• 01.09.2011, 13:31:12
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  • OTS0172 OTW0172

Mindestsicherung im Praxistest

1 Jahr nach Einführung: Caritasdirektor Landau zieht Bilanz

Wien (OTS) - Ein Jahr nach Einführung der Bedarfsorientierten
Mindestsicherung sieht Caritasdirektor Michael Landau einige
Verbesserungen durch die Reform der Sozialhilfe. "Die Einführung war
ein erster wichtiger und sinnvoller Schritt, um Österreich ein Stück
armutsfester zu machen." Gerade in Wien bemühe man sich, der
Einkommensarmut entgegen zu wirken, was in höheren Richtsätzen für
Kinder, für Menschen mit Behinderung oder in höheren Leistungen für
vorübergehend nichterwerbsfähige Menschen Ausdruck findet.
Gleichzeitig sieht der Caritasdirektor im Praxistest neben
Verbesserungen auch Verschlechterungen und ungelöste Probleme:
"Probleme, die Menschen in Notsituationen vor massive
Herausforderungen stellen." Wer nicht weiß, wie er über die Runden
kommen soll, benötigt rasche Hilfe. Im Vollzug auf den Ämtern kommt
es allerdings zu langen Bearbeitungszeiten, in der die
MitarbeiterInnen die Zahl der Anträge kaum bewältigen. Wartezeiten
bis zu drei Monaten sind keine Seltenheit. Hier sieht Landau
dringenden Verbesserungsbedarf.

Die Erfahrungen der Caritas Sozialberatungsstellen zeigen auch den
engen Zusammenhang von Armutsgefährdung und Arbeitslosigkeit.
"Mindestsicherung ist keine soziale Hängematte sondern ein
Sprungbrett. Und für dieses Sprungbrett braucht es entsprechende
gestufte Angebote", so Landau. Es gehe vor allem auch darum, konkrete
Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt zu gestalten. Die
Caritas der Erzdiözese Wien engagiert sich seit über 20 Jahren im
Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik für langzeitarbeitslose
Frauen und Männer mit Sozialhilfe- bzw. Mindestsicherungsbezug.
Niederschwellige Angebote wie hke - handwerk kunst entwicklung,
JE_TZT oder markt_platz helfen beim (Wieder-)Einstieg in den
Arbeitsmarkt. Arbeit meint immer mehr als Gelderwerb, es geht immer
auch um soziale Integration, um Selbstwertgefühl und
gesellschaftliche Anerkennung.

Rückfragehinweis:
Mag.a Ulrike Fleschhut
Presse Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: +43 1 87812-222, 0664-848 26 17
E-Mail: [email protected]

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