- 17.08.2011, 10:05:11
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NÖ: Vor allem Frauen beziehen Mindestsicherung
AKNÖ erneuert Forderung nach 14-maliger Auszahlung
Wien (OTS/AKNÖ) - In Niederösterreich beziehen vor allem Frauen
die Bedarfsorientierte Mindestsicherung. 60 Prozent der etwa 5.500
BezieherInnen der Mindestsicherung sind weiblich, zeigt eine erste
Zwischenbilanz. AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser fordert, dass die
Mindestsicherung 14-mal statt wie bisher 12-mal im Jahr ausbezahlt
wird.
Etwa 5.500 NiederösterreicherInnen haben im Schnitt im ersten
Halbjahr 2011 die Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) bezogen:
AlleinerzieherInnen, alte Menschen, die wegen mangelnden
Pensionsanspruchs nicht in Pension gehen können, Arbeitslose. "Die
Zahlen zeigen eines: Armut ist in Niederösterreich weiblich", sagt
AKNÖ-Sozialexpertin Mag. Silvia Feuchtl. "60 Prozent der
BMS-BezieherInnen sind Frauen." Besonders deutlich fällt der
Geschlechterunterschied bei AlleinerzieherInnen aus. "Hier gibt es
fast keine Männer", sagt Feuchtl. Kaum weniger ausgeprägt ist es bei
einer zweiten Gruppe: "325 Frauen im pensionsfähigen Alter bekommen
Zahlungen aus der BMS, im Vergleich zu 73 Männern", sagt Feuchtl.
Bei anderen Gruppen fällt eine ausführliche Analyse schwer. "Leider
gibt es keine Daten, wie viele Menschen wegen niedrigen
Arbeitslosengeldes oder geringen Einkommens etwa bei einer
Teilzeitstelle BMS-Zahlungen bekommen", kritisiert die Expertin. "Nur
mit diesen Daten ließe sich die Zahl der Working Poor in
Niederösterreich abschätzen. Und das ist eine wichtige Voraussetzung
für treffsichere Sozial- und Arbeitsmarktpolitik."
Mit den vorhandenen Daten könne sie nur vermuten, dass ein großer
Teil der BezieherInnen die BMS als Zusatzzahlung bekommt und daher
viele BezieherInnen zu den Working Poor gehören: "Durchschnittlich
bekommen BezieherInnen 326 Euro. Das ist nicht mal die Hälfte der
Mindestsicherung. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die
EhepartnerInnen- oder Kinderzuschläge deutlich niedriger als die BMS
für Alleinstehende sind und daher in Mehr-Personenhaushalten weniger
Geld pro Person ausbezahlt wird, ist das ein Hinweis darauf, dass
auch viele Alleinstehende nicht zur Gänze von der Mindestsicherung
leben beziehungsweise leben können."
Der 1. September ist der erste Jahrestag der Einführung der BMS in
Niederösterreich: "Die erste Jahresbilanz sollte ordentlich gemacht
werden und genau diese Daten beinhalten."
Wieser: Mindestsicherung 14-mal im Jahr ist leistbar
AKNÖ-Vizepräsident Markus Wieser erneuert seine Forderung, dass die
BMS 14-mal im Jahr ausbezahlt wird, so wie die Pension. "Wer von der
Mindestsicherung leben muss, ist auf jeden zusätzlichen Euro
angewiesen. In Niederösterreich würde das etwa 5 Millionen Euro im
Jahr mehr kosten. Das ist leistbar."
Dass dadurch die BMS zur "sozialen Hängematte" würde, ist für Wieser
ein Schauermärchen: "Die NiederösterreicherInnen, die bisher die BMS
bezogen haben, haben großteils nach wenigen Monaten wieder Arbeit
gefunden. Das zeigt, dass die BMS vor allem eine Überbrückungshilfe
ist und ganz sicher nicht zum Faulsein verleitet."
Rückfragehinweis:
AKNÖ Arbeits- und Sozialrecht, Silvia Feuchtl
01/58883 - 1419
Aktuelle Informationen finden Sie auch unter noe.arbeiterkammer.at/presse
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