• 16.08.2011, 14:18:14
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Ortstafellösung 2011: "Durchbruch zum Aufbruch"

Eindrucksvolle Festveranstaltung im Wappensaal - Signal des guten Miteinanders

Klagenfurt (OTS/LPD) - Der 16. August 2011 ist ein historischer
Tag für Kärnten, ein 56 Jahre dauernder Streit um zweisprachige
Ortstafeln geht zu Ende. Vor der feierlichen Aufstellung der ersten
neuen zweisprachigen Ortstafeln in Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla und
Sittersdorf/Zitara vas lud heute, Dienstag, Landeshauptmann Gerhard
Dörfler zu einem Festakt in den Großen Wappensaal des Klagenfurter
Landhauses.

Der zweite Landtagspräsident Rudolf Schober begrüßte die
zahlreichen Ehrengästen unter ihnen Bundeskanzler Werner Faymann,
Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich und Staatssekreteär
Josef Ostermayer sowie den slowenischen Ministerpräsidenten Bohut
Pahor. Weiters Landeshauptmann Gerhard Dörfler, LHStv. Peter Kaiser
sowie die Landesräte Josef Martinz, Harald Dobernig und Beate
Prettner, den Minister für Auslandsslowenen, Bostjan Zeks,
Bundesratspräsidentin Susanne Neuwirth, Diözesanbischof Alois Schwarz
sowie Altlandeshauptmann Christof Zernatto und Alt-LHStv. Rudolf
Gallob.

Als erster Festredner sprach Bernard Sadovnik, Obmann der
Gemeinschaft der Kärntner Sloweninnen und Slowenen, von einem
bewegenden Moment. "Die neuen Ortstafeln sind eine Geste der
gutnachbarlichen Beziehungen und ein Zeichen einer gemeinsamen
Zukunftsgestaltung." Wichtig sei der Mehrwert für das Land mit der
Nutzung der kulturellen Vielfalt und Mehrsprachigkeit im
Dreiländereck Italien, Slowenien und Österreich.

Hauptverhandler Ostermayer bezeichnete das Ortstafelpaket als
beste Lösung, die je zustande gekommen sei. "Das Ergebnis ist ein
Sieg der Vernunft, ein Erfolg für Kärnten, für Österreich und für das
Verhältnis zum Nachbarland." Ostermayer dankte dem Bundeskanzler für
sein Vertrauen, die strategisch klugen Vorschläge sowie die Zeit und
Vizekanzler Michael Spindelegger, der ihn immer bestärkt habe, diesen
Weg weiter zu gehen. Besonderer Dank ging an den Kärntner
Landeshauptmann: "Ich habe ihn auf diesem Weg näher kennen gelernt,
er hat Handschlagqualität bewiesen", so Ostermayer. Weiters dankte
Ostermayer LHStv. Kaiser und den 24 Bürgermeistern, die das "große
Ganze über Bedenken" gestellt hätten, der Konsensgruppe, den
Slowenenvertretern Valentin Inzko, Bernard Sadovnik und Marjan Sturm,
sowie den Heimatverbänden, Parteienvertretern und Vertretern
Sloweniens. Hervorgehoben wurde auch Rudolf Gallob, der immer zur
Lösung gestanden sei.

Dörfler sagte, dass der Durchbruch zum Aufbruch geschafft sei und
nun eine Straße in die Zukunft gebaut werden könne. "Mit dem
Ortstafelpaket bekommt keiner alles, aber alle bekommen viel",
erklärte Dörfler. Die Anwesenheit des slowenischen
Ministerpräsidenten Pahor bezeichnete Dörfler als hohe Auszeichnung.
"Wir sind jetzt in der Lage zu zeigen, dass zwischen Kärnten und
Slowenien eine vitale, friedliche Zukunft möglich ist." Die Idee der
grenzüberschreitenden Dreiländer-Ski-WM "Senza Confini" solle
weiterverfolgt werden. Die beste Volksgruppenförderung gebe es dann,
wenn die Menschen in ihrer Heimat leben und arbeiten können, sagte
Dörfler und verwies als Beispiel auf das erfolgreiche Bosch
Mahle-Turboladerwerk in der Marktgemeinde Feistritz bei Bleiburg, mit
2500 Arbeitsplätzen.

Berlakovich betonte, die Ortstafeln seien ein Symbol für das
friedliche Miteinander sowie ein Zeichen der Vielfalt und kein
Geschenk der Mehrheit an die Minderheit. Der Umgang mit Minderheiten
sei der Prüfstand für die Demokratie, so Berlakovich. Wichtig sei der
Neubeginn für eine moderne Volksgruppenpolitik und erfreulich sei,
dass es schon viele Projekte gebe. Besonderer Dank ging an Ostermayer
und Dörfler, der "eine neue Kärntner Dimension" eröffnet habe.
"Burgenland und Kärnten können als Modell für Europa herhalten", so
Berlakovich.

"Wir haben Raum und Zeit verändert durch unsere Taten", so der
slowenische Ministerpräsident. Diese Taten seien im Geist der
Toleranz und des Zusammenlebens geschehen. "Die Erfüllung des
Staatsvertrages ist ein wichtiges Zeichen für Slowenien", sagte
Pahor. Nun gehe man in die richtige Richtung der guten Nachbarschaft
und Toleranz. "Wir können auf diesen Tag alle stolz sein, er ist ein
Tor in die Zukunft", unterstrich der Regierungschef und dankte allen
an der Lösung Beteiligten.

Faymann sagte, er sei stolz Bundeskanzler in einem Land zu sein,
in dem bei Konflikten positiv aufeinander zugegangen und das
Gemeinsame vor das Trennende gestellt werde. "Noch nie hat es in
Europa eine so große Chance für ein friedliches Zusammenleben
gegeben", so Faymann. Basis dafür seien gegenseitiger Respekt und
Fairness sowie das Bewusstsein, dass jeder Mensch gleich viel Wert
sei. Auch der Bundeskanzler dankte allen für die konstruktive
Ortstafellösung, ganz besonders aber Dörfler und Ostermayer. "Ich bin
stolz auf Kärnten, auf die Entwicklung und das Zusammenleben, Kärnten
ist ein Vorbild in Österreich", so Faymann.

Schlusspunkt der Veranstaltung war die Verleihung des
Landesordens in Gold durch Dörfler an Ostermayer, der diesen mit Dank
und als Symbol für alle, die an der historischen Lösung mitgewirkt
hätten, entgegennahm. "Die Lösung war ein Gemeinschaftswerk", so
Ostermayer.

Musikalisch und gesanglich umrahmt wurde die Festveranstaltung
vom Bläserquartett der Polizeimusik, vom Grenzlandchor Arnoldstein
und vom Sänger Ossi Huber. Jasmin Jausz und Leah Pock aus Maria Rain
trugen ein Gedicht mit dem Titel "A Landle - zwa Sprochn" vor.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

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