- 24.08.2011, 12:44:20
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JW-Roth in Alpbach: Pensionssystem mit Realismus reformieren - parteipolitische Schranken überwinden
Experten diskutieren über Gerechtigkeit im Pensionssystem
Wien (OTS/PWK604) - Beim Arbeitskreis zum Thema "Gerechtigkeit
im Pensionssystem: Ein (un-)lösbares Dilemma?" diskutierte
JW-Bundesvorsitzender Markus Roth bei den Alpbacher Reformgesprächen
mit Experten wie Christine Mayrhuber (Wirtschaftsforschungsinstitut),
und Interessenvertretern wie der Vorsitzenden des Wiener
Seniorenbunds, Ingrid Korosec, und Adolf Buxbaum (Arbeiterkammer
Wien) die auseinanderklaffenden Bedürfnisse der Generationen.
Professor Bernd Marin machte eindrucksvoll die Dringlichkeit von
Reformen deutlich: "In Österreich ist schon heute jede dritte
Pensionsleistung nicht durch Beitragsleistungen gedeckt." Der
Zuschuss aus dem Budget zum Pensionssystem betrage heuer rund 14 Mrd.
Euro, und der Finanzierungsbedarf - "das Pensionsloch" - wird nach
aktuellen Berechnungen alleine durch die Zunahme der Lebenserwartung
jedes Jahrzehnt um 2,5 Mrd. Euro wachsen.
Roth: "Ich sehe große Einigkeit in der Erkenntnis, dass
Reformbedarf besteht. Die parteipolitischen Schranken verhindern in
der Tagespolitik viele notwendige Reformschritte." Die Entscheidungen
über das Pensionssystem müssten von der Tagespolitik abgekoppelt
werden. Er definierte den Begriff "Vertrauensschutz" ironisch so,
dass Politiker Dinge versprechen und dann darauf vertrauen könnten,
dass sie von denen, die profitieren, wiedergewählt werden. "Damit
muss Schluss sein. Für mich gilt: Anpassung der Pensionen im
gesetzlichen Ausmaß - und das wars. Gefragt sind nachhaltige
Lösungen, die langfristig halten und realistisches wirtschaftliches
Denken", betonte der JW-Bundesvorsitzende.
AK-Vertreter Buxbaum verwies auf Prognosen bis 2060, wonach der
Aufwand für die Beamten langfristig sinken würde und hofft auf mehr
Gesundheitsprävention, um ein längeres Erwerbsleben möglich zu
machen. Er sieht Einigkeit auf europäischer Ebene, wo von den
Sozialpartnern im Wirtschafts- und Sozialausschuss soziale
Infrastruktur und die Belebung des Arbeitsmarktes als wichtigste
Maßnahmen zur Lösung des Problems der Alterssicherung gesehen werden.
Seniorenvertreterin Korosec kann sich jährliche Anpassungen des
Pensionsalters an die Lebenserwartung vorstellen. Das "geheimnisvolle
Wesen Pension" brauche Einfachheit und Transparenz. Die Zusammenhänge
von Bildungsbereich, Arbeitsmarkt und Pensionssystem müssen stärker
bedacht werden, die junge Generation müsse sich auch Anforderungen
wie etwa lebenslangem Lernen stärker stellen. (PM)
Rückfragehinweis:
Junge Wirtschaft Österreich, Wiedner Hauptstr. 63, 1045 Wien
Mag. Roman Riedl
Tel.: Tel.: 0590900-3508
mailto:[email protected]
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