- 06.09.2011, 15:53:01
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Donau: Wirtschafskammer soll endlich ihre Analysemängel ausräumen
Wien (OTS) - Die Umweltorganisation VIRUS fordert die
Wirtschafskammer auf, in Sachen Donauausbau endlich mit dem Denken zu
beginnen und die bereits Jahre andauernde Wiederholung ewiggleicher
Phrasen einzustellen. Sprecher Wolfgang Rehm: "Anstatt Energie mit an
der Realität vorbeigehenden Resolutionen zu verschwenden, sollten die
Kämmerer ihre Analysemängel beseitigen und sich den Fakten stellen."
Diese zeichnen laut VIRUS ein deutlich anderes Bild als dies die
WKO zu suggerieren versuche. "Die Donau östlich von Wien ist außer
bei Hochwasser und Eisbildung den größten Teil des Jahres schiffbar,
weist die größte Transportkapazität auf der gesamten oberen Donau bis
Budapest auf und übersteigt auch jene im Stauraum des Eisernen Tores
deutlich", so Rehm. Es sei daher nicht gerechtfertigt, von diesem
Abschnitt pauschal als Schwachstelle oder Engpass zu reden. Eine
ganzjährige Garantie für welche Abladetiefe auch immer sei außerdem
ein prinzipielles Ding der Unmöglichkeit. Es könne weiters nicht
einmal garantiert werden, dass mit dem Flussbaulichen Gesamprojekt
die Fahrwasserverhältnisse real überhaupt verbessert würden, die
Auslastung der Schiffe hänge auch nicht von der verfügbaren, sondern
von der tatsächlich ausgenützten Abladetiefe ab und da ließen sich
wegen fehlender Prognosereichweite bzw. nicht vorhandenem Bedarf
große Diskrepanzen feststellen, die mit einem Ausbauprojekt nicht
beseitigt werden können.
Wie wenig man in der Wirtschaftskammer Informationen zum Projekt
verdaut habe, zeige laut VIRUS die Bezugnahme auf die "gewählte
Methode" in einer Aussendung ihrer Generalsekretärin, ohne es für
erforderlich zu halten auch das "wofür" anzugeben. "Offensichtlich
meinen sie die Eintiefung der Donausohle und mögliche Mittel zu deren
Bekämpfung aber in beiden Fällen fehlt offensichtlich jeder Einblick
völlig," kritisiert Rehm. "Immerhin sah sich der Berufsgruppenobmann
Schifffahrt als einer der wenigen Vertreter der WKO, die bisher
Kompetenz gezeigt haben, in einem mutigen Moment des heurigen Februar
veranlasst, ein Moratorium für den Naturpilotprojektversuch Deutsch
Altenburg zu fordern," konstatiert Rehm. Er weist auf die unverändert
bestehenden gravierenden fachlichen und rechtlichen Mängel des
Projekts hin, die einer Genehmigungsfähigkeit im Wege stehen würden.
"Auch das sogenannte Gesamtrojekt ist mehr Konkursmasse als lebendes
Projekt, und wird in der geplanten Form nicht realisiert werden
können," stellt Rehm die Situation klar. Bis zum Jahr 2015 auf 25
Millionen Jahrestonnen im Gütertransport zu kommen sei laut VIRUS
illusorisch, moderatere Steigerungen hingegen in Reichweite, es
müsste aber auch für die Wirtschaftskammer unmittelbar einsichtig
sein, dass ein Projekt, das auch unter optimistischen Annahmen der
via donau nicht vor 2015 einen Baubeginn erleben würde, dazu
keinerlei Beitrag leisten kann. "Die Politik sollte endlich aufhören
tote Pferde zu reiten und den Weg für eine bessere Planung frei
machen," fordert Rehm abschließend.
Rückfragehinweis:
Wolfgang Rehm
Tel.: 0699/12419913
mailto:[email protected]
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