ÖH Medizin Wien: Genderproblematik des EMS an der Wurzel packen
Klare Vorteile des Medizin-Auswahlverfahrens überwiegen
Wien (OTS) - Für die Medizinische Universität Wien ist nicht nur
die valide Prognosegüte des Tests für den Erfolg im Studium ein Grund
das aktuelle Auswahlverfahren beizubehalten, sondern auch die einzige
Möglichkeit ein engmaschiges Betreuungssystem mit Kleingruppengrößen
von bis zu 10 Studierenden zu planen.
"Im Sinne unserer Studierenden befürworten wir die Beibehaltung
des EMS-Tests", bekräftigt der Vorsitzende der ÖH-Medizin Christian
Orasche. "Eine Urabstimmung, die im Zuge der ÖH-Wahl 2011
durchgeführt wurde ergab mit 72% ein klares Pro-Votum hinsichtlich
des EMS-Tests", ergänzt der stellvertretende Vorsitzende Philipp
Wimmer.
Seit der Einführung des Tests schneiden die weiblichen
Kandidatinnen signifikant schlechter ab, was immer wieder zu Kritik
von vielen Seiten und der Forderung nach einer geschlechtergerechten
Quote geführt hatte. Eine derartig konzipierte, oberflächliche
Schadensbegrenzung lehnt die ÖH Medizin Wien jedoch ab.
"Es ist nicht in unserem Sinn, die Auswüchse eines
fehlerbehafteten Bildungssystems zu kaschieren", legt Birgit Ludwig,
die stellvertretende Vorsitzende dar. Die Wurzel allen Übels liegt,
wie die Studie von Prof. Christiane Spiel aus dem Jahr 2008 belegt,
nicht wie postuliert, in einer den Frauen gegenüber unfairen
Testweise, sondern erklärt sich durch den Gender-Shift der Grund- und
Sekundarbildung. Das Interesse von jungen Frauen an
naturwissenschaftlichen Fächern werde zu wenig gefördert, insofern
sei es nicht überraschend, dass sie bei einem Test, der diese für das
Medizinstudium relevanten Fähigkeiten abprüft, signifikant schlechter
abschneiden als ihre männlichen Kollegen. Hier sei es an der Zeit
Ursachenbekämpfung zu betreiben, und für eine ausgeglichenere Bildung
und Ausbildung von Kindheit an zu sorgen, ist sich das neue
Vorsitzteam einig.
Birgit Ludwig
Birgit.Ludwig@uv-medizin.at
Tel.: +43 650 70 33 219














