- 31.08.2011, 15:09:17
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Gemeinnützige verteidigen den Generationenausgleich im Wohnbau
Vorschläge des Rechnungshofes schwächen die Bildung von Eigenkapital bei den GBV
Wien (OTS) - "Gerade die aktuelle Wirtschaftskrise hat deutlich
vor Augen geführt, wie wichtig eine solide Eigenkapitalausstattung
der Unternehmen ist. Wenn nun der Rechnungshof von den Gemeinnützigen
fordert, sie sollten die ihnen gesetzlich eingeräumten
Ertragsmöglichkeiten geringer als bisher ausschöpfen, so steht das
diametral zu den Erfahrungen der letzten Zeit, wonach
eigenkapitalstarke Unternehmen einfach krisensicherer sind",
erwiderte heute Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der
gemeinnützigen Bauvereinigungen zur Kritik des Rechnungshofes an
"hohen Mieten" bei den GBV.
Wenn der Rechnungshof als Beleg für Wohnungsmieten, die im
Interesse der Bewohner gesenkt werden sollten, die Mieten in
ausfinanzierten Altbauten und bei Wiedervermietung sehr alter
Wohnungen anführt, so plädiert er hier für eine Absenkung von Mieten,
die dem Gesetz entsprechend 30% unter dem Burgenländischen Richtwert
liegen und 3,13 Euro/m2 betragen. "Der Rechnungshof selbst
attestiert, dass GBV ihre Gewinne gesetzeskonform hauptsächlich aus
der Verzinsung ihrer Eigenmittel und den Erträgen aus
Auslaufannuitäten und dem Wiedervermietungszuschlag" lukrieren,
betont der GBV-Obmann: "Hier ist also eine Branche, die nicht auf
spekulative Finanzgeschäfte setzt, sondern auf ordentliches
Wirtschaften, wobei die Erträge das Eigenkapital stärken und
zweckgewidmet immer wieder für die Grundstücksbevorratung sowie die
Co-Finanzierung von Neubau- und Sanierungsprojekten herangezogen
wird. Mit kostensenkenden Effekten, die den Mietern zugute kommen".
Was auch der Rechnungshof bestätigt, wenn er feststellt, dass "die
erwirtschafteten Gewinne weitestgehend in den Unternehmen und somit
im System der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft" verbleiben.
Die Bildung und Bindung des Eigenkapitals in der gemeinnützigen
Wohnungswirtschaft ist auch jüngst - so der GBV-Obmann - im einem
Gutachten der KPMG für das Bundesministerium für Wirtschaft, Arbeit
und Jugend untersucht worden. Das Resümee: "Die Eigenkapital-Bildung
ist zur Risikoabdeckung notwendig und führt aufgrund der
Eigenkapital-Bildungs- und -Verwendungsvorschriften im Ergebnis zu
keiner Schlechterstellung der Mieter, Förderungsgeber und geht nicht
zu Lasten der Allgemeinheit."
"Das Eigenkapital der GBV ist damit auch ein ganz wesentliches
Element im Generationenausgleich, der für die
Wohnungsgemeinnützigkeit konstituierend ist", erinnert Karl Wurm.
Präzisiert hat das Univ.Prof. Dr. Michael Holoubek kürzlich in einer
Expertise für das Bundesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Jugend
wenn er zu dem Schluss kommt, dass "die gemeinnützigen
Bauvereinigungen ihre Tätigkeit an den Interessen aktueller
Wohnungsnutzer- und -nutzerinnen sowie Wohnungssuchenden ebenso wie
an diejenigen zukünftiger Wohnungsnachfrager und -nachfragerinnen zu
orientieren haben."
Unter diesem Aspekt eines "solidarischen Ausgleichs" sind auch die
in der Entgeltrichtlinienverordnung festgelegten und vom Rechnungshof
bekrittelten Pauschalierungen für die Hausverwaltung und
Bauverwaltung zu sehen, betont der GBV-Obmann. So habe die KPMG in
der oben erwähnten Studie zu den Verwaltungskosten festgestellt, dass
die Pauschalsätze bei den GBV für 2008 mit durchschnittlich
2,7Euro/m2 und Jahr nicht nur unter den Sätzen von 2,88 Euro bei
gewerblichen Hausverwaltern liegen, sondern auch, dass "Wohnungen in
Randlagen und strukturschwachen Gebieten mit den gleichen
Verwaltungssätzen wie in Ballungszentren abgerechnet werden können."
Für die Festlegung der Pauschalen ist das Bundesministerium für
Wirtschaft, Arbeit und Jugend zuständig.
"Knapper werdende Wohnbauförderungsmittel bei ungebremst hoher
Wohnungsnachfrage und große Aufgaben in der Sanierung lassen den
Beitrag der Gemeinnützigen zur Co-Finanzierung immer wichtiger
werden", streicht der GBV-Obmann hervor. "Wenn der Rechnungshof jetzt
die limitierten Ertragsmöglichkeiten der Gemeinnützigen weiter
beschneiden möchte, dann verkennt er die realwirtschaftliche
Entwicklung am Wohnungsmarkt und die generationenübergreifende
Funktion von gemeinnützigem Eigenkapital".
Rückfragehinweis:
Mag. Karl Wurm
Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen
Tel.: 01/ 401 09 / DW 10
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