- 03.08.2011, 09:42:33
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AKNÖ-Lehrlingsbefragung
Drastischer Informationsmangel bei "Lehre mit Matura"
Wien (OTS) - "Lehre mit Matura" ist eines der wichtigsten
bildungspolitischen Projekte der letzten Jahre. Es soll Lehrlingen
das kostenlose Ablegen der Reifeprüfung während ihrer Lehrzeit
ermöglichen und damit den Übergang zwischen beruflicher Ausbildung
und möglichem Uni-oder FH-Studium erleichtern. Doch in
Niederösterreich bleiben die Teilnahmezahlen im Bundesländervergleich
hinter den Erwartungen zurück. Eine Studie der AKNÖ zeigt nun auf:
Niederösterreichs Lehrlinge haben diesbezüglich massive
Informationsdefizite. Für AKNÖ-Präsident Hermann Haneder ein Auftrag
an die Sozialpartner und die öffentlichen Stellen, zu handeln.
Seit Herbst 2008 können Lehrlinge in Niederösterreich kostenlos die
Vorbereitungslehrgänge zur Berufsreifeprüfung absolvieren. Danach
befragt, wie gut sie sich über das Projekt "Lehre mit Matura"
informiert fühlen, gaben die niederösterreichischen Lehrlinge eine
ernüchternde Antwort: Nur knapp jede/r Zehnte fühlt sich "sehr gut"
über diese Ausbildung informiert, zwei Drittel fühlen sich wenig bis
gar nicht informiert. Und das, obwohl laut AKNÖ-Studie vier von zehn
niederösterreichischen Lehrlingen prinzipiell Interesse an dieser
Ausbildungsform zeigen.
Detailauswertungen der AKNÖ-Studie offenbaren die tatsächliche
Problemlage: Das große Informationsdefizit hat nichts mit dem Alter
zu tun, denn auch 16- und 17-jährige Lehrlinge sind zum überwiegenden
Teil nicht oder nur schlecht informiert. Sehr wohl gibt es aber
Unterschiede zwischen den Branchen: Während in Lehrberufen im
Bürobereich "nur" knapp jede/r Zweite (48%) schlecht oder nicht
Bescheid weiß, meinen dies im Gastgewerbe sogar drei Viertel (74%)
der niederösterreichischen Lehrlinge. Und: In größeren Betrieben
sowie in Unternehmen mit Betriebsrat oder Jugendvertrauensrat ist die
Informationslage deutlich besser. "Vor allem in Betrieben mit weniger
als 10 MitarbeiterInnen und solchen ohne betriebliche
Interessenvertretung müssen wir die Lehrlinge besser informieren",
fordert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.
Strategie zum lebensbegleitenden Lernen muss umgesetzt werden
Erst im Juli hat sich die Regierung im Zuge der Strategie zum
lebensbegleitenden Lernen darauf geeinigt, bis 2020 den Anteil von
Lehrlingen, die eine Berufsreifeprüfung ablegen, von zwei auf zehn
Prozent erhöhen zu wollen. Die AKNÖ kündigt an, so bald wie möglich
Gespräche mit der Wirtschaftskammer und den damit betrauten
öffentlichen Stellen zu führen. "Unser Ziel ist es, so viel
niederösterreichische Lehrlinge wie nur möglich für diese kostenlose
Zusatzausbildung zu begeistern", so Haneder abschließend.
Rückfragehinweis:
Waltraud Eberharter
AKNÖ, Abteilung Lehrausbildung, Bildung und Kultur
01/58883-1868
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