• 25.08.2011, 10:45:34
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  • OTS0077 OTW0077

Notfall NÖ Ärztedienst

Reanimationsversuche der NÖ Ärztekammer bleiben nicht wirkungslos

Wien (OTS) - Seit dem Jahr 2000 steht in Niederösterreich den
Patienten der NÖ Ärztedienst, eine funktionierende nächtliche
Versorgung während der Woche von 19 Uhr bis 7 Uhr, zur Verfügung.
Diese Einrichtung wird vom Land NÖ, der NÖ Gebietskrankenkasse,
Rettungsorganisationen, Notruf NÖ und der NÖ Ärztekammer getragen.
Der Patient kann über die Rufnummer 141 einen Arzt in der
Telefonzentrale erreichen. Wenn ein ärztlicher Hausbesuch
erforderlich ist, stehen in 35 Regionen Visitenärzte zur Verfügung.
Damit ist zusätzlich zum Wochenend- und Feiertagsbereitschaftsdienst
der Kassenvertragsärzte eine nächtliche Versorgung der Patienten
durch Allgemeinmediziner sichergestellt.

Seit der Etablierung des NÖ Ärztedienstes im Jahr 2000 ist es zu
mehrfachen technischen und strukturellen Veränderungen im
Einvernehmen aller Vertragsparteien gekommen. Diese Anpassungen und
insbesondere die finanziellen Rahmenbedingungen sowie der zunehmende
Ärztemangel führen mittlerweile zu Ressourcenproblemen bei der
Aufrechterhaltung des Systems. Die Fortführung des NÖ Ärztedienstes
setzt weiterhin die Dienstbereitschaft qualifizierter Ärzte voraus,
die jedoch aufgrund ähnlich gelagerter Bereitschaftsdienste mit
besseren Rahmenbedingungen (besserer technischer und medizinischer
Support und etwa doppeltes Honorar für gleichen Nachtdienst) nicht
gegeben ist.

Verbesserungsvorschläge der Ärztekammer nur teilweise
umgesetzt

Der Wunsch der Ärzteschaft wäre natürlich die Gleichstellung der
Systeme, sowohl der Rahmenbedingungen als auch der Honorare für Ärzte
im Nachtdienst. Dr. Gerrit Loibl, Vizepräsident der NÖ Ärztekammer
und Leiter des Referates für Notfall- und Rettungsdienste sowie
Katastrophenmedizin und Bereitschaftsdienst: "Dass dies nur ein
langfristiges Ziel sein kann, liegt auf der Hand. Um die Versorgung
der Bevölkerung aufrecht zu erhalten, hat die Ärztekammer einer
vorläufigen Verlängerung des Projektes zugestimmt. Es ist nunmehr
möglich, dass zwei geographisch zusammenhängende Regionen von einem
Arzt betreut werden, da es immer schwieriger wird, für jede einzelne
Region einen Visitenarzt für die Betreuung zu den bestehenden
Bedingungen zu finden. Die anderen von der Ärztekammer
ausgearbeiteten Verbesserungsvorschläge, sowohl auf struktureller als
auch finanzieller Ebene, wurden vom Land NÖ nicht einmal zur
Diskussion gestellt."

"Diese vorläufige Verlängerung stellt jedoch nur eine
provisorische Lösung dar. Insbesondere der sich verschärfende
Ärztemangel und der sich daraus ergebende medizinische
Versorgungsengpass der Bevölkerung bedeuten, dass das bestehende
System mit diesen Rahmenbedingungen nicht aufrecht erhalten werden
kann. Die NÖ Ärztekammer schließt daher eine darüber hinaus gehende
Verlängerung aus, weil dadurch dringend notwendige Reformmaßnahmen
nicht verhandelbar sind. Ein ewiges Fortschreiben einer veralteten
Vertragsstruktur dient nicht dem Ziel einer verbesserten
Patientenversorgung, weshalb wir das Projekt zum 31. Dezember 2012
aufkündigen werden", so Dr. Loibl weiter.

Medizinische Versorgung vorerst aufrecht

Die Ärztekammer wird in den kommenden Monaten intensiv versuchen
einerseits auf dem Verhandlungsweg ein zukunftsfähiges System zu
schaffen und andererseits die notwendige Anzahl an Callcenter- und
Visitenärzten mittels Inseraten in mehreren Zeitungen
bereitzustellen, um die bestmögliche Versorgung der
niederösterreichischen Patienten zu gewährleisten. "Ob die gegebenen
Bedingungen einen tatsächlichen Anreiz für die Ableistung eines
hochqualifizierten Nachtdienstes bilden, ist zweifelhaft, doch können
diese von der Ärztekammer nicht einseitig abgeändert werden", so
Vizepräsident Loibl abschließend.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at

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