- 26.08.2011, 11:56:12
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Keine Ausbildung, kein Job, keine Schulung: 3400 Jugendliche in Oberösterreich sind ohne Perspektiven
Linz (OTS) - Das Jugendauffangnetz in Oberösterreich weist Risse
auf. Besonders trist ist die Situation für jene 3400 Jugendlichen,
die ohne Berufsausbildung, ohne Job, ohne Schulung und ohne jegliche
Perspektive dastehen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Wir
brauchen endlich eine Jugendausbildungsgesellschaft, die alle
Aktivitäten zur Ausbildung und Beschäftigung koordiniert."
Die Analyse für Oberösterreich zeichnet ein problematisches Bild:
Knapp fünf Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren
befanden sich im Jahr 2009 weder in (Aus-)Bildung, noch in
Beschäftigung, noch in Schulungen. In absoluten Zahlen waren das rund
3400 Jugendliche - eine seit Jahren relativ stabile Größe, die
vermutlich auch für 2011 gilt. "Das bedeutet, dass die bestehenden
Instrumente zur Ausbildung und Beschäftigung für bestimmte
Jugendliche nicht greifen. Bei dieser Gruppe besteht eine hohe
Gefahr, sich auf Dauer nicht in die Gesellschaft integrieren zu
können", warnt Kalliauer.
Dazu kommen noch weitere alarmierende Zahlen: 2009 gab es in
Oberösterreich mehr als 11.200 20- bis 24-Jährige, die keine
Ausbildung über die Pflichtschule hinaus abgeschlossen haben. Das
sind 13 Prozent. "Das ist mit Sicherheit nicht die Schuld der
betroffenen Jugendlichen. Es ist unser Schul- und Ausbildungssystem,
das auch viele Verlierer produziert", kritisiert Kalliauer. Die
Konsequenz ist, dass diese jungen Menschen nicht die Qualifikationen
mitbringen, die am Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Sie haben ein
hohes Arbeitslosigkeitsrisiko, schlechte Einkommenschancen und sind
stark armutsgefährdet.
Trotz der Vielzahl an Angeboten und des hohen Mitteleinsatzes bei
der Jugendbeschäftigung (2010 betrugen die Gesamtausgaben in
Oberösterreich mehr als 90 Millionen Euro) wirken die Maßnahmen
langfristig nur begrenzt und es fehlt die Treffsicherheit. Kalliauer:
"Wir unterbreiten immer wieder Vorschläge, wie das Ausbildungssystem
für unsere Jugendlichen wirksamer gestaltet werden könnte. Leider
zeigt die oberösterreichische Landespolitik kaum Bereitschaft, diese
Ideen zu berücksichtigen. Auf der Strecke bleiben die Jugendlichen."
Er fordert erneut die Schaffung einer
Jugendausbildungsge-sellschaft, die alle Aktivitäten zur
Beschäftigung und Ausbildung der Jungen in Oberösterreich bündelt und
koordiniert; eine flächendeckende Betreuung von lernschwächeren und
benachteiligten Jugendlichen beim Übergang in den Arbeitsmarkt, die
bereits in der Schule einsetzt und eine durchgehende Begleitung über
einen längeren Zeitraum hinweg sicherstellt; den gezielteren Einsatz
von Lehrstellen-Förderungen - die Gelder sollten nicht pauschal,
sondern nach qualitätsbezogenen Kriterien, wie Unterstützung für
Jugendliche mit Lernschwächen, vergeben werden.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Ulrike Etlinger
Tel.: 80732) 6906-2193
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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