EssstörungsexpertInnen: Natürliche Schönheit statt irrealer Bilder

Einschränkung von retouchierten Werbebildern aus gesundheitlicher Perspektive begrüßt

Wien (OTS) - In Großbritannien muss der Kosmetikkonzern L`Oreal seine Werbekampagne mit retouchierten Bildern einstellen. Die Schauspielerin Julia Roberts und das Model Christy Turlington wurden durch Fotobearbeitung derart unrealistisch "schön" dargestellt, dass selbst die britische Advertising Standards Authority (ASA) die Bilder der Kampagne als irreführend bezeichnet.

Das Wiener Programm für Frauengesundheit begrüßt diese Entscheidung auch aus gesundheitlicher Perspektive. Geschönte und digital bearbeitete Bilder schaffen irreale Vorstellungen und unerreichbare Ideale in den Köpfen von jungen Frauen, Mädchen, Burschen und Männern. Unrealistische Abbildungen führen zu einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen und das wiederum zu einem negativen Körperbild und geringem Selbstwert. Psychische Erkrankungen wie Essstörungen und Depressionen können die Folge sein.

Digital retouchierte Bilder sind nicht als unschuldige Praxis anzusehen, sondern als Risikofaktoren für mögliche psychische Erkrankungen.

Wir begrüßen den Stopp der Kampagne als sehr guten Schritt in die richtige Richtung und sehen diese Entscheidung als einen guten Anfang und positives Beispiel, Bewusstsein für die gesundheitliche Problematik von retouchierten, irrealen Bildern zu schaffen.

Wir hoffen, dass diese Entscheidung auch zu einem Umdenken bei österreichischen WerberInnen und Marketingverantwortlichen führt, kreative Werbung ohne digital geschönte Bilder zu schaffen.

Eine Stellungnahme des Wiener Programms für Frauengesundheit (Leiterin ao. Univ. Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien) im Konsens mit (in alphabetischer Reihenfolge):

Mag.a Maria Bernhart, Stellvertretende Leitung des Frauengesundheitszentrum FEM

Christine Bischof, Leiterin der Hotline für Essstörungen in der Wiener Gesundheitsförderung

Elisabeth Jäger, Präsidentin der Österreichischen Adipositas-Selbsthilfegruppen

Mag.a Rahel Jahoda, Psychotherapeutische Leitung von intakt -Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES)

Univ. Prof. Dr. Andreas Karwautz, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des AKH Wien

Mag.a Ulla Konrad, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen

Univ. Prof. Dr. Günther Rathner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES), Obmann des Netzwerk Essstörungen

Verband der Elternvereine der Höheren und Mittleren Schulen Wiens (Dr.in Christine Krawarik, Beirätin)

Univ. Ass. Dr. Daniel Weghuber, Präsident der Obesity Academy Austria (OAA)

OÄ Dr.in Sandra Weipert, Psychotherapiestation Pav. 2, Otto-Wagner-Spital

Primar Dr. Peter Weiss, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Psychosomatik im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern

Mag.a Hilde Wolf, Leitung des Frauengesundheitszentrum FEM Süd

Hofrätin Dr.in Mathilde Zeman, Leiterin der Abt. Schulpsychologie-Bildungsberatung
Stadtschulrat für Wien

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Michaela Langer
Stv. Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit
Tel. (+43 1) 4000 87161
Fax (+43 1) 4000/99 87168
E-Mail: michaela.langer@wien.gv.at
Web: www.frauengesundheit-wien.at

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