- 22.08.2011, 11:00:33
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Arbeitsmarktpolitik für Migrantinnen und Migranten
Das AMS verstärkt seine Bemühungen um Integration
Wien (OTS) - Integration und dabei insbesondere die
Arbeitsmarktsituation von Personen mit Migrationshintergrund ist in
den letzten Jahren immer mehr in das Blickfeld der Politik gerückt.
Bereits lange vor der Öffnung des Arbeitsmarktes für Personen aus den
neuen EU-Mitgliedstaaten spielte die aktive Arbeitsmarktförderung
seitens des Arbeitsmarktservice eine wichtige Rolle bei der
Verbesserung der Beschäftigungsschancen von in Österreich ansässigen
Personen mit Migrationshintergrund.
In seinen arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben hat BM Rudolf
Hundstorfer das AMS nun beauftragt sich künftig spezifisch und
verstärkt auch um diesen Personenkreis zu kümmern. Durch ein neu
entwickeltes Konzept der Definition von Migrationshintergrund, das
abweichend von der Konzeption der Statistik Austria nicht auf den
Geburtsort, sondern auf Staatsbürgerschaftsdaten abstellt, ist es
seit kurzem dem Arbeitsmarktservice nun auch möglich, diesen
Personenkreis statistisch darzustellen. Das Konzept des AMS basiert
auf der Staatsbürgerschaft bzw. einem dokumentierten
Staatsbürgerschaftswechsel. Demnach sind lt. Definition des AMS
Personen mit Migrationshintergrund der 1. Generation jene, die
entweder keine österreichische Staatsbürgerschaft haben oder seit
ihrem Aufenthalt die österreichische Staatsbürgerschaft erworben
haben. Die 2. Generation wird durch eine aktuelle oder frühere
Mitversicherung bei Personen der 1. Generation erfasst.
Eine erste Sonderabfrage für das Jahr 2010 brachte folgende
Ergebnisse: Im Jahr 2010 waren 16,6% bzw. rd. 543.000 aller
beschäftigten Personen, Personen mit Migrationshintergrund. Die
besonderen Arbeitsmarktprobleme dieser Zielgruppe zeigen sich klar
bei den Arbeitslosenzahlen, so waren durchschnittlich rund 79.000
Personen mit Migrationshintergrund im Jahr 2010 arbeitslos. Das
entspricht einem Anteil von 31,4% an allen arbeitslosen Personen.
"Eine durchschnittlich niedrigere Ausbildung, schlechte
Sprachkenntnisse, ein höherer Anteil der Beschäftigung in
Saisonbranchen, fehlende Netzwerke und Marktkenntnisse sind nur
einige der Ursachen dafür" so das Arbeitsmarktservice.
Wie beide Vorstände Herbert Buchinger und Johannes Kopf in einer
Pressekonferenz gemeinsam mit Bundesministers Hundstorfer am heutigen
Tage betonten, wurden bereits auch bisher zahlreiche Aktivitäten vom
AMS für diese Personengruppe gesetzt. 34% der Fördermittel des AMS
kamen im Jahr 2010 Personen mit Migrationshintergrund zugute.
Die Maßnahmen des AMS umfassen vor allem vorgelagerte Deutschkurse
bzw. spezielle Beratungsangebote durch vom AMS finanzierte
Migrantenvereine. Weiters werden muttersprachliche
Erstinfoveranstaltungen und fremdsprachige Informationsmaterialien
eingesetzt. Darüber hinaus stehen selbstverständlich sämtliche
sonstigen berufsfachlichen Förderangebote des AMS auch dieser
Zielgruppe wie allen Arbeitssuchenden zur Verfügung.
Neben der Tatsache, dass auch zunehmend einzelne Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des AMS über Sprachkompetenzen in den wichtigsten
MigrantInnensprachen verfügen, beschäftigt sich die
MitarbeiterInnenweiterbildung im AMS verstärkt auch mit
interkulturellen Kompetenzen. Die Beratung in den Geschäftsstellen
des AMS wird jedoch nahezu ausschließlich in Deutsch abgehalten, nur
in Ausnahmefällen helfen Dolmetschdienste oder verfügbare
Berater/innen mit ihren Fremdsprachenkompetenzen. Es ist nach
Ansicht des AMS überaus wichtig, die Kundinnen und Kunden von der
Notwendigkeit des Erlernens der deutschen Sprache zu überzeugen, da
dies eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen
Berufseinstieg ist.
Rückfragehinweis:
Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich, Bundesgeschäftsstelle
Dr. Ernst Haider
Tel.: +43 1 33178-527, 0664-88589726, Fax: (01)33178-151
mailto:[email protected]
http://www.ams.at
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