- 12.09.2011, 12:34:55
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"Startwoche Lesen": Große Leseoffensive an Wiens Schulen gestartet
Wien (OTS) - "Mit der 'Startwoche Lesen' beginnen wir die zweite
Woche eines Schuljahrs, in der das Thema Lesen in den Mittelpunkt
aller Bemühungen steht. Die kommenden Wochen und Monate werden von
zahlreichen Maßnahmen zur Förderung der Lesekompetenz geprägt sein:
von Intensivlesekursen über so genannte Crashkurse bis hin zu
Klassen-Lese-Projekten reicht dabei die breite Palette der Angebote.
Unser Ziel: Jedes Kind muss gut lesen können. Das ist die Aufgabe der
Schule", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne
Brandsteidl im Rahmen eines Medientermins zum Auftakt der "Startwoche
Lesen" heute, Montag, fest.
Hintergrund für die nun gestartete große Wiener Leseoffensive
waren die jüngsten PISA-Ergebnisse, die für Österreich ernüchternd
waren. Besonders problematisch stellte sich dar, dass Österreich im
Bereich der getesteten Lesekompetenz im letzten Viertel der
untersuchten Länder liegt. Mit dem "Wiener Lesetest" wurde noch im
vergangenen Schuljahr - vom BIFIE unterstützt - den SchülerInnen und
LehrerInnen erstmals eine wichtige und vor allem individuelle
Orientierungshilfe gegeben. Denn im Gegensatz zu PISA wurden beim
"Wiener Lesetest" nicht nur ausgewählte SchülerInnengruppen, sondern
alle Schüler und Schülerinnen der entsprechenden Schulstufen
getestet. Und so erhielten auch alle SchülerInnen ihr individuelles
Testergebnis. Mit anderen Worten: Auf Basis dieses Tests werden jetzt
im neuen Schuljahr gezielte Maßnahmen, die von einer eigens ins Leben
gerufenen "SOKO Lesen" erarbeitet wurden, realisiert.
Als erste Maßnahme findet von 12. bis 16. September 2011 in allen
Wiener Hauptschulen sowie AHSen die "Startwoche Lesen" für die
SchülerInnen der 5. Schulstufe statt. Ergänzend wird diese Lesewoche
auch in zahlreichen 4. Schulstufen an Wiens Volksschulen
durchgeführt. In Zahlen ausgedrückt wird die "Startwoche Lesen" für
7000 HauptschülerInnen, 8.800 AHS-SchülerInnen durchgeführt.
Was ist die "Startwoche Lesen"?
Gemeinsam von allen LehrerInnen einer Schule geplant, steht in Form
eines projektorientierten Unterrichts mit fächerübergreifenden
Komponenten das Thema Lesen im Mittelpunkt. Hierfür kommen
verschiedenste Materialien, Spiele und Medien zum Einsatz. Die
"Startwoche Lesen" dient - auch auf Basis der den LeherInnen
bekannten Ergebnisse des "Wiener Lesetests" - als Mittel der
vertiefenden Diagnose und Beobachtung. Somit geht es in dieser Woche
nicht darum, die Leseschwächen von SchülerInnen zu beseitigen (was in
einem so kurzen Zeitraum auch illusorisch wäre), sondern darum, dass
sich PädagogInnen ein genaueres Bild des Ist-Standes der
Lesekompetenz ihrer SchülerInnen machen können. Im Anschluss an die
Lesewoche wird für alle Kinder mit evidenten Leseschwächen ein
Intensiv-Lesekurs angeboten. SchülerInnen mit nur rudimentären
Lesekenntnissen werden nachfolgend in so genannten "Crashkursen"
unterrichtsersetzend ein spezielles Lesetraining erhalten.
Die Ziele der "Startwoche Lesen" können somit wie folgt
zusammengefasst werden:
o Die Lesemotivation aller SchulpartnerInnen soll erhöht werden. Durch die gemeinsame Planung und Vernetzung der LehrerInnen eines Jahrgangs soll das Lesen zu einem Anliegen aller werden. Auch die Eltern sollen bei den ersten Elternabenden Inputs bekommen und ins "Leseboot" geholt werden. o Den LehrerInnen aller Gegenstände soll sich die Möglichkeit eröffnen gemeinsam herauszufinden, wie es um die Lesefertigkeit und Lesefähigkeit ihrer "neuen" SchülerInnen bestellt ist, damit nachfolgende Aktivitäten geplant werden.
Am Ende der "Startwoche Lesen" findet in den Schulen eine
Lesekonferenz der LehrerInnen statt, bei der die Beobachtungen, die
während der Projektphase und der Arbeit mit den SchülerInnen gemacht
wurden, analysiert werden. Ziel dieser Konferenz ist es, jene
SchülerInnen herauszufiltern, die große Defizite im Lesen aufweisen,
um ihnen individuelle, intensive und spezielle Förderung zukommen zu
lassen.
Beispiele für Aktivitäten während der "Startwoche Lesen"
o Stationenbetrieb: Lesetechnische Übungen zu Augengymnastik, Konzentration, Blickspannenerweiterung oder Übungen zum sinnerfassenden Lesen in einem Stationenbetrieb. Die SchülerInnen arbeiten in ihrem eigenen Tempo, wählen selbst aus und dokumentieren ihre Ergebnisse. o Bewegtes Lesen: Z.B. Zirkeltraining oder Gerätezirkel mit schriftlichen oder gezeichneten Anweisungen; oder eine Spielanleitung in Streifen schneiden, ordnen und lesen lassen, besprechen und anschließend das Spiel spielen. o Filme mit deutschen Untertiteln: Bewusst werden Filme in einer anderen Sprache, aber mit deutschen Untertiteln angeschaut und im Anschluss Fragen dazu beantwortet - etwa mittels eines Quiz. Hierbei orientiert man sich auch an der Erkenntnis, dass ein Grund der bei der PISA- Studie diagnostizierten hohen Lesekompetenz finnischer SchülerInnen das nahezu gänzliche Fehlen übersetzter Filme und TV-Serien ist. o Freie Lesezeit Jeden Tag dürfen die SchülerInnen für eine bestimmte Zeit (15 min bis eine Stunde) frei in einem selbst gewählten Lesestoff schmökern. o Vorlesezeit LehrerInnen, ältere SchülerInnen oder Angehörige der SchülerInnen lesen Kurzgeschichten oder Bücher vor, die dann ausgeborgt und fertig gelesen werden können.
Weitere Möglichkeiten: - Arbeit mit Kinder- und Jugendbüchern auf
Basis des Projekts "Wien liest" (www.wili.at); Buchausstellungen;
Bücherflohmarkt; Bibliotheksrallye; Zeichendiktat; Bastelarbeiten
nach Anleitung; Logicals; Leseausflug; Gemeinsame Jause nach Rezept
zubereiten.
Brandsteidl abschließend: "Die 'Startwoche Lesen' ist ein
wichtiges Element der Wiener Leseoffensive. Zugleich markiert sie nur
einen Anfang, da ausgehend von dieser Woche das Thema Lesen das ganze
Schuljahr oberste Priorität für uns hat. Mit den nachfolgenden
Intensivkursen, den Crashkursen und vielen anderen Angeboten wollen
wir sicherstellen, dass Wiens SchülerInnen geübte und sichere
LeserInnen werden. Lesekomptenz ist unverzichtbar, da sie auch Basis
für jedes andere Lernen ist. Daher sind unsere Bemühungen zur
Steigerung der Lesekompetenz Investitionen in die langfristige
Zukunft der Wiener Kinder und Jugendlichen." (Schluss) ssr
Rückfragehinweis:
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www.wien.gv.at/rk/
Dragana Lichtner und Matias Meißner
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