• 25.08.2011, 16:20:30
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Forschung braucht Infrastruktur!

Rat für Forschung und Technologieentwicklung startet heute im Internet eine Diskussionsplattform zum Thema "Forschungsinfrastruktur"

Alpbach, Wien (OTS) - Der Rat für Forschung und
Technologieentwicklung hat heute seine webbasierte "Plattform
Forschungsinfrastruktur" (www.forschungsinfrastruktur.at) vorgestellt
und eröffnet.
Ziel dieser Initiative ist es, österreichweit sowohl eine
effizientere Nutzung als auch einen künftig stärker koordinierten
Ausbau der Forschungsinfrastruktur zu ermöglichen. "Mit Hilfe der
Plattform wird es möglich sein, sich einen besseren Überblick über
geplante Projekte zu verschaffen und frühzeitig Kooperationen zu
fördern", erläutert Rektor Univ.-Prof. Dr. Skalicky,
stellvertretender Vorsitzender des Forschungsrates.
Dr. Karin Schaupp, Unternehmensberaterin und Mitglied des
Forschungs-rates, ergänzt: "Durch die mittels der Plattform
ermöglichte Transparenz können künftig jene Best Practice Modelle
leichter definiert und präsentiert werden, die für den Aufbau und den
Betrieb von Großforschungs-infrastrukturen beispielgebend sind."
Zur Realisierung dieser Ziele werden die Resultate und Ergebnisse
einer vom Forschungsrat beauftragten Studie (durchgeführt von Austin,
Pock & Partners) sowie eines im Mai d.J. abgehaltenen Workshops mit
Hilfe von Web 2.0-Technologien einer größeren Community zur
Diskussion gestellt. Die Ergebnisse dieses Konsultationsprozesses
sollen dann in zukünftige Planungen einfließen und werden auch in
Form einer Publikation vom Forschungsrat zur Verfügung gestellt
werden.

Langfristig könnte die Web-Plattform die Planungen der handelnden
Organisationen effizient unterstützen und Kooperationen hinsichtlich
der Nutzung vorhandener Forschungsinfrastrukturen fördern. Zudem
kann sie als Basis für Entscheidungen betreffend Errichtung bzw.
Ausbau von überregionalen und nationalen Forschungs-infrastrukturen
dienen.

Der Forschungsrat wird daher regelmäßige Abstimmungsgespräche der
wesentlichen Akteure initiieren, und bietet künftig dazu den
unterschiedlichen Organisationen bzw. deren VertreterInnen diese
Plattform an.

Sinnvoller Ausbau und effiziente Nutzung der
Forschungs-infrastruktur brauchen künftig bessere Koordination
Auf Basis einer vom Forschungsrat beauftragten Erhebung der
öster-reichischen Forschungsinfrastruktur stellt sich die
österreichische Situation im Bereich der Forschungsinfrastruktur
derzeit folgendermaßen dar:

- 63% aller erhobenen Forschungsinfrastrukturen sind den Hochschulen
  zuzuordnen.
- Die thematischen Schwerpunkte "Life Sciences", "Nano- und
  Materialwissenschaften" sowie "Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit"
  stellen 53% aller im Rahmen der Studie genannten
  Forschungsinfrastrukturen.
- Forschungsinfrastrukturen konzentrieren sich auf Universitäts- und
  Industriestandorte.
- 54% der genannten bestehenden Forschungsinfrastruktur wurde in den
  vergangenen fünf Jahren angeschafft bzw. in Betrieb genommen.
- Mehr als die Hälfte aller genannten bestehenden
  Forschungsinfrastrukturen weist Anschaffungskosten von <500 TEUR
  auf.
- Mehr als die Hälfte der Forschungsinfrastruktur wird zu einem
  überwiegenden Teil (80-100%) öffentlich finanziert. 
- 75% der Forschungsinfrastrukturen werden organisationsintern
  genutzt.
- Der Bedarf für neue Investitionen und Erweiterungen im Zeitraum
  2010 - 2014 liegt bei den erhobenen Organisationen bei ca. 250 Mio
  Euro jährlich und betrifft zu ca. 60% die öffentliche Finanzierung.

Dieser Befund lässt erkennen, dass verbesserte Planung und ein
effizienter Einsatz der für Forschungsinfrastruktur vorhandenen
Finanzmittel nur durch entsprechende Koordination von
Forschungsinfrastruktur-Vorhaben zwischen den unterschiedlichen
Organisationen erreicht werden kann. Zur besseren Planbarkeit gehören
aber auch langfristige Investitionszusagen, die alle Kostenfaktoren
über den gesamten "Lebenszyklus" miteinschließen. Fazit von Skalicky:
"Um unsere Forschung auf internationalem Standard halten zu können,
braucht es neben neuer Finanzierungsmodelle vor allem erhöhte
Koordinations- und Kooperationsbereitschaft. Hier wird die Plattform
Forschungsinfrastruktur einen wesentlichen Beitrag leisten können".

Rückfragehinweis:
DI Dr. Ludovit Garzik - Geschäftsführer des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
Tel: +43 (0)1 713 1414
E-Mail: [email protected]

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