• 23.08.2011, 17:28:24
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SP-Mailath zum Hochschulplan: Nicht weniger Studenten, sondern mehr Geld!

Studenten und Hochschulen sind einzubinden

Wien (OTS) - "Hinter dem Hochschulplan, steht offenbar der Wunsch
einen privaten und einen öffentlichen, stiefkindlich behandelten
Hochschulbetrieb zu schaffen. Langfristig steckt dahinter die
Abschaffung des freien Bildungszugangs. Dabei müsste es Ziel einer
zukunftsorientierten Hochschul-Politik sein, mehr Akademiker zu
bilden, nicht weniger. Ebenfalls fehlt mir die Mitsprache der
Hochschulen und ihrer Studenten bei der Erstellung des Plans", so
Wiens Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

"Sich für Studierende immer weitere Hürden und Beschränkungen
einfallen zu lassen, hält den Wissenschaftsstandort Wien nicht fit
für die Zukunft. Österreich hat bekanntlich international und im
OECD-Vergleich eine geringe Akademikerquote. Nur 25 Prozent eines
Altersjahrgangs schließen bei uns ein Hochschulstudium ab, im
EU-Schnitt sind es 38 Prozent.
Hinzu kommt, dass die Chance eines Akademikerkindes auf einen
Uni-Abschluss 2,5 mal höher ist, als bei Gleichaltrigen aus einer
Nicht-Akademiker Familie. Hier gibt es Strukturprobleme, die weder
durch Studiengebühren, Studienplatzfinanzierungen,
Zugangsbeschränkungen oder einer aberwitzigen Junktimierung der ÖVP
mit dem Thema der Neuen Mittelschule zu tun haben", so Wiens
Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.

Um das Fortbestehen der Bildungsqualität zu garantieren, brauche es
vor allem einen Plan zur Finanzierung der Unis. Im Herbst sei an der
Uni Wien mit einem wachsenden Anteil von bis zu 97.000 Studierenden
zu rechnen. "Von Seiten des Bundes sind hier die nötigen Mittel
bereit zu stellen. Um gute Studienbedingungen herzustellen ist
jedenfalls eine internationale Lösung notwendig. Das EU-weite
Mobilitätsrecht von Bürgern und Studenten kollidiert mit der rein
national geregelten Finanzierung der Hochschulsysteme. Heinz Engl,
der designierte Rektor der Universität Wien, wies im Fall der
mangelnden Finanzierung durch den Bund auf den möglichen Verlust
diverser Studienrichtungen hin. Die Lage ist so ernst, dass es selbst
dann mehr Geld bräuchte, wenn man die Zahl der Studierenden
einfrieren würde. Davon ist im Hochschulplan nichts zu lesen."

"Ich bekenne mich zum freien Zugang zur Bildung. Demgegenüber werden
die im Hochschulplan vermeldeten 500 Euro als `bescheidener
Semesterbeitrag` bezeichnet. Das ist nicht nachvollziehbar und würde
wohl in zahlreichen Mehrkindfamilien wieder dazu führen, dass nur ein
Kind die Ausbildung finanziert bekommt. In Europa gibt es in den
letzten Jahren übrigens einen Trend zur Abschaffung von
Studienbeiträgen. 14 von 29 Ländern heben sie derzeit ein - im
Studienjahr 2007/8 waren es noch 18 von 29 Ländern. Zur Finanzierung
der Unis taugen Studiengebühren jedenfalls nicht, sondern bestenfalls
dazu, dass finanziell schwächeren Studenten der Atem früher ausgeht",
so Mailath abschließend.

Rückfragehinweis:

Mag. Daniel Benyes
   Mediensprecher des Stadtrates für Kultur und Wissenschaft
   Friedrich Schmidt-Platz 5, 1082 Wien
   Tel.: 01/4000 81192
   mailto:[email protected]
   
   http://www.mailath.at
   www.facebook.com/andi.mailath

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