Der Verzicht auf eine Lebensader (von Michaela Geistler-Quendler)
Ausgabe 21. Aug. 2011
Klagenfurt (OTS) - Eigentlich ist ja jede Kritik an einem System
obsolet, in dem sich dieses Wort von selbst verbietet. Schließlich
hat man es bei der katholischen Kirche nicht mit einem demokratischen
Gefüge zu tun, wie es sich zumindest in Teilen der Welt als
Normalität etabliert hat. Vielmehr stehen die Gläubigen einem feudal
geprägten, streng hierarchischen Machtapparat gegenüber, der seinen
eigenen Gesetzen genügt und sich durch jahrtausendelang erprobte
Immunität gegen Veränderungen "auszeichnet". Die Botschaft, die man
und vor allem frau daraus entnehmen könnte, wäre simpel: Im System
lässt sich nichts bewegen - wozu also es überhaupt versuchen. Doch
die Kirche, wie sie im Alltag wahrgenommen wird, lebt genau von
diesen Menschen, die sich ihrer inneren Logik verweigern, indem sie
eine Diskussion einfordern. Die Amtskirche glaubt offenbar weiter auf
diese Lebensader verzichten zu können.














