- 25.08.2011, 12:27:18
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Angestellte Ärzte: Empörung über VKI-Erhebung zeugt von Doppelmoral
Privatversicherte Patienten bringen dem Gesundheitssystem mehr als 1 Milliarde jährlich
Wien (OTS) - Der stellvertretende Bundesobmann der angestellten
Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Robert Hawliczek,
weist die Empörung über die angebliche Zwei-Klassen-Medizin bei
Operationen gegen den Grauen Star als "Doppelmoral" zurück. Denn
privat zusatzversicherte Patienten würden mit deutlich mehr als einer
Milliarde Euro jährlich entscheidend zur Finanzierung
österreichischer Krankenanstalten beitragen. "Das ist gut so, denn
mehr Einnahmen bedeuten mehr Qualität und Kapazität und somit auch
kürzere Wartezeiten - und zwar für alle, auch für
Pflichtversicherte", so Hawliczek am Donnerstag in einer Aussendung.
Im Vorwurf, eine vom Patienten zu bezahlende Voruntersuchung in der
Privatordination des Primars zeitige frühere OP-Termine, sieht
Hawliczek eine Wahrnehmung des VKI, mit der man sich auseinander
setzen werde, sobald Beweise auf dem Tisch lägen. Plausibel sind
diese Vorhaltungen für den Ärztevertreter jedenfalls nicht, da
Operationen durch den Chef in einem öffentlichen Spital sogar längere
Wartezeiten mit sich bringen könnten, weil Primarärzte in der Regel
ungleich mehr Verpflichtungen hätten als andere Fachärzte.
Zur Studie selbst meint Hawliczek, es sei verzerrend, dass
ausgerechnet die OP-Termin-Vergabe bei Grauem Star untersucht wurde.
Katarakt entwickle sich langsam über Jahre, sodass die zitierten
Wartezeiten medizinisch irrelevant seien. Das gelte in der Regel auch
für die im gleichen Zusammenhang immer wieder bemühten Hüft- oder
Kniegelenksoperationen, wo es allerdings auch schmerzhafte Ausnahmen
gebe. Handle es sich z.B. um Schmerzen oder Krebsoperationen, wäre es
ethisch völlig unvertretbar, Privatversicherte vorzureihen. Das
passiere in Österreich auch nachweislich nicht - im Gegensatz zu
anderen Ländern. Für Hawliczek sind Wartezeiten in den Spitälern ein
Ergebnis des intensiven Sparkurses, der von "Populismus und
Doppelmoral getrieben, ohne Rücksicht auf Verluste" fortgesetzt
werde. (ar)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Andrea Riedel
Tel.: (++43-1) 513 18 33-45
Mail: [email protected]
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