• 22.08.2011, 11:53:42
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Stöger plant Kinderimpfkonzept zu erweitern: Neue Gratis-Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken

Ab 2012 - wichtige Präventionsmaßnahme - Bund stellt Kostenanteil zur Verfügung

Alpbach (OTS/BMG) - Ab 2012 plant Minister Stöger (SPÖ) das
Impfkonzept für Kinder um zwei Gratis-Impfungen zu erweitern. Das
kündigte der Gesundheitsminister im Rahmen der Alpbacher
Gesundheitsgespräche an. "Ich werde den Bundesanteil an finanziellen
Mitteln zur Verfügung stellen", zeigt sich Stöger erfreut. "In
Zukunft sollen damit Gratis-Impfungen gegen Pneumokokken und
Meningokokken für alle Kinder ermöglicht werden", so Stöger und er
ergänzt: "Diese Präventionsmaßnahme stellt einen weiteren wichtigen
Schritt zur Verbesserung der Kindergesundheit dar und entspricht
einer langjährigen Empfehlung des Obersten Sanitätsrates. "

Meningokokken

In Österreich treten jährlich bis zu 100 schwere
Meningokokkenerkrankungen insbesondere bei Kleinkindern und
Jugendlichen auf. Bis zu 13 von 100 dieser Patienten versterben an
den Folgen ihrer Infektion. Die Sterblichkeit ist über den
Beobachtungszeitraum der letzten 10 Jahre steigend. Bei den
Überlebenden bleiben oft schwere Gesundheitsschäden.
Seit 2011 steht in Österreich erstmals ein für den Einsatz im
Schulalter geeigneter neuer konjungierter Impfstoff zur Verfügung.
"Wir hoffen mit der flächendeckenden Durchimpfung an Österreichs
Schulen ab dem Jahr 2012 die Zahl der Neuinfektionen mit sofortiger
Wirkung zurückzudrängen", so Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der
Sektion III im Gesundheitsministerium.

Pneumokokken

Bereits seit dem Jahr 2004 wird die Pneumokokkenimpfung für
Risikokinder kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hier gibt es eine
praktisch 100-prozentige Impfbeteiligung der von der Risikodefinition
erfassten Kinder (etwa 10% eines Geburtenjahrgangs).
Pro Jahr meldet die nationale Referenzzentrale mehr als 300
Pneumokokken-bedingte invasive Erkrankungen österreichweit mit einer
Sterblichkeit von 7%. Auch kommt es häufig zu bleibenden Folgeschäden
wie Hörverlusten, Entwicklungsschwächen oder Konzentrationsschwächen.

Neben diesen sehr schweren Formen der Pneumokokken-Erkrankungen kommt
es auch zu einer hohen Zahl sonstiger Pneumokokken-bedingter
Erkrankungen, insbesondere Lungenentzündungen und akute
Mittelohrentzündungen. "Diese meist wiederkehrenden
Mittelohrentzündungen stellen oftmals eine große Belastung für die
betroffenen Familien und die medizinische Versorgung dar", so
Minister Stöger.

Über das Kinder-Impfkonzept:

Die Weiterentwicklung der Impfstoffe in den neunziger Jahren hatte
dazu geführt, dass immer mehr Kombinationsimpfstoffe auf den Markt
kamen. Die Preise dieser Produkte waren jedoch für viele Eltern nicht
mehr tragbar.
Daher wurde im Jahre 1997 von Gesundheitsministerin Hostasch (SPÖ)
das Impfkonzept ins Leben gerufen mit dem klaren Ziel, dass alle in
Österreich lebenden Kinder Zugang zu den volksgesundheitlich
wichtigen Impfungen haben ohne dass dafür den Erziehungsberechtigten
Kosten erwachsen. Die Aufteilung der Gesamtkosten des
Kinderimpfprogramms beträgt seither 2/3 Bund, 1/6 Länder, 1/6
Sozialversicherungen.
Die Prioritäten wurden einerseits auf sehr häufig vorkommende
Erkrankungen, andererseits auf seltene, sehr schwer verlaufende
Krankheiten gesetzt. Eine weitere Vorgabe war, dass man die Kinder
mit möglichst wenigen Stichen gegen diese Krankheiten schützt.
Die eingesetzten Arzneispezialitäten werden dabei laufend nach dem
Stand des Wissens neu evaluiert. Bei Bedarf werden nach Anhörung von
Experten und wirtschaftlicher Prüfung Änderungen im Impfkalender
durchgeführt oder zusätzliche Impfungen aufgenommen.
Die letzte Neueinführung innerhalb des Impfkonzepts war die Impfung
gegen Rotaviren 2007. Bereits im ersten Jahr nach der Einführung sind
die hierdurch bedingten Spitalsaufnahmen bei Kleinkindern um 75%
gesunken. Diese Schluckimpfung wurde spontan von über 80% der Eltern
positiv angenommen.
Im Rahmen des von Minister Stöger ins Leben gerufenen
Kindergesundheitsdialoges stehen Präventionsmaßnahmen an oberster
Stelle. Auch in der Entwicklung der bundesweiten
Rahmen-Gesundheitsziele zählen Gesundheitsförderung und Prävention zu
einer der vordergründigsten Themen.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Gesundheit
   Thomas Kvicala, Pressesprecher
   Radetzkystraße 2, 1030 Wien
   Tel.: +43/1/71100-4506
   mailto:[email protected]
   http://www.bmg.gv.at

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