- 19.08.2011, 13:36:21
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Blecha ad Kurz: Was wir brauchen, ist eine Arbeitsreform
Die Teuerungsanpassung der Pensionen ist keine Erhöhung
Wien (OTS/SK) - In einer Reaktion auf die Aussagen von
Staatssekretär Kurz, eine Pensionserhöhung an eine Pensionsreform zu
koppeln, erklärte Pensionistenverbands- und Seniorenratspräsident
Karl Blecha, "dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen soll".
Blecha: "Die Teuerungsanpassung bzw. Wertsicherung der Pensionen ist
keine Erhöhung! Das eine, die jährliche Pensionsanpassung ist
gesetzlich fixiert und unabdingbar - auch für die Wirtschaft, für den
Arbeitsmarkt und damit für die Jungen. Das andere ist eine Reform der
Arbeitswelt, damit die Menschen überhaupt in die Lage versetzt werden
können, länger im Erwerbsleben zu stehen. Denn nur dann wird das
faktische Pensionsantrittsalter steigen", so Blecha. ****
Der heuer den Vorsitz im Seniorenrat führende Blecha verwies auf den
unermüdlichen Kampf gegen die gängige Praxis der
Zwangspensionierungen und vor allem auf das vom Pensionistenverband
Österreichs ausgearbeitete Programm "Gesund länger arbeiten": Dieses
sieht unter anderem vor:
* Gesunde, altersgerechte Arbeit und Arbeitsgestaltung, etwa durch
ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, gesunde und sichere
Arbeitsbedingungen und altersgerechte Arbeitszeitgestaltung.
* Ganz zentral ist die verpflichtende betriebliche
Gesundheitsvorsorge. Hier soll ein Schwerpunkt auf psychische
Erkrankungen gelegt werden, denn bereits 44,5 Prozent der
Frühpensionierungen haben ihren Ursprung in psychischen Erkrankungen
wie beispielsweise "Burn-Out". Dazu müssen die Programme "fit2work"
bzw. "Fit für Österreich" verstärkt werden. "Eine Rehabilitation oder
Psychotherapie muss bereits vor Antrag auf eine Pension erfolgen",
betonte Blecha.
* Das Recht auf Reduktion der Arbeitszeit für ältere Arbeitnehmer.
"Es ist besser, man ist kurz beschäftigt als zu früh in Pension", so
der PVÖ-Präsident.
* Ein Malus für Arbeitgeber, die ältere Beschäftigte kündigen, und
Zuschüsse für Dienstgeber bei Weiterbeschäftigung gesundheitlich
eingeschränkter Arbeitnehmer.
* Sofort umsetzbar ist die Einführung eines Frühpensions-Monitoring.
Dabei geht es um ein strukturiertes Erfassen aller Ursachen,
Begründungen, Befundungen, Alter, Art der Erwerbstätigkeit,
Firmenbranche bzw. Örtlichkeit der Frühpensionierungen, um
weitergehende Maßnahmen und Strategien zur Anhebung des
Frühpensionsalters zu erarbeiten und darum, auf Basis dieser
Informationen Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Blecha zu Kurz: "Wir Pensionistenvertreter sind 'laut', weil wir
Maßnahmen fordern, um das faktische Pensionsantrittsalter an das
Regelpensionsalter heranzuführen. Weil wir Maßnahmen fordern, um zu
verhindern, dass Betriebe ältere Menschen frühzeitig aus dem
Erwerbsleben drängen und wir sind dann laut, wenn es gilt, den
Pensionisten ihre Einkommen wertzusichern oder wenn ältere Menschen
ignoriert oder diskriminiert werden." (Schluss) sv/ele
Rückfragehinweis:
Andy Wohlmuth
Pensionistenverband Österreichs
Tel.: 0664/48 36 138
Email: [email protected]
Internet: www.pvoe.at
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