• 07.09.2011, 15:15:34
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Fixierung des Schweizer Franken: Kein Aufatmen für Häuslbauer

AKNÖ: "Größtes Problem dadurch nicht gelöst"

Wien (OTS) - Die Schweizer Nationalbank hat nun einen Wechselkurs
von 1,20 Franken je Euro festgelegt. Doch die AKNÖ warnt vor großer
Freudenstimmung. Was nach einer Entlastung für niederösterreichische
FremdwährungskreditnehmerInnen klingt, ist "nur ein Tropfen auf dem
heißen Stein".

Der Höhenflug des Schweizer Franken ist beendet. Nachdem die
Schweizer Nationalbank verkündete, den Franken bei 1,20 einzupendeln,
freuen sich viele Häuslbauer, die einen Kredit in Schweizer Franken
laufen haben. "Mit der Kursfixierung ist das größte Problem aber noch
lange nicht gelöst", warnt AKNÖ-Konsumentenexperte Ernst Hafrank.
Denn, die meisten Kredite seien endfällig und solche Finanzierungen
sind an einen Tilgungsträger gebunden. "Die Tilgungsträger, oft
fondsgebundene Lebensversicherungen oder Wertpapiere, hinken schon
seit über einem Jahrzehnt hinter den Prognosewerten hinterher und
können in vielen Fällen die offenen Kreditsummen am Ende der Laufzeit
nicht abdecken", erklärt Hafrank.

Kursentwicklung mit vielen Hochs und Tiefs

In den 1990er Jahren kam der Boom von Schweizer Fremdwährungskrediten
ins Rollen. Mitte des Jahrzehntes lag der Kurs bei durchschnittlich
1,60 CHF zu einem Euro. Vor dem jüngsten Eingriff der Schweizer
Nationalbank war der Kurs inzwischen bei 1,10 Franken pro Euro
angelangt. Wie dramatisch sich die Entwicklung auf die Häuslbauer
ausgewirkt hat, zeigt ein Beispiel: Hat im Jahr 1995 ein Häuslbauer
einen Kredit in Höhe von 150.000 Euro (240.000 CHF) aufgenommen, lag
sein fiktiver Schuldenberg vor der Kursfixierung des Franken bei
218.000 Euro, was einen Verlust von 68.000 Euro bedeutete. Seit dem
nun festgesetzten Mindestkurs von 1,20 Franken betragen die fiktiven
Schulden des Häuslbauers zwar "nur noch" 200.000 Euro bei einem
"kleineren" Verlust von 50.000 Euro. Das sei jedoch nur die momentane
Entwicklung. Die meisten Fremdwährungskredite werden erst in den
kommenden fünf bis zehn Jahren fällig. "Die Fragen, wie lange die
Schweizer Nationalbank das Kursfixing aufrecht erhalten wird und wie
viel der Tilgungsträger bis zum Laufzeitende tatsächlich
erwirtschaften konnte, werden durch die derzeitige Festsetzung des
Franken nicht gelöst", hält Hafrank fest.

Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit, Chef vom Dienst
Tel.: (01) 58883-1200
[email protected]

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