- 31.08.2011, 08:30:31
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Pflichtschule oder Universitätsabschluss - zweigeteiltes Bild von Migrantinnen
Wien (OTS) - "femigration & integration": Der Österreichische
Integrationsfonds (ÖIF) bietet neue Informationsbroschüre zur
Situation von Migrantinnen in Österreich; Staatssekretär Kurz
erwartet Impuls durch AMS-Migrantenindex
52 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich sind
Frauen
Die neue Publikation des Österreichischen Integrationsfonds zur
Situation von Migrantinnen in Österreich, die in Kooperation mit der
Statistik Austria entstanden ist, liefert wichtige Zahlen und Fakten
zu den Bereichen Sprache und Bildung, Arbeit und Beruf sowie Familie
und Gesundheit.
Staatssekretär Kurz erwartet Impuls durch Gesetz für
AMS-Migrantenindex
"Eigenverantwortung und Selbstbestimmung sind für Frauen mit und
ohne Migrationshintergrund unerlässliche Freiheiten. Wir müssen
sicherstellen, dass Frauen dieselben Chancen erhalten wie Männer,
sich durch eigene Leistung einen Platz in der österreichischen
Gesellschaft zu sichern," betont Integrationsstaatssekretär Sebastian
Kurz. Die aktive Politik für Migrantinnen ist deshalb in allen
Handlungsfeldern des Nationalen Aktionsplans für Integration (NAP)
verankert. Besonders in den Bereichen Sprache, Bildung und Beruf sind
Frauen eine Zielgruppe. Allein im Jahr 2011 unterstütze das
Integrationsstaatssekretariat 14 Projekte, speziell für die
Zielgruppe Frauen mit rund 900.000 Euro. "Der ÖIF ist darüber hinaus
ein starker Partner für die sprachliche und berufliche Integration
von Frauen", erklärt Kurz.
Hinsichtlich der niedrigen Erwerbstätigkeit von Frauen mit
Migrationshintergrund erwartet sich der Staatssekretär auch einen
Impuls durch den AMS-Migrantenindex. Bis dato sind im AMS nur
Personen nach Staatsbürgershaft erfasst. Von den 1,5 Mio. Migranten
hat aber bereits fast die Hälfte einen österreichischen Reisepass,
weshalb gezielte Projekte im AMS, wie es diese etwa für
Wiedereinsteiger oder Jugendliche gibt, für Migranten bis jetzt nur
schwer möglich waren. "Es geht darum, die Leistung der Menschen
möglich zu machen", betont Kurz, der zuversichtlich ist, dass
zwischen den Regierungsparteien bis Ende des Jahres 2011 ein neues
Gesetz für den AMS-Migrantenindex auf den Weg gebracht werden kann.
Besondere Bedürfnisse von Migrantinnen wahrnehmen
"Die Lebensrealität von Migrantinnen unterscheidet sich in vielen
Bereichen - von Bildung über Beruf bis Familie - stark von jener
männlicher Zuwanderer. Wir müssen die spezifischen Herausforderungen
und Bedürfnisse von Migrantinnen bewusster wahrnehmen," betont
Beatrix Lewandowski, stellvertretende Geschäftsführerin des ÖIF. "Mit
der vorliegenden Broschüre will der Österreichische Integrationsfonds
Politik und Öffentlichkeit über die weibliche Seite von Migration und
Integration informieren und sensibilisieren."
Habibi stark in Frauenförderung
Habibi, das Haus der Bildung und beruflichen Integration des ÖIF,
bietet ein umfangreiches Angebot an Unterstützungsleistungen für
Migrantinnen. Neben allgemeinen und berufsspezifischen Deutschkursen,
die Frauen z.B. den Einstieg in einen Kranken-oder Pflegeberuf
ermöglichen, EDV-Kursen und Arbeitssuchetrainings wird im
Habibi-Jobcenter individuelle Beratung für Jobeinstieg und
Weiterbildung angeboten.
Zentrale Ergebnisse
Sprache und Bildung: In Sonderschulen die meisten Migrantinnen
- Migrantinnen in den niedrigsten und höchsten Bildungsschichten
überproportional vertreten: 25% der Bürgerinnen aus EU/EWR und
Schweiz haben einen Universitätsabschluss, im Gegensatz dazu
verfügen 73% der Frauen aus der Türkei und 48% der Frauen aus Ex
Jugoslawien (ohne Slowenien) nur über einen Pflichtschulabschluss.
- Überproportional in Sonderschulen: In Sonderschulen gab es im
Schuljahr 2009/10 österreichweit den höchsten Anteil an
Schülerinnen mit nichtdeutscher Umgangssprache (30%).
Arbeit und Beruf: Höchste Arbeitslosenquote unter Türkinnen
- Niedrigere Erwerbstätigkeit: Nur 59% der Frauen mit
Migrationshintergrund sind erwerbstätig (Frauen ohne
Migrationshintergrund: 68%)
- Höhere Arbeitslosenquote: Die Arbeitslosenquote unter
Ausländerinnen betrug 2010 9,2%. Die höchste Arbeitslosenquote
betraf mit 13,9% Türkinnen.
Familie und Gesundheit: Ausländerinnen nutzen seltener
Gesundheitsvorsorge
- Mehr Kinder: Ausländerinnen (2 Kinder) bekamen 2010 mehr Kinder
als Österreicherinnen (1,3 Kinder). Eingebürgerte Frauen brachten
deutlich weniger Kinder als Ausländerinnen (1,5) zur Welt.
- Weniger Gesundheitsvorsorge: Frauen aus der Türkei und den Ländern
des ehemaligen Jugoslawiens nutzten seltener
Vorsorgeuntersuchungen (Mammografie 55%, Krebsabstrich 32%) als
Österreicherinnen (Mammografie 76%, Krebsabstrich 56%).
Die gesamt Broschüre ist unter www.integrationsfonds.at verfügbar.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Ursula Schallaböck
[email protected]
Tel: 01/710 12 03-134
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