- 26.08.2011, 08:16:27
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Gewaltopfer brauchen Hilfe von außen
Genauer hinsehen statt wegsehen
Wien (OTS) - Gewalt an Frauen und Kindern geschieht täglich in
Österreich. Nun ist wieder ein schwerwiegender Gewaltvorfall
bekanntgeworden. Im Bezirk Braunau in Oberösterreich hat ein Vater
seine beiden Töchter und seine Frau über mehrere Jahrzehnte hinweg
schwerstens misshandelt und isoliert. Solch ein Martyrium könnte
jedoch verhindert werden. Vor allem Nachbarn, Verwandte, Mitmenschen,
aber auch HelferInnen können sich bei Verdachtsfällen Ratschläge von
Hilfseinrichtungen, wie der österreichweit anonymen und kostenlosen
Frauenhelpline 0800/222 555 holen.
Dieses erschütternde Gewaltverbrechen innerhalb der Familie führt
uns erneut drastisch vor Augen, was geschehen kann wenn zu lange
weggesehen wird. Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins
Autonome Österreichische Frauenhäuser und Leiterin der Frauenhelpline
hebt hervor, wie wichtig es ist, dass es Einrichtungen wie die
Frauenhelpline gibt. Vor allem Personen aus dem Umfeld der
Betroffenen haben oft Scheu Hilfe zu suchen.
"Viele Menschen in Österreich sind unsicher und wissen nicht,
wohin sie sich wenden sollen oder was sie tun können, wenn sie
Auffälligkeiten in ihrer Umgebung oder Veränderungen an nahen
Mitmenschen entdecken oder beobachten", erklärt Rösslhumer und hebt
gleichzeitig das Wesen telefonischer Beratungseinrichtungen
deutlicher hervor: "Wer einen Verdacht auf Gewalt hegt, kann sich in
einem ersten Anlauf anonym und unbürokratisch bei der Frauenhelpline
0800/222 555 Rat und Unterstützung holen. Wir informieren und beraten
darüber, welche Schritte gesetzt werden können und/oder welche
spezifischen Einrichtungen es gibt, die vor Ort konkrete Hilfe
anbieten. Die Beraterinnen der Frauenhelpline stehen für alle Fragen
rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Die Bevölkerung
sollte dieses Angebot verstärkt nutzen, damit Opfern von Gewalt
schneller geholfen werden kann", sagt Rösslhumer und fügt hinzu, dass
es dabei nicht um nachbarschaftliche Bespitzelung geht, sondern dass
der Gedanke zu helfen im Vordergrund steht.
Allein im Jahr 2010 mussten weit über 3.000 Frauen und Kinder in
Österreich Schutz vor häuslicher Gewalt in einem der 26 autonomen
österreichischen Frauenhäuser suchen. Viele der betroffenen Frauen
und Kinder leben in Verhältnissen, aus denen sie sich aus eigener
Kraft nicht befreien können. Sie brauchen Hilfe von außen. "Es ist
besser einmal zu viel als einmal zu wenig anzurufen. Dies beruhigt
nicht nur das eigene Gewissen, sondern hilft in vielen Fällen Gewalt
im Vorfeld zu erkennen und zu verhindern, resümiert Rösslhumer."
Es gibt keine Garantie zur Verhinderung von Gewaltverbrechen in
der Familie und im sozialen Umfeld, aber eines steht fest: Erst wenn
das Verleugnen und Verdrängen aufhört, kann geholfen werden.
Informationen über die Frauenhelpline: www.frauenhelpline.at
Informationen über den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser:
www.aoef.at
Rückfragehinweis:
Maria Rösslhumer (AÖF - Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser / Geschäftsführung)
Tel. 01/544 08 20
Mobil: 0664/793 07 89
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