Stichworte: Agrar, EU, Karpfinger, Nahrungsmittel, Zucker Channel: Wirtschaft
OTS0193   6. Sept. 2011, 14:01

Rübenbauern-Karpfinger: Quote und Mindestpreis entscheidende Faktoren

Krasser Widerspruch zu Kampf gegen Rohstoffspekulation und Ziel der Ernährungssicherheit


"Quote und Mindestpreis sind auch in Zukunft
entscheidende Faktoren für einen derart sensiblen Sektor wie den
Zuckermarkt", zeigte sich der Präsident des Berufsverbandes "Die
Rübenbauern", Ernst Karpfinger, heute schwer enttäuscht, dass die
Europäische Kommission in ihren Legislativvorschlägen für die Reform
der EU-Agrarpolitik GAP nach 2013 offenbar das Ende für die
EU-Zuckerquoten und Mindestpreise ab September 2016 vorsehen will.
"Die Kommission negiert mit dem Vorschlag für das Aus von Quote und
Mindestpreis die Fakten des Marktes. Sie tut so, als ob im letzten
Jahr am Zuckermarkt nichts passiert wäre", kritisiert Karpfinger
unter dem Hinweis, dass schon die Deregulierungspolitik der
Kommission in der Vergangenheit jüngst zu einer dramatischen
Verknappung und Verteuerung von Zucker in der EU geführt habe.

Daher sei es für Karpfinger klar, "dass eine weitere Deregulierung
eines derart sensiblen Marktes weder für die Produzenten noch für die
Verbraucher etwas verbessern kann, sondern lediglich nur für die
Spekulanten. Umso unverständlicher ist der Plan der Kommission daher
in dem Lichte, dass sich die EU einerseits den Kampf gegen die
Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln öffentlichkeitswirksam
an die Fahnen heftet, sie aber gleichzeitig mit einer noch
weitergehenden Deregulierung der Märkte dieser Spekulation Tür und
Tor öffnet". Karpfinger führte dazu an, dass der globale Zuckermarkt
in Zukunft durch die Möglichkeit für Großproduzenten wie Brasilien,
ihre Produktion nach Bedarf und den jeweiligen Erlösmöglichkeiten
zwischen Zucker und Biosprit zu switchen, noch stärkeren spekulativen
Schwankungen und noch größerer Volatilität ausgesetzt sein werde als
bisher.

Karpfinger: Krasser Widerspruch auch zum Kommissionsziel der
Ernährungssicherheit

Damit stehe der Vorschlag, Zuckerquoten und Mindestpreise
abzuschaffen, auch "im krassen Widerspruch zum Ziel der Europäischen
Kommission, Ernährungssicherheit zu garantieren. Denn darunter dürfen
die Konsumenten wohl auch eine geregelte, ausreichende Versorgung und
stabile Preise verstehen und erwarten. Die Kommission soll uns
zeigen, in welchem Ökonomie-Lehrbuch sie solchen Unsinn wie ihre
Argumente für noch mehr Deregulierung gelesen hat", so der
Rübenbauern-Präsident.

Für ihn liegt daher der Schluss auf der Hand: "Die Kommission lernt
rein gar nichts, oder sie hält die Europäer für dumm. Jetzt will sie
die Zuckerknappheit in der EU, die Bilder von Hamsterkäufen sowie
enorme Preissteigerungen für die Verbraucher brachte, mit den selben
Mitteln bekämpfen, mit denen sie dieses Desaster herbeigeführt hat:
Nämlich, indem sie die Motivation für die europäischen Rübenbauern
zur Produktion durch weitere Preissenkungen noch weiter zerstört und
die Konsumenten noch stärker der Volatilität der Weltmarktspekulation
aussetzt."
(Schluss)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0193 2011-09-06 14:01 061401 Sep 11 AIZ0002 0419



AIZ Agrarisches Informationszentrum Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: aiz.info - Agrarisches Informationszentrum,
Pressedienst,
Tel.: 01/533 18 43
pressedienst@aiz.info
www.aiz.info

Aussendungen von AIZ Agrarisches Informationszentrum abonnieren: als RSS-Feed per Mail

Geokoordinaten:


Errechnete Personen: