- 30.08.2011, 12:24:00
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Schulstart für 200.000 Wiener Kinder
17.000 Taferlklassler, Lesen als Schwerpunkt im neuen Schuljahr
Wien (OTS) - Am 5. September ist Schulbeginn in Wien - derzeit
laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, um den Start für alle
SchülerInnen so optimal wie möglich zu gestalten. Im Rahmen der
Pressekonferenz von Bürgermeister Michael Häupl präsentierten heute
Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch und die Amtsführende
Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl die Schwerpunkte für
das kommende Schuljahr
Insgesamt beginnt am 5. September für über 200.000 Wiener
Schulkinder in allen Schulen und Schularten ein neues Schuljahr,
ihrem ersten Schultag fiebern schon jetzt rund 17.000 Taferlklassler
entgegen. Rund 82.000 SchülerInnen besuchen die 352 Wiener
öffentlichen allgemein bildenden Pflichtschulen, davon rund 53.000
SchülerInnen die insgesamt 210 Volksschulen, 24.000 SchülerInnen die
93 Hauptschulen, 2.600 SchülerInnen die 39 Sonderschulen und 2.800
SchülerInnen die 10 Polytechnischen Schulen. Zusätzliche 3.568
SchülerInnen mit Sonderpädagogischem Förderbedarf befinden sich in
669 Integrationsklassen an Volks-, Hauptschulen und Polytechnischen
Schulen.
"Schule soll Spaß machen", betonen Brandsteidl und Oxonitsch.
"Wir empfehlen allen Eltern, sich insbesondere während der ersten
Schultage Zeit zu nehmen und immer ein offenes Ohr für ihre Kinder zu
haben. So können bereits frühzeitig etwaige Probleme, die zu
Schulfrust führen können, vermieden werden."
Neues Schuljahr wird Lesejahr
"Dieses Jahr wird zum Lesejahr! Was im vergangenen Schuljahr mit
dem Wiener Lesetest als Initialzündung begonnen hat, wird nun
intensiv weitergeführt. Unser Ziel: Wir wollen mittels Förderung und
Forderung im Bereich der Lesekompetenz rasch Fortschritte erzielen
und die Zahl der leseschwachen SchülerInnen deutlich senken. Jedes
Wiener Kind soll gut lesen lernen - das ist Aufgabe der Schule!"
betont Brandsteidl.
Bereits im Jänner wurde im Zuge einer PISA-Wien-Konferenz
gemeinsam mit allen SchulpartnerInnen sowie Partnern aus Politik,
Wirtschaft und Gesellschaft unter anderem ein eigener Lesetest für
Wiens SchülerInnen der 4. und 8. Schulstufe (ca. 30.000 SchülerInnen)
vereinbart, dessen Ergebnisse im Juni vorgelegt wurden. Das Besondere
dabei: Im Unterschied etwa zu PISA hat bei diesem Test jedes Kind
sein eigenes persönliches Ergebnis bekommen - Stärken und Schwächen
wurden somit genau sichtbar.
"Dieser Lesetest hilft den LehrerInnen nun dabei, den Unterricht
noch gezielter entlang der Fähigkeiten der Kinder zu gestalten",
betont Susanne Brandsteidl. "Deshalb werden auf Basis dieser Tests ab
sofort zahlreiche die Lesekompetenz stärkende Maßnahmen im Unterricht
gesetzt."
Konkret wird als erster Schritt an Wiens Schulen in der 5.
Schulstufe flächendeckend mit Beginn des neuen Schuljahres ein
"Startwoche Lesen"-Projekt durchgeführt. Für die Gruppe der
leseschwachen SchülerInnen wird direkt nachfolgend ein "Intensivkurs
Lesen" in lernunterstützenden Kleingruppen angeboten. Ebenfalls neu:
Für Kinder, die erst spät in unser Schulwesen eintreten und nur sehr
geringe Deutschkenntnisse besitzen, werden so genannte "Crashkurse"
eingerichtet. Parallel zu diesen Maßnahmen wird es in allen
Unterrichtsfächern begleitende Leseförderung geben. Für diese
Projekte wurden in einer eigenen "SOKO Lesen" Lehr- und
Lernmaterialien entwickelt.
Als zweiten Förderschwerpunkt im neuen Schuljahr nannte
Brandsteidl das Thema Mathematik. Grund: Bei der jüngsten PISA-Studie
wurde deutlich, dass Österreichs SchülerInnen nicht nur eine schwache
Lesekompetenz, sondern auch Mängel bei mathematischen
Aufgabenstellungen aufweisen: "Auch hier gilt: Von allein wird nichts
besser! Deshalb werden wir eine Arbeitsgruppe einrichten, die
möglichst rasch konkrete Vorschläge für eine intensivierte
mathematische Förderung an unseren Schulen erarbeiten soll."
Gratis-Schulmaterial für alle Pflichtschulkinder
Damit die Kosten für Schulmaterialien nicht explodieren, gibt es
in Wien bereits seit vielen Jahren die bewährte Einrichtung des
sogenannten "Warenkorbs": Alle Wiener Pflichtschulen und auch die
Berufsschulen bekommen von der Stadt Geld, mit dem sie Schreibgeräte,
Zeichenrequisiten und Materialien für den Werkunterricht anschaffen
können. Für das Schuljahr 2011/12 stehen dafür 6,9 Mio Euro zur
Verfügung. "Das Geld wird den Schulen zur Verfügung gestellt, die das
Material einkaufen und nach Bedarf an die SchülerInnen weitergeben",
betont Stadtrat Christian Oxonitsch. Um das Geld wurden zuletzt über
120.000 Rechenhefte, rund 14.000 Lineale, 25.000 Radiergummis und
6.800 Zirkel angeschafft. Durchschnittlich kommen damit jedem Wiener
Pflichtschulkind Schulmaterialien im Wert von 49 Euro zugute.
Neue Ganztagsschulen
Mit dem Schuljahr 2011/12 starten in Wien zusätzlich zu den
bisherigen 25 Standorten auch vier neue Ganztagsvolksschulen: Am
Hundsturm in Wien-Margareten, in der Lorenz-Mandl-Gasse in Ottakring,
in der Halirschgasse in Hernals und in der Wagramer Straße in der
Donaustadt. Unverändert bleibt die Anzahl von vier
Ganztagshauptschulen und drei AHS-Standorten mit Ganztagsbetrieb.
Somit hat Wien im neuen Schuljahr 36 Ganztagsschulen mit
verschränktem Unterricht.
Dazu kommen noch 38 offene Volksschulen, 40 offene Hauptschulen,
und 12 Sonderschulen, die ebenfalls ganztägige Betreuung in Wien
anbieten.
Schulbau läuft auf Hochtouren
Zur Schaffung neuer Schulplätze läuft auch der Schulbau auf
Hochtouren: In Bau befindet sich der Bildungscampus Donaufeld Nord
im 21. Bezirk. Der Campus umfasst einen 9-gruppigen Kindergarten und
eine 13-klassige Ganztagsvolksschule und soll mit Beginn des
Schuljahres 2012/13 in Betrieb gehen. Am in Planung befindlichen
Bildungscampus Hauptbahnhof Wien (derzeit finden Planungs- und
Bauvorbereitungsarbeiten statt) wird erstmals ein Campus für Null-
bis 14-Jährige umgesetzt, der Kindergarten, Volksschule und
Hauptschule umfasst. Mit dem Bau des Campus soll nach derzeitigem
Stand im September 2012 begonnen werden und mit Beginn des
Schuljahres 2014/15 soll hier die ersten SchülerInnen ihre Klassen
beziehen.
Auch der Bau einer neuen Berufsschule für Verwaltungsberufe
soll im September 2012 begonnen werden - auch hier finden derzeit
Planungs- und Bauvorbereitungsarbeiten statt. Die Schule in der
Embelgasse 46-48 in Wien-Margareten soll mit Beginn des Schuljahres
2014/15 in Betrieb gehen. In all diese Schulneubauprojekte investiert
die Stadt rund 121 Mio Euro.
Weiters sind auch Erweiterungen und Adaptierungen vorgesehen:
Kurz vor Baubeginn steht der Umbau des Gebäudes in der Burggasse
14-16 in Wien-Neubau für eine 11-klassige Polytechnische Schule,
bereits begonnen wurde mit der Aufstockung der Volksschule
Alma-Seidler-Weg 2 in Wien-Liesing zur Unterbringung weiterer
Klassen. In Bau befinden sich weiters die Zubauten zu den
Volksschulen Svetelskystraße 5 in Wien-Simmering und am Kirchenplatz
2-3 in Wien-Liesing, sowie die Adaptierung der Allgemeinen
Sonderschule in der Treustraße 9 in Wien-Brigittenau.
Zusätzlich läuft auch das Schulsanierungspaket weiter: 2011
werden die Arbeiten an bis dato 142 Standorten weitergeführt,
insgesamt investiert die Stadt heuer über 55 Mio Euro. Mit Ende 2011
werden voraussichtlich 25 Schulgebäude komplett fertig saniert sein
und auch für 2012 laufen bereits die Planungs- und
Bauvorbereitungsarbeiten: Im nächsten Jahr stehen nach derzeitigem
Stand 128 Standorte auf dem Sanierungsprogramm.
Erfolgsmodell Mehrstufenklasse
Im Wiener Modell der Mehrstufenklasse lernen Kinder
unterschiedlichen Alters gemeinsam in einem Klassenverband. Kinder
können hier ihre Volksschulzeit ohne Wechsel des sozialen Gefüges der
Klasse durchlaufen - bzw. auch zwischen der 5. und 8. Schulstufe
gemeinsam die Mittelschule besuchen. Dadurch wird der gerade in
diesem Alter oft sehr unterschiedlichen Entwicklung der Kinder
optimal entsprochen. Durch das bewusste Einsetzen der Altersmischung
gelingt der "pädagogische Idealfall", dass die Kinder einander den
Lehrstoff auch gegenseitig erklären und vermitteln.
Im heurigen Schuljahr werden an Wiens Volksschulen 104
Mehrstufenklassen mit reformpädagogischem Schwerpunkt geführt. In den
Wiener Mehrstufenklassen werden insgesamt ca. 2.100 SchülerInnen
unterrichtet (in den Mehrstufen-Integrationsklassen sind es ca. 230
SchülerInnen mit Sonderpädagogischem Förderbedarf).
Auch im Bereich der kooperativen Mittelschule konnte in den
vergangenen Jahren das Modell der Mehrstufenklasse erfolgreich
implementiert werden. Hierfür wurden Kooperationen zwischen
Volksschulen und KMSen (in so genannten "Schulgemeinschaften")
entwickelt. In der Sekundarstufe 1 werden ab dem neuen Schuljahr 18
Klassen (+4) nach dem Modell der Mehrstufenklasse geführt.
Schulinfo, Tag der Wiener Schule, Schulführer
Mit fast 30.000 Kontakten und Beratungen (hier von über 20.000
für Eltern) im Schuljahr 2010/11 ist die Schulinfo des Stadtschulrats
für Wien die erste Anlaufstelle für alle Eltern, SchülerInnen und
LehrerInnen, die Information und Beratung suchen. Gerade auch zu
Schulanfang steht die Schulinfo-Wien unter der Service-Hotline:
01/52525-7700 bzw. E-Mail: [email protected] für alle Fragen
von Eltern und SchülerInnen zur Verfügung.
Die Hauptaufgaben der Schulinfo-Wien sind:
- Information über Fragen des Schulrechts
- Hilfe bei der Wahl der richtigen Schulart bzw. Schule
- Schullaufbahnberatung
- Mitarbeit bei der Organisation von Schulmessen
- die Co-Redaktion des "Wiener Schulführers".
- weiters betreut die Schulinfo Wien in Kooperation mit anderen
Partnern auch Schulberatungsstellen für MigrantInnen.
Eine weitere wichtige Informationsmöglichkeit ist der "Tag der
Wiener Schulen", der am 5. Oktober 2011 zum dritten Mal in über 700
Wiener Schulen stattfinden wird. Hierbei präsentieren sich die
Schulen in ihrer alltäglichen Praxis und mit ihren unterschiedlichen
Konzepten. So individuell wie die verschiedenen Schultypen,
Schwerpunkte und Menschen, so vielfältig und abwechslungsreich ist
auch das Programm am Tag der Wiener Schulen. "Nutzen Sie den Tag der
Wiener Schulen und machen Sie sich persönlich ein Bild von der
Qualität der Wiener Schulen", so Oxonitsch und Brandsteidl.
Und ebenfalls rechtzeitig zum Schulstart ist auch der neue
"Wiener Schulführer" erschienen. Er ist das Standardwerk für all
jene, die sich über das Wiener Schulwesen informieren möchten. Auf
rund 200 Seiten sind hier alle Schulstandorte, Serviceeinrichtungen
und Beratungsstellen aufgelistet. Detailliert sind pädagogische
Angebote, Freigegenstände und unverbindliche Übungen der einzelnen
Schulen angeführt. Weiters im Schulführer verzeichnet: Die
Ferienzeiten, nützliche Adressen und Telefonnummern von der
Schulpsychologie über die Schulaufsicht bis zu
Familienberatungsstellen sowie Begriffserklärungen, die Fachausdrücke
wie beispielsweise Wiener Mittelschule, Kooperative Mittelschule,
Ganztagsschule, Montessori-Pädagogik oder Integrationsklasse
verständlich erklären. "Der Wiener Schulführer 2011/12" kann
telefonisch bei der Schulinfo-Wien bestellt werden - Telefon:
01/52525-7700.
Rückfragehinweis:
Mag.a Michaela Zlamal Mediensprecherin Stadtrat Christian Oxonitsch Tel.: +43 1 4000-81930 mailto:[email protected] http://www.oxonitsch.at/ Matias Meißner Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates Telefon: 01 525 25-77014 E-Mail: [email protected]
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