- 16.08.2011, 11:08:10
- /
- OTS0071 OTW0071
Abfall als Geschäft - Illegale Sammler entziehen der österreichischen Wirtschaft Rohstoffe
Die kommunale Abfallwirtschaft klärt über illegale Abfallsammler auf
Wien (OTS) - "Durch die Tätigkeit von illegalen Sammlern entgehen
der österreichischen Abfallwirtschaft Einnahmen aus dem
Altstoffverkauf und der produzierenden Wirtschaft gehen wertvolle
Rohstoffe verloren", warnt Bgm. Josef Moser, der Obmann der ARGE
Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände. "Auch wenn in einem
EU-Forschungsprojekt der Universität für Bodenkultur die Fakten
anders dargestellt werden, bleibt die Tätigkeit dieser Personen, die
Abfälle aus Haushalten ohne Sammlergenehmigung sammeln,
gesetzeswidrig."
Der Burgenländische Müllverband reagiert seit Anfang Juli mit
einer Aufklärungskampagne gegen diese illegalen Sammlungen. Die dabei
auch eingeschaltete Polizei führt im Rahmen der Verkehrskontrollen
ebenso Überprüfungen nach dem Abfallwirtschaftsgesetz durch und hat
nun wiederholt Abfälle beschlagnahmt.
Der Geschäftsführer des Burgenländischen Müllverbandes, Johann
Janisch, erklärt den Grund für die Aufklärungskampagne: "Die
Aktivitäten der illegalen Sammler und auch die Beschwerden aus der
Bevölkerung und den Gemeinden haben zuletzt stark zugenommen. Es
kommt teilweise zu Belästigungen, Beschädigungen und
Verunreinigungen. Die Haushalte werden mittels Hauswurfsendung
aufgefordert, Gebrauchsgüter, die sie nicht mehr in Verwendung haben,
zur Sammlung vors Haus zu stellen. Viele Hauseigentümer folgen dieser
Aufforderung in der Hoffnung, nicht mehr benötigte Geräte ohne viel
Aufwand los zu werden. Sehr oft werden die zur Abfuhr bereit
gestellten Gegenstände jedoch nicht abgeholt bzw. suchen sich die
illegalen Sammler nur jene Dinge aus, die sie haben möchten. Der Rest
bleibt auf öffentlichem Grund zurück.Dies führt zu einer massiven
Beeinträchtigung der Umwelt und zu unnötigen Aufregungen in den
betroffenen Gemeinden. Die Illegalität dieser Handlung birgt ein
Haftungsrisiko für die Übergeber (Haushalte), die Übernehmer der
Abfälle (illegale Sammler) wie auch für die Gemeinden/Städte bzw. die
Gemeindeverbände. Die Aufklärungskampagne soll darauf hinweisen, dass
die Überlassung von Abfällen an illegale Sammler gesetzwidrig ist und
eine Umweltgefährdung darstellt, da weder der sachgemäße Umgang mit
den Abfällen noch deren umweltgerechte Entsorgung gewährleistet ist".
Mit dem Weiterverkauf der Waren und teilweise "bedenklichen
Verwertung" der Rohstoffe (hauptsächlich Metalle) verdienen sich vor
allem sozial schwache Gruppen aus Ungarn, Slowakei, Polen und anderen
östlichen Nachbarländern ihren Lebensunterhalt und werden daher von
Politikern ihrer Heimatländer unterstützt.
Das Konzept der Forscher an der Universität für Bodenkultur zur
Legalisierung dieser Sammlungen in Österreich ist aber praktisch
nicht umsetzbar, da der Abfallbegriff nach dem
Abfallwirtschaftsgesetz oder die Zulassungskriterien zur
Abfallsammelgenehmigung geändert werden müsste. Dies wird weder auf
EU-Ebene noch im österreichischen Umweltministerium beabsichtigt.
"Die österreichische Abfallwirtschaft kann nicht soziale Probleme in
Nachbarländern lösen", meint Obmann Moser.
Derzeit ist die kommunale Abfallwirtschaft aufgefordert, die
letzte Änderung der EU Abfallrahmenrichtlinie bezüglich einer
Verstärkung von Wiederverwendung und Reparatur umzusetzen. Daran wird
gearbeitet. Auf Altstoffsammelzentren sollen Lagerbereiche für die
Sammlung von noch gebrauchsfähigen oder reparaturwürdigen
Gegenständen geschaffen werden, die an Reparatur-Betriebe oder den
Gebrauchtwarenhandel weitergegeben werden. Bei diesen
Verwertungsstellen können alle Interessierte (auch Händler aus
Nachbarländern) zu günstigen Preisen gebrauchte Waren kaufen.
"Die kommunale österreichische Abfallwirtschaft ist im Interesse
der Bürgerinnen und Bürger bemüht, einen geordneten Umgang mit
Altstoffen und Abfällen so zu organisieren, dass weder die
Gesellschaft noch die Umwelt zu Schaden kommen", erklärt Moser
abschließend.
Rückfragehinweis:
ARGE österreichischer Abfallverbände p. A. ÖWAV, Marc Aurel-Straße 5 A-1010 Wien Ansprechpartner: ARGE-Bundes-Obmann Bgm. Ing. Josef Moser: [email protected] Tel.: +43664 6125020 ARGE-Bundeskoordinator Dr. Johann Mayr Tel.: +43664 390 97 20 E-Mail: [email protected] www.argeabfallverband.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ABF






