• 08.09.2011, 11:23:41
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Ärztekammer befürchtet Herunterfahren des Wiener Spitalswesens

Proteste der Gewerkschaft werden unterstützt - "Ökonomischer Druck in den KAV-Spitälern durch Nichtauslastung von Kapazitäten"

Wien (OTS) - Die Ärztekammer weist einmal mehr auf die immer
prekärer werdende Personalsituation in den Spitälern des Wiener
Krankenanstaltenverbunds (KAV) hin. Neuester Clou der
Verantwortlichen: Unter dem Deckmantel, Gangbetten vermeiden zu
wollen, wurden die ärztlichen Direktoren aufgefordert, bis zu 20
Prozent (!) weniger planbare Operationen durchzuführen. ****

Für Ärztekammerpräsident Walter Dorner kommt das einem "Torpedo"
gleich und bedeutet im Klartext: "Es wird in Wien exorbitante
Wartezeiten auf zum Beispiel Hüft-, Knie-, Hernienoperationen und
vieles andere mehr geben." Primarärzte würden angehalten,
entsprechend weniger Termine zu vergeben und die Wartezeiten noch
mehr zu verlängern. Hier laute offensichtlich die ökonomische Maxime
des KAV: "Wer Patienten aussperrt, der spart!" Der Ärztechef
befürchtet, dass neben dem menschlichen Leid der ökonomische Druck
durch Nichtauslastung von Kapazitäten direkt in eine echte
Zwei-Klassen-Medizin führen werde.

Gleichzeitig würden von der Ärztekammer aufgezeigte echte
Sparpotenziale nicht einmal ignoriert.

Dorner: "Wenn man sich die Entwicklungen der letzten Monate
anschaut, merkt man, dass System hinter diesen Maßnahmen des Wiener
Spitalswesens steht." Nach der Streichung von Turnusarztstellen, dem
Hinauszögern von Nachbesetzungen und dem geplanten massiven Einsparen
von Diensträdern würden die wenigen Motivatoren, die für die
einzelnen Mitarbeiter bei ständig steigender Arbeitsbelastung noch
verblieben, "beinhart abgeschafft".

Die Ärztekammer werde daher die nächste Woche startende Kampagne
der Personalvertretung der Bediensteten der Gemeinde Wien -
Hauptgruppe II bestmöglich unterstützen. Dies sei man sowohl den
Patienten als auch den Mitarbeitern schuldig, ergänzt der Obmann der
Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien,
Thomas Szekeres, "zumal wir in einem Land leben, in dem Milliarden
von Euros für wirtschaftlich zweifelhafte Tunnelprojekte oder
elektronische Spielereien wie beispielsweise ELGA ausgegeben werden,
ein Korruptionsskandal den anderen jagt und gleichzeitig im
Spitalswesen auf Kosten der Patienten gespart wird". (hpp)

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at

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