6: Aktuelle Reform des Baurechts reduziert Energieverbrauch und damit Heizkosten nur bescheiden
Wien (OTS) - "Runter mit dem Energieverbrauch und rein mit den
Erneuerbaren", bringt Franz Roland Jany, Geschäftsführer der
Gemeinschaft Dämmstoff Industrie (GDI), seine Philosophie der
Energiezukunft auf den Punkt. Nur so kann der Energieverbrauch bei
Gebäuden sozial, klimafreundlich und auch realistisch sein, auch in
Hinblick auf die Klima- und Energieziele 2020 der Bundesregierung.
Verbrauchssenkungen müssen Vorrang haben, denn auch die erneuerbaren
Energien stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Mit der aktuellen
Erneuerung der baurechtlichen Bestimmungen in Österreich wurde
allerdings nur ein kleiner Schritt in Richtung zukunftsorientierte
Energiepolitik gesetzt, der große Wurf im Gebäudebereich wurde
verabsäumt.
Rund 40% des Gesamtenergieverbrauches in Österreich fällt auf den
Gebäudebereich und hier wiederum wird der Großteil der Energie in der
kalten Jahreszeit wortwörtlich verheizt. "Sind schlecht gedämmte
Gebäude schon heute unverantwortlich, so sind sie morgen schlichtweg
energetischer Wahnsinn", so Jany. Mit den aktuellen Änderungen im
Baurecht wird in Österreich leider nur ein kleiner Schritt hin zum
intelligenten Umgang mit Energie gesetzt: "Bis 2020 müssen
schrittweise die Bestimmungen verschärft werden, sonst werden wir wie
bei Kioto scheitern", mahnt Jany die Verantwortung der Politik ein.
Baugesetze: Auf das Kleingedruckte kommt es an
2020 dürfen laut EU nur mehr "nearly zero energy houses" errichtet
werden. Um dieses Ziel ohne plötzliche Einschnitte und sozial
verträglich umsetzen zu können, ist die schrittweise Anhebung der
Grenzwerte der einzig sinnvolle Weg. Wichtig sind dabei die konkreten
Werte, die vom Österreichischen Institut für Baurecht (OIB)
verabschiedet und dann im Landesgesetz umgesetzt werden. Und hier ist
leider noch kein Durchbruch erfolgt: Zwar bleibt der HWB
(Heizwärmebedarf) die zentrale Kennzahl für den Wärmeschutz bei
Gebäuden, allerdings tummeln sich dabei auf der ersten Seite des
Energieausweises auch noch andere Kennzahlen, die in dieser Form mehr
verwirren, als informieren. Der HWB wird von heute 55 Kilowattstunden
pro Quadratmeter jährlich bis 2020 auf rund 10 bis 20 kWh/m2a zu
senken sein. "Das ist auch sozial eine riesen Chance, denn die
Mehrkosten, die heute durch hochwertige Dämmung anfallen, kommen
morgen durch die Ersparnis der Heizkosten zigfach wieder herein", so
Jany.
Vision2020: Null fossil im Haus
"Die Zeit des billigen Öls ist vorbei, und die alternativen
Energien sind zwar erneuerbar, stehen aber nicht unbegrenzt zur
Verfügung. Dennoch wird es notwendig sein, vor allem in Blickrichtung
2020 oder der angestrebten Energieautarkie 2050 der Bundesregierung,
die fossilen Energien aus dem Gebäudebereich zu drängen - und
stattdessen auf Biomasse, Solarthermie und Co zu setzen. Null fossil
im Haus ist dabei eine, im wahrsten Sinne des Wortes lohnende Vision
2020", so Jany. "Die beste Energie ist die, die nicht gebraucht wird,
somit auch nicht produziert und bezahlt werden muss. Hochwertige
Dämmung reduziert das Energieaufkommen und die Kosten dafür
nachhaltig."
Chance im Altbestand verabsäumt
"Das wichtigste klimapolitische Asset wurde in der OIB Richtlinie
6 allerdings nicht weiterentwickelt. Hier kommt es zu keiner Senkung
des Energieverbrauchs durch den Gesetzgeber", analysiert Jany
kritisch. "Ohne die ist aber eine nachhaltige Senkung des
Energieverbrauchs im Gebäudebereich nicht möglich und ohne diese
werden wir alle Klima- und Energieziele, wie 2020 oder 2050, mit
Sicherheit verfehlen." Erst 2014 gibt es die nächste Chance zur
Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich. Dann nämlich
wird die Richtlinie 6, also das Baurecht, erneut novelliert. "Bis
dahin müssen wir es schaffen, den notwendigen Handlungsbedarf bei der
Politik und den zuständigen Gremien erreicht zu haben, um eine
zukunftsorientierte Energiepolitik im Gebäudebereich zu etablieren -
vor allem zum Wohle künftiger Generationen", schließt Jany.
Rückfragehinweis:
Georg Huemer Ecker & Partner Öffentlichkeitsarbeit und Public Affairs GmbH Austria | 1060 Wien | Loquaiplatz 12 Telefon +43 (0)1 59932-44 Mobil: +43 (0) 650 - 9256687 mailto:[email protected] Mag. Franz Roland Jany, Geschäftsführer Gemeinschaft Dämmstoff Industrie (GDI) Schikanedergasse 12/9, 1040 Wien Tel.: 01-504 57 71, 0676-42 600 44, Fax: DW 20 E-mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EUP






