• 11.08.2011, 15:02:56
  • /
  • OTS0159 OTW0159

Blecha: Pensionisten sind nicht die ökonomischen Sündenböcke

Altersgerechte Arbeitswelt notwendig

Wien (OTS/SK) - "Dass die Pensionistinnen und Pensionisten zu viel
kosten, ist einmal mehr und endgültig widerlegt worden: Die Pensionen
sind in den letzten 15 Jahren um 24 Prozent gestiegen. Die
Wirtschaftsleistung unseres Landes ist aber um mehr als das Doppelte,
nämlich um 53 Prozent, gestiegen. Die altersbedingten Mehrkosten
entsprechen insgesamt nur rund zehn Prozent des Wirtschaftswachstums.
Die Pensionisten, die immer und für fast alles den ökonomischen
Sündenbock hergeben müssen, sind hiermit freigesprochen. Alle
selbsternannten Pensionsexperten, die gebetsmühlenartig in
bedrohlichen Szenarien von der Unfinanzierbarkeit der Pensionen und
von dramatischen Folgen aufgrund der Überalterung sprechen, mögen
dies zur Kenntnis nehmen", erklärte der Präsident des Seniorenrates
und Chef des Pensionistenverbandes Karl Blecha in Reaktion auf heute,
Donnerstag, veröffentlichte Daten aus dem Sozialministerium. Darin
heißt es, dass die Sozialquote trotz der steigenden Zahl älterer
Menschen bis zur Krise nicht angestiegen ist. ****

Klar zum Ausdruck kommt dabei, dass in erster Linie die
Wirtschaftsleistung und der Arbeitsmarkt die Hauptgrundlage für die
Finanzierung sozialstaatlicher Leistungen sind. Blecha fordert daher
erneut "eine Arbeitsreform statt einer Pensions-Kürzungs-Reform".
Dazu gehört laut Blecha die Reduzierung der Alters-Arbeitslosigkeit,
Qualifizierungsmaßnahmen, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und
Familie, der Kampf gegen das krankheitsbedingte, frühzeitige
Ausscheiden aus dem Erwerbsleben und gegen die Zwangspensionierungen.
"Heute schauen viele Betriebe nur darauf, dass sie ältere
Dienstnehmer möglichst schnell losbringen, hinausmobben, in die
Arbeitslosigkeit oder in die Pension abschieben", prangert Blecha an.

Altersgerechte Jobs notwendig

Die Verschiebung der Altersstruktur - die Babyboomer kommen in die
Jahre - ist für Blecha ein Grund zum Handeln: "Wir brauchen für diese
große Bevölkerungsgruppe altersgerechte Jobs. Denn durch den
gleichzeitigen Geburtenrückgang wird die Wirtschaft in kurzer Zeit
die Vorzüge älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schätzen
wissen: Erfahrung, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, kommunikative
Gesprächsführung, Zuverlässigkeit, Verantwortungsgefühl, kritisches
Denken, hohes Arbeitsbewusstsein, Stabilität und Loyalität zum
Betrieb." Laut Blecha wird die Wirtschaft rasch umdenken müssen:
"Menschen über 50 gehören nicht zum alten Eisen, sondern sind wichtig
als Mitarbeiter in Betrieben und auch als Konsumenten. Wir brauchen
umfassende Gesundheitsvorsorge-Programme und vor allem eine
Bildungsoffensive. Denn qualifizierte Arbeitskräfte sichern
Österreich seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und damit auch
den Sozialstaat", so Blecha. (Schluss) bj/ele

Rückfragehinweis:
Andy Wohlmuth
Pensionistenverband Österreichs
Tel.: 0664/48 36 138
Email: [email protected]
Internet: www.pvoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel