• 31.08.2011, 09:31:58
  • /
  • OTS0041 OTW0041

Greenpeace: Heftige Kritik an EU wegen Quecksilber in Energiesparlampen

Umweltorganisation fordert Ausstieg aus Giftstoffen in Elektrogeräten und Recyclingpflicht für Sparlampen

Wien (OTS) - Wien/Brüssel - Die Umweltorganisation Greenpeace übt
angesichts der anhaltenden Verwendung von giftigem Quecksilber in
Energiesparlampen heftige Kritik an der Europäischen Union und den
Herstellern der Energiesparlampen. Mit dem morgen inkrafttretenden
Verbot der 60 Watt Glühbirne und dem bis 2012 schrittweise gänzlich
umgesetzten Verbot der ineffizienten Glühbirne, hat die EU aus Sicht
der Umweltschützer zwar einen wichtigen Schritt zum Energiesparen und
somit zum Klimaschutz gesetzt. Jedoch findet sich in
Energiesparlampen oft giftiges Quecksilber, das beim Bruch der Lampen
freigesetzt wird und somit eine Gefährdung von Gesundheit und Umwelt
darstellt. Greenpeace fordert einen möglichst raschen Ausstieg aus
Quecksilber und anderen gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen in
sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten wie es bereits in der
EU-Direktive 2002/95/EG zur Beschränkung bestimmter gefährlicher
Stoffe vorgesehen war.

"Aus Sicht von Greenpeace haben die EU und die Hersteller von
Energiesparlampen bisher viel zu wenig unternommen, um die
Entwicklung von Alternativen zum Einsatz von Giftstoffen wie
Quecksilber in Energiesparlampen zu entwickeln. Anstatt die eigenen
Bemühungen zum Umweltschutz selbst zu torpedieren, muss die EU nun
Nägel mit Köpfen machen und den Ausstieg aus Giftstoffen in
sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten - darunter eben auch
Energiesparlampen - beschließen", kritisiert Niklas Schinerl,
Energie-Experte von Greenpeace

Ein weiterer Stein des Anstoßes ist für Greenpeace das mangelnde
Recycling aller Energiesparlampen durch die Hersteller. "Viele
Sparlampen werden derzeit nicht ordnungsgemäß recycelt und entsorgt",
ärgert sich Schinerl und ergänzt: "Die quecksilberhaltigen Sparbirnen
sollen zwar ordnungsgemäß entsorgt werden, aber es fehlt jegliche
verbindliche Umsetzung. Viele Hersteller habe bis heute keine klare
Rücknahmepraxis eingeführt", so der Greenpeace Energie-Experte und
fordert von der EU eine entsprechende Verpflichtung für die
Hersteller.

Energieeffizienz gilt als Grundvoraussetzung dafür, die globale
Erwärmung unter der notwendigen Zwei-Grad-Marke halten zu können.
Greenpeace hat in der Energy [R]Evolution-Studie für den europäischen
Raum berechnet, dass mindestens 45 Prozent des
Primärenergieverbrauchs bis 2050 eingespart werden müssen. Mit
Energieeffizienz könnten bis zum Jahr 2020 im gesamten EU-Raum 78
Milliarden Euro eingespart werden, Millionen neuer Arbeitsplätze
entstehen und die europäische Energieunabhängigkeit rasch erreicht
werden. "Bis jetzt kann sich die Europäische Union nicht mal zu
verbindlichen Zielen bei der Energieeffizienz durchringen. Eine
umfassende EU-Energieeffizienz-Richtlinie wird die Nagelprobe für die
Kommission sein und zeigen, ob ihr Klimaschutz tatsächlich ein
Anliegen ist. Ein Verbot der Steinzeittechnologie Glühbirne allein
wird dafür zu wenig sein", so Schinerl.

"Es darf nicht sein, dass in vielen Haushalten Gifte wie Quecksilber
über Energiesparlampen weiterhin Eingang erhalten. Die EU muss alles
daran setzen, Klimaschutz durch Energiesparlampen mit dem Schutz der
Gesundheit der Menschen unter einen Hut zu bringen. Ein erster
Schritt ist der EU-weite Ausstieg aus gesundheitsgefährdenden
Inhaltsstoffen in sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten. Zudem
muss die EU die Forschung für sparsame umwelt- und
gesundheitsfreundliche Alternativen bei der Haushaltsbeleuchtung
rasch vorantreiben", fordert Schinerl abschließend.

Rückfragehinweis:

Niklas Schinerl
   Energiesprecher Greenpeace
   Tel.: +43 (0)664 61 26 704
   mailto: [email protected]
   
   Melanie Aldrian
   Pressesprecherin Greenpeace 
   Tel.: +43 (0)664 61 26 725
   mailto: [email protected]
   
   www.greenpeace.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel