• 15.08.2011, 10:00:31
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WKÖ zur Spritpreisdatenbank: "Transparent, transparenter, Tankstellen"

Datenbank evaluieren und bei Nicht-Erfolg zurücknehmen - WKÖ-Roth: "Nutzen fraglich, Bürokratie haben wir genug" - WKÖ-Müller: "Service-Aspekt wird nicht beachtet"

Wien (OTS/PWK579) - Am 16. August startet die
Spritpreisdatenbank. Tankstellenbetreiber müssen ihre
Spritpreisänderungen in diese Datenbank einbetten. Die Preise dürfen
wie bisher nur einmal am Tag, nämlich um 12 Uhr mittags, erhöht
werden, danach sind nur mehr Preissenkungen möglich. Erhöhungen
müssen innerhalb von zehn Minuten, Senkungen binnen 30 Minuten
gemeldet werden. Sowohl der Fachverband der Garagen-, Tankstellen-
und Servicestationsunternehmungen sowie der Fachverband des
Energiehandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) stehen der
Datenbank kritisch gegenüber.

Zum einen sind die heimischen Tankstellen immer wieder aufgrund
der Spritpreise in der Kritik, hierzu hält Energiehandels-Obmann
Jürgen Roth fest: "Österreichs Sprit-Nettopreise sind unter den
niedrigsten Europas. An einem Liter Treibstoff verdient eine
Tankstelle gerade einmal fünf Cent. Den Löwen-Anteil kassiert der
Staat. Nämlich bis zu 70 Cent pro Liter an Mineralöl- und
Umsatzsteuer. Der Handel ist nur für etwa vier Prozent der
Treibstoffpreise verantwortlich. Der Rest ergibt sich aus Steuern und
den Produkteinkaufspreisen. Wenn also ehrliches Interesse an
niedrigeren Spritpreisen besteht, muss die Steuerschraube gelockert
werden." Unternehmen des Mineralölhandels sind mit der höchsten
Steuerbelastung am Produkt konfrontiert, die bis zu 60 Prozent des
Produktpreises ausmachen (MöSt, Pflichtnotstandsreserve, USt,
Road-Pricing, etc.).

Zum anderen wurde die Spritpreisdatenbank mit dem Argument der
Transparenz ins Leben gerufen. Auch das ist für Roth nicht
nachvollziehbar: "Keine Branche verfolgt eine transparentere
Preisgestaltung als die Tankstellen. Man stelle sich nur vor,
Wirtshäuser würden verpflichtet, ihre Bierpreise, so wie die
Tankstellen, mit weithin sichtbaren Leuchtschildern darstellen.
Bereits heute gilt daher: Transparent, transparenter, Österreichs
Tankstellen. Dadurch herrscht auch ein beinharter Wettbewerb, der den
Kunden zu Gute kommt, die Händler jedoch unter Druck setzt: Die
Margen sind extrem gering. Durch die Spritpreisdatenbank wird das
Transparenz-Niveau kaum weiter erhöht, allerdings steigt der
bürokratische und finanzielle Aufwand, der uns nicht ersetzt wird."

Der Energiehandel akzeptiert die Spritpreisdatenbank in seiner
aktuellen Form, erwartet sich jedoch eine Evaluierung binnen sechs
Monaten. Sollte der Konsument die Datenbank nicht annehmen, was sich
einfach durch die Zugriffe auf die Homepage der E-Control messen
lässt, muss die Spritpreisdatenbank zurückgenommen werden:
"Bürokratie haben wir in Österreich ohnehin mehr als genug, und der
Nutzen der Datenbank ist äußerst fraglich", so Roth.

Der Fachverband der Tankstellen in der WKÖ schließt sich der
Kritik an der Datenbank an: "Die Datenbank informiert die Konsumenten
nur über die billigsten Tankstellen. Es wird dabei nicht
differenziert, ob es sich um eine Bedienungsstation, eine
Selbstbedienungstankstelle oder um einen Tankautomaten handelt. Damit
bleibt der Service-Aspekt vollkommen außer Acht", betont Ferdinand
Müller, Obmann der Fachverbandes Garagen-, Tankstellen- und
Servicestationsunternehmungen. (AC/PM)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Fachverband Energiehandel 
   Obmann Mag. Jürgen Roth 
   Handy: 0664 / 35 87 000
   E-Mail: [email protected]
   
   Fachverband Garagen Tankstellen
   Obmann Ferdinand Müller 
   Handy: 0664 /46 05 432
   E: [email protected]

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