- 11.08.2011, 12:21:01
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Greenpeace-Messergebnisse aus Fukushima: Deutlich erhöhte Strahlung
Die Hälfte aller jüngst untersuchten Fisch- und Meeresfrüchte-Stichproben sind in hohem Maße kontaminiert
Wien / Fukushima (OTS) - Fünf Monate nach dem verheerenden
Reaktorunfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist die
Strahlenbelastung an der japanischen Küste deutlich erhöht, wie
jüngste Messergebnisse von Greenpeace-Experten ergeben. Die Hälfte
der getesteten Fisch- und Meeresfrüchte-Stichproben weisen demnach
deutlich erhöhte Strahlenwerte auf, in einem Fall wurde sogar eine
Kontamination von über 1000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt.
"Angesichts der aktuellen bedenklichen Messergebnisse wird deutlich,
dass die japanische Regierung das wahre Ausmaß der Katastrophe nach
wie vor herunter spielt und damit die Bevölkerung einer großen Gefahr
aussetzt. Es ist höchste Zeit, dass die Regierung transparent und
zuverlässig über die Strahlenexposition vor Ort und die Auswirkungen
auf japanische Lebensmittel informiert", fordert Niklas Schinerl,
Anti-Atomsprecher von Greenpeace.
Mit der Hilfe von einheimischen Fischern haben Strahlenexperten von
Greenpeace in den Häfen der Präfektur Iwaki Proben von Fisch und
Meeresfrüchten entnommen. Diese Proben wurden von den französischen
Labors ACRO und CRIIRAD analysiert. Dabei wurde ein hohes Maß an
radioaktiver Verstrahlung festgestellt, was deutlich macht, dass die
Küste vor Fukushima nach wie vor stark kontaminiert ist, wie
Greenpeace auf einer Pressekonferenz in Japan bestätigte.
Vier von acht Proben verschiedener Fischsorten haben den von der
Regierung festgelegten Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm
Strahlung überschritten. Die Untersuchungen an einem
"Kuromebaru"-Felsenbarsch ergaben sogar eine Kontamination von über
1000 Becquerel pro Kilogramm. Für den Greenpeace- Strahlenexperten
Jan van de Putte bedenklich: "Die Proben wurden von einheimischen
Fischern gefangen und von den Greenpeace-Experten vor Ort nach dem
Zufallsprinzip entnommen. Die Hälfte davon - also vier von acht
Stichproben - weisen eine deutlich erhöhte, besorgniserregende
Strahlenbelastung auf."
Auch wenn an der Küste von Fukushima der kommerzielle
Fischereibetrieb seit der Reaktorkatastrophe am 11. März 2011 zum
Stillstand gekommen ist, und die Fänge aus der Region nicht an den
Einzelhandel verkauft werden, ist eine detaillierte Kontrolle
unerlässlich. Jeglicher Konsum von lokalen Fisch und Meeresfrüchten
birgt ein Gesundheitsrisiko. Greenpeace fordert die Regierung deshalb
auf, durch detaillierte Kontrollen der von der Küste von Fukushima
stammenden Lebensmittel sicherzustellen, dass jeglicher Verkauf und
Konsum verstrahlter Produkte verhindert wird.
Weitere Informationen:
Die aktuellen Messergebnisse finden Sie unter
http://www.greenpeace.org/japan/Global/japan/pdf/110809GP_MarineResea
rch_Data.pdf
Das Video der Pressekonferenz finden Sie unter
http://www.ustream.tv/recorded/16530017
Rückfragehinweis:
Niklas Schinerl Anti-Atomsprecher Greenpeace Tel: +43 (0)664 61 26 704 mailto: [email protected] Melanie Aldrian Pressesprecherin Greenpeace Tel: +43 (0)664 61 26 725 mailto: [email protected]
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