- 06.09.2011, 09:34:59
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ÖH: Studienbeihilfen seit Jahren nicht an Inflation angepasst
An Studiengebühren ist nicht zu denken
Wien (OTS) - "Anstatt Pläne über die Wiedereinführung von
Studiengebühren zu schmieden, sollte die derzeitige finanzielle und
soziale Lage der Studierenden endlich ernst genommen und danach
gehandelt werden", so Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH
Bundesvertretung. "Besonders erschreckend ist, dass das derzeitige
Beihilfensystem seit Jahren nicht an die Inflation angepasst wurde.
Das bedeutet, dass Studierende real mit immer weniger Geld auskommen
müssen. Den erhöhten Ausgaben durch die Gebühren stehen seitens der
Studierenden keine höheren, sondern real sogar sinkende Einnahmen
gegenüber. Gebühren würden also lediglich die ohnehin prekäre
Situation der Studierenden verschärfen", ergänzt Wulz.
"Die Beihilfen sind so niedrig, dass es sich für die meisten
Studierenden ohne Arbeit nebenbei nicht mehr ausgeht. 60 Prozent der
Studierenden müssen im Schnitt 20 Stunden pro Woche arbeiten, um sich
ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Im Europa-Vergleich müssen
Studierende nur in der Slowakei noch mehr arbeiten, um sich ein
Studium überhaupt leisten zu können. In Anbetracht dieser Tatsache an
Studiengebühren als Einnahmequelle zu denken ist für uns nicht
nachvollziehbar", erklärt Angelika Gruber vom ÖH Vorsitzteam.
"Wie aus der Studierendensozialerhebung, sowie der Eurostudent-Studie
bekannt ist, müssen Studierende mit Eltern mit niedrigem
Bildungsniveau wesentlich mehr Stunden pro Woche arbeiten, als jene
mit Eltern mit hohem Bildungsniveau. Für diese bleibt dann also
besonders wenig Zeit für das Studium und es kommt automatisch zu
einer längeren Studiendauer. Die derzeitige Ausgestaltung der
finanziellen Unterstützung ist klar zu Ungunsten Studierender aus
sozial benachteiligten Familien und reproduziert so bestehende
Ungleichheiten", ergänzt Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH.
"Die von Rektorenchef Sünkel vorgeschlagene Sozialstiftung wäre eine
Parallelstruktur zum schon bestehenden Studienfördergesetz. Anstatt
Studiengebühren und eine solche Stiftung einzuführen, sollte das
bestehende System reformiert und an die realen Probleme der
Studierenden angepasst werden. Würde die Lebensrealität der
Studierenden endlich ernst genommen werden, würde niemand mehr nach
Studiengebühren rufen", so das Vorsitzteam abschließend.
Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected]; http://www.oeh.ac.at
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