Web 2.0 und Co: Produktgestaltung durch Kunden auf dem Vormarsch - BILD
APA-EBC-Expertendiskussion: Endverbraucher beteiligen sich immer stärker an Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen - "Mauern zwischen Unternehmen und Außenwelt brechen ein"
Wien (OTS) - Social Media, Co-Creation, Crowd-Sourcing: Das Web
2.0 bietet Einzelpersonen und Unternehmen neue Möglichkeiten
miteinander in Kontakt zu treten und zu interagieren. Welche
konkreten Vorteile die Einbindung von Kunden und deren Ideen in den
Arbeitsprozess von Firmen bietet und welche Fallstricke dabei zu
beachten sind, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion im
Rahmen der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in
Wien.
Michael Bartl von der HYVE AG wies auf das sich ändernde
Rollenbild des Kunden vom passiven Leistungsempfänger zum aktiven
Partner in einer vernetzten Wertschöpfung hin. Unternehmen würden
sich dabei verschiedene Methoden bieten, Open Innovation und
Co-Creation einzubinden. Von der Beobachtung und Analyse von
einschlägigen Foren über die Bereitstellung von Co-Creation-Tools bis
zum Aufbau von Crowd-Sourcing-Communities nimmt die dafür notwendige
Öffnung der Firma gegenüber anderen immer weiter zu.
"Die Mauern zwischen Unternehmen und Außenwelt brechen ein",
beschrieb Bartl den aktuellen Trend. Wichtige Impulse für
Innovationen können dabei von unerwarteter Seite kommen. Oft fänden
sich außerhalb der repräsentativen Zielgruppe neue Ideen für kreative
Produkte, die ihrerseits den Kundenkreis erweitern könnten.
Zustimmung erhielt dieser Ansatz von Gunter Oswalder von A1
Telekom Austria. "Produkte ohne Kunden zu generieren ist ein
kompletter Schwachsinn", meint Oswalder und verwies auf die eigenen
Online-Tools, mit deren Hilfe Kunden in den Tarifentwicklungsprozess
eingebunden werden. Allerdings dürften die Erkenntnisse aus dieser
Zusammenarbeit nicht direkt auf den Massenmarkt umgelegt werden. Da
Web 2.0-Anwendungen bevorzugt von Leuten mit einem Hang zur Technik
benutzt würden, ergebe sich dadurch eine gewisse Verzerrung, fügte er
einschränkend hinzu.
Christian Kittl von Evolaris plädierte dafür, Kunden frühzeitig in
den Produktgestaltungsprozess einzubinden. Auf Firmenseite ortet er
Unsicherheiten in Bezug auf Kontrollverluste, sowohl hinsichtlich der
Informationen, die aus einem Unternehmen hinausfließen, als auch
dahingehend, welche Informationen aufgenommen werden. Als guten
Indikator für den Grad der Umsetzung des Open Innovation Paradigmas
in einer Firma nannte Kittl den Umgang mit Social Media.
Kunden spielen mit Prototypen
Während einige Unternehmen hier bereits aktiv auf die Kunden
zugehen würden, ortet er bei der Mehrheit Angst davor, dass
unkontrolliert Firmengeheimnisse preisgegeben oder wegen
Urheberrechtsverletzungen geklagt würde. Weiters seien oft weder die
Ressourcen noch die Kompetenzen vorhanden, sich über die sozialen
Medien zu öffnen. Als ersten Schritt rät Kittl, Kunden unfertige
Prototypen in die Hand zu geben, sie damit spielen zu lassen und
offenes Feedback einzuholen.
In diesem Zusammenhang bezeichnete Chris Budgen von der Firma
diamonddogs es als "gefährliche Entwicklung, Kreativleistungen
kommerziell nicht mehr zu würdigen". Gerade im Bereich Co-Creation
solle hier ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen herrschen.
Firmen müssten lernen, mit den Folgen dieser Öffnung zu leben.
Das Konzept der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kunden ist
für Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) nichts
grundsätzlich Neues. Jedoch hätten sich die zur Verfügung stehenden
Methoden geändert. Heimische Unternehmen sieht er in diesem Bereich
recht gut aufgestellt und betont die Wichtigkeit, die Umsetzung durch
IT-Profis erfolgen zu lassen, damit eine Regelmäßigkeit und
Ernsthaftigkeit der Benutzung durch Besucher erreicht werden kann.
Walter Longauer von der APA - Austria Presse Agentur sieht sich
hingegen als "Rohstofflieferant". Im Grafikbereich werde
beispielsweise ein offenes Format verwendet, das es Kunden
ermöglicht, den eigenen Anforderungen entsprechende Anpassungen
selbst vorzunehmen. Diese Änderungen können als "Feedbackschleife im
Produktionsprozess" für die eigene Gestaltung und Optimierung
verwendet werden, da sie das vom Empfänger gewünschte Produkt
repräsentieren.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- A1 Telekom Austria www.A1TelekomAustria.at
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria http://economyaustria.at
- Ericsson Austria www.ericsson.com
- Evolaris next level GmbH www.evolaris.net
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
Weitere Bilder unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2121
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
ebc@apa.at
Web: http://ebc.apa.at
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- www.A1TelekomAustria.at
- www.cellular.at
- www.cms-rrh.com
- www.diamonddogs.cc
- www.ericsson.com
- www.evolaris.net
- www.hp.com/at
- www.kapsch.net
- www.microsoft.com/austria
- www.navax.at
- www.nextiraone.at
- www.sap.at
- www.wirtschaftsblatt.at
- www.wko.at
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