- 08.09.2011, 10:37:58
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Berlakovich für konstruktive Lösung in der Ferkelschutz-Debatte
Bauern sind keine Tierquäler, Kompromissvorschlag vorliegend
Ried (OTS) - "2.000 Schweinebäuerinnen und -bauern haben hier auf
der Rieder Messe ihrer Entrüstung über die geplanten, vollkommen
überzogenen Auflagen in der Zuchtsauenhaltung Luft gemacht und
demonstriert. Ich kann ihren Zorn mehr als gut verstehen, da die
derzeit drohenden Vorschriften keineswegs praktikabel sind und das
unmittelbare Aus von zumindest 3.000 heimischen Betrieben bedeuten
würden. Aus diesen Grund haben wir gestern gemeinsam eine Petition
mit Tausenden Unterschriften an Bundespräsident Heinz Fischer
übergeben und ihm die Notwendigkeit der Ferkelschutzkörbe, die rund
500.000 Ferkel jährlich vor dem Erdrücken retten, vor Augen geführt.
Es geht um bäuerliche Existenzen. Wir brauchen Sicherheit für unsere
Ferkel und die heimischen Schweinebetriebe", betonte
Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich heute bei einer
Pressekonferenz im Rahmen der Rieder Messe.
Überzogene Auflagen kämen ausschließlich Importwirtschaft zu Gute
"Tatsache ist, dass es - im Gegensatz zu anderen Sektoren wie der
Legehennenhaltung - noch keinerlei praktikable Alternativen zum
Ferkelschutzkorb gibt. Man darf dieses System, das fast in ganz
Europa angewendet wird, nicht einfach abschaffen und die Bäuerinnen
und Bauern im luftleeren Raum ihrem Schicksal überlassen. Einzig
Schweden und die Schweiz haben keine Ferkelschutzkörbe, doch dort
haben 90% der Betriebe aufgehört beziehungsweise ist der
Schweinefleisch-Preis auf das Doppelte gestiegen. Wenn tausende
heimische Betriebe ihre Tätigkeit aufgeben, fördert das einzig und
allein Importe aus Ländern, die nicht wie wir kleine, bäuerliche
Strukturen sondern vielmehr riesige Produktionseinheiten mit
tausenden Tieren haben", warnte der Landwirtschaftsminister.
Stöger wieder an den Verhandlungstisch zurückgeholt
"Nach einem de facto Abbruch der - auch von ihm als konstruktiv
bezeichneten - Gespräche Ende Juli konnte Gesundheitsminister Alois
Stöger nun überzeugt werden, wieder an den Verhandlungstisch
zurückzukehren. Ich erwarte mir, dass wir gemeinsam eine praktikable
Lösung finden, die unsere Betriebe vor dem unausweichlichen Ruin
bewahrt", so Berlakovich.
Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft gefordert
"Unsere Bäuerinnen und Bauern sind mit Sicherheit keine
Tierquäler. Außerdem setzen wir jetzt schon 1:1 EU-Recht um. Der von
der Branche ausgearbeitete Kompromissvorschlag geht bereits weit
darüber hinaus. Die Schmerzgrenze ist erreicht, denn Österreich ist
keine abgeschottete Insel sondern befindet sich in einem harten,
internationalen Wettbewerb. Stöger ist nun dringend gefordert,
Entgegenkommen zu zeigen und ein Bekenntnis zur heimischen
Landwirtschaft abzugeben, die den Tisch der Österreicherinnen und
Österreicher mit hochqualitativen Produkten decken kann und will. Wer
jedoch den Ferkelschutzkorb abschafft, schafft unsere österreichische
Schweinebranche ab und das werde ich mit Sicherheit nicht zulassen.
Einem faulen Kompromiss nur um des Kompromisses willen werde ich
keinesfalls zustimmen", unterstrich Berlakovich abschließend.
Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, 6963
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