• 10.08.2011, 10:15:14
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Indien: Schlechtere Zahlungsmoral trotz Wirtschaftsboom - ANHANG

Wien (OTS) - Indien zählt zu den großen Hoffnungsmärkten der
heimischen Exportwirtschaft. Doch trotz eines starken
Wirtschaftswachstums von rund 8,6% im vergangenen Jahr ist die
Zahlungsmoral der indischen Unternehmen in diesem Zeitraum schlechter
geworden. Das ergab eine aktuelle Befragung des internationalen
Kreditversicherers Coface. Dabei wurden 999 indische Unternehmen zu
Risikomanagement und Zahlungsverhalten befragt.

Indien ist bereits der zwölftgrößte Exportmarkt Österreichs
außerhalb der EU-27. Die Ausfuhren heimischer Unternehmen nach Indien
erreichten im vergangenen Jahr ein Volumen von rund 655 Mio. Euro.
Der Staat mit der zweitgrößten Population der Erde (1,2 Mrd.
Einwohner) zählt zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften
weltweit. Exporteure, Investoren und Analysten beobachten die
Entwicklung des Landes daher sehr genau.

Verschlechtertes Zahlungsverhalten, verlängerte Forderungslaufzeiten,
erhöhte Vorsicht

Die aktuelle Studie von Coface zeigt eine deutliche
Verschlechterung des Zahlungsverhaltens in Indien: Mehr als 20% der
Unternehmen warteten im vergangenen Jahr 90 Tage oder länger mit der
Bezahlung von Rechnungen - im Jahr davor waren das nur 4%. Rund 36%
der Unternehmen bezahlen ihre fälligen Rechnungen erst nach über 60
Tagen. Zum Vergleich: In Österreich wird im Durchschnitt nach 32
Tagen gezahlt und 83% der österreichischen Unternehmen begleichen
ihre Rechnungen innerhalb des Zahlungsziels.

Zu den wichtigsten Gründen, warum Unternehmen die Zahlungsziele
ihrer Lieferanten überziehen, gehören finanzielle Schwierigkeiten,
Umsatzrückgänge und Zahlungsverzüge der eigenen Schuldner.

Samuel Jesuratnam, Leiter Coface India, erklärt, dass es durch die
Umfrage möglich wird, die inländischen Trends im Zahlungsverhalten
von Unternehmen in Indien zu verstehen: "Wir haben einen radikalen
Wandel beobachtet. Nur 38% der Unternehmen verwendeten
Lieferantenkredite als wichtigste Zahlungsart - im Vergleich zu 64%
im vergangenen Jahr. Die erhöhte Vorsicht ist dabei wahrscheinlich in
Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise zu sehen."

Traditionell konservative Kreditpolitik durch Wettbewerb aufgebrochen

Diese Verschlechterung des Zahlungsverhaltens ist auch deshalb
bemerkenswert, weil indische Unternehmen traditionell vorsichtig
sind, was ihre Kreditpolitik anbelangt. Eine große Mehrheit (rund
zwei Drittel) der Unternehmen nimmt eine konservative Haltung ein und
gewährt standardmäßig nur eine Zahlungsfrist von 30 Tagen. Die
maximale Zahlungsfrist der meisten indischen Unternehmen liegt bei 90
Tagen, wobei in manchen Branchen auch längere Zahlungsziele üblich
sind - so etwa in der Landwirtschaft, der IT-, Computer-, Textil-,
Telekommunikations-, Versand- sowie der Unterhaltungs-, Industrie-
und Elektronikbranche.

Der Wettbewerb im Markt ist die größte treibende Kraft für
verlängerte Zahlungsziele: 46% der Unternehmen - 15% mehr als im
Vorjahr - verlängern ihr Zahlungsziel, um ihren Kundenbestand zu
erweitern, 38% der Unternehmen versuchen auf diese Weise, bestehende
Kunden zu halten.

Coface-Prognose: 7,8% Wirtschaftswachstum für 2011

Trotz der schlechteren Zahlungsmoral hat Indien die
Wirtschaftskrise gut überstanden, nicht zuletzt dank der raschen
Erholung der Binnennachfrage. Die Umfrage zeigt, dass vor allem GmbHs
und KGs von der Krise betroffen waren - mehr als 60% der
Zahlungsausfälle stammen aus diesem Segment - während staatliche
Unternehmen und Joint Ventures davon deutlich weniger beeinträchtigt
wurden.

Das starke Wirtschaftswachstum in Indien hält nach wie vor an und
wird laut den aktuellen Prognosen von Coface in diesem Jahr bei 7,8%
liegen. Aus diesem Grund sind die indischen Unternehmen insgesamt
optimistisch, was die künftige wirtschaftliche Entwicklung ihres
Landes betrifft. Die große Mehrheit der befragten Unternehmen (81%)
ist der Auffassung, die Weltwirtschaftskrise sei vorbei, die
restlichen 19% erwarten eine Beruhigung bis Ende 2011.

Coface Austria & Coface Central Europe

Coface Austria, mit Zentrale in Wien und Niederlassungen in Polen,
Ungarn, Litauen, Lettland, Slowakei, Tschechien, Rumänien und
Bulgarien ist seit Gründung 1954 der Partner am heimischen Markt für
Kreditversicherungen. Seit 1997 ist Coface Austria Tochter der
französischen Coface und damit Teil eines der drei Global Player am
Kreditversicherungsmarkt. Die Schwestergesellschaft Coface Central
Europe ist seit 20 Jahren Marktführer für Wirtschaftsinformationen in
12 zentraleuropäischen Ländern. Ergänzend bietet man in der gesamten
Region Inkassoservices an. Coface Central Europe ist ein
Gemeinschaftsunternehmen der Coface (75 Prozent) und des KSV1870 (25
Prozent). Seit 2002 ist Wien innerhalb des Coface Konzerns
Headquarter für Zentral- und Osteuropa, die gesamte Region zählt
bereits über 700 Mitarbeiter/innen.

Coface

Die Coface-Gruppe, einer der weltweit führenden Kreditversicherer,
bietet Unternehmen globale Lösungen für ihr Forderungsmanagement.
2010 erwirtschaftete die Gruppe einen konsolidierten Umsatz von 1,6
Mrd. Euro. 6.400 Mitarbeiter/innen in 66 Ländern bieten weltweit
lokalen Service. Jedes Quartal veröffentlicht Coface ihre
Einschätzung des Risikos von 156 Ländern. Diese Bewertung basiert auf
den einzigartigen Kenntnissen über das Zahlungsverhalten von
Unternehmen und der Expertise der 250 Kreditprüfer. Coface ist die
Tochter der französischen Bank Natixis (Stammkapital 16,8 Mrd. Euro,
Ende Dezember 2010).

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service, sowie über den Link "Anhänge zu dieser
Meldung" unter http://www.ots.at

Rückfragehinweis:
Coface Austria Holding AG
Susanne Krönes
Head of Marketing and Communications
Tel.: 01/515 54 - 512
mailto:[email protected]

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