• 30.08.2011, 12:13:51
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Leserbrief an "Die Presse": Zweiklassenmedizin - Dichtung und Wahrheit

Wien (OTS) - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine
Umfrage bei Augenabteilungen durchgeführt und angeblich erhoben, wie
lange die Patienten auf die Operation warten müssen.

Dabei handelte es sich um keine seriöse Untersuchung, sondern das
negative Ergebnis stand für den VKI schon vor der Untersuchung fest.

Die negativen Schlagzeilen wurden vom VKI schon vor Erscheinen der
Zeitschrift über die APA publiziert, sodass den Betroffenen gar keine
Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben war, da die Zeitschrift am
24.08.2011 noch gar nicht zu kaufen war.

Inhaltlich hat der VKI die Antworten in den Fragebögen manipuliert
und absichtlich ins Negative verändert. So hat der VKI in einem
Fragebogen aus 5 % einfach 50 % gemacht.

Der Hinweis eines Arztes, dass sich jeder Patient mit
Zusatzversicherung jederzeit im Privatspital ohne Wartezeit operieren
lassen kann, wurde einfach umgedeutet, dass sich die Wartezeit für
Patienten mit Zusatzversicherung im öffentlichen Spital verkürzt.

Einem Arzt wurde unterstellt, dass er ein Privatspital betreibt
und dort seine Patienten operiert. Auch diese Feststellung ist
erlogen.

Einer Abteilung in Oberösterreich wurde unterstellt, dass
Patienten mit Zusatzversicherung vorgereiht werden. Auch diese
Feststellung war frei erfunden, da die Wartezeit an dieser Abteilung
sowieso nur 14 Tage beträgt.

Wenn man bedenkt, dass an manchen Abteilungen der Anteil an
Sonderklassepatienten um 5 % beträgt, so muss einem auch klar sein,
dass durch diese 5 % nicht die anderen 95 % "normal Versicherten"
verdrängt werden können.

Der graue Star ist schmerzlos und entwickelt sich langsam, oft
über Jahre, und in vielen Fällen handelt es sich nicht um
Wartezeiten, sondern um Wunschtermine, weil die Patienten gar nicht
früher operiert werden wollen.

Die eigentliche "Sauerei" ist die Tatsache, dass der VKI die
Ergebnisse manipuliert hat.

Man kann nur hoffen, dass sie ihre Untersuchungen bei
Waschmaschinen und Bügeleisen seriöser durchführen.

Univ.Prof.Dr. Michael Radda
Obmann der Österreichischen Augenprimarärzte

Rückfragehinweis:
PR Susanne Havel, Tel.: 01/710 55 01, mail:[email protected]

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