OTS0066   29. Juli 2011, 10:51

EssstörungsexpertInnen: Natürliche Schönheit statt irrealer Bilder

Einschränkung von retouchierten Werbebildern aus gesundheitlicher Perspektive begrüßt


In Großbritannien muss der Kosmetikkonzern L`Oreal
seine Werbekampagne mit retouchierten Bildern einstellen. Die
Schauspielerin Julia Roberts und das Model Christy Turlington wurden
durch Fotobearbeitung derart unrealistisch "schön" dargestellt, dass
selbst die britische Advertising Standards Authority (ASA) die Bilder
der Kampagne als irreführend bezeichnet.

Das Wiener Programm für Frauengesundheit begrüßt diese Entscheidung
auch aus gesundheitlicher Perspektive. Geschönte und digital
bearbeitete Bilder schaffen irreale Vorstellungen und unerreichbare
Ideale in den Köpfen von jungen Frauen, Mädchen, Burschen und
Männern. Unrealistische Abbildungen führen zu einer Unzufriedenheit
mit dem eigenen Aussehen und das wiederum zu einem negativen
Körperbild und geringem Selbstwert. Psychische Erkrankungen wie
Essstörungen und Depressionen können die Folge sein.

Digital retouchierte Bilder sind nicht als unschuldige Praxis
anzusehen, sondern als Risikofaktoren für mögliche psychische
Erkrankungen.

Wir begrüßen den Stopp der Kampagne als sehr guten Schritt in die
richtige Richtung und sehen diese Entscheidung als einen guten Anfang
und positives Beispiel, Bewusstsein für die gesundheitliche
Problematik von retouchierten, irrealen Bildern zu schaffen.

Wir hoffen, dass diese Entscheidung auch zu einem Umdenken bei
österreichischen WerberInnen und Marketingverantwortlichen führt,
kreative Werbung ohne digital geschönte Bilder zu schaffen.

Eine Stellungnahme des Wiener Programms für Frauengesundheit
(Leiterin ao. Univ. Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger,
Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien) im Konsens mit (in
alphabetischer Reihenfolge):

Mag.a Maria Bernhart, Stellvertretende Leitung des
Frauengesundheitszentrum FEM

Christine Bischof, Leiterin der Hotline für Essstörungen in der
Wiener Gesundheitsförderung

Elisabeth Jäger, Präsidentin der Österreichischen
Adipositas-Selbsthilfegruppen

Mag.a Rahel Jahoda, Psychotherapeutische Leitung von intakt -
Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen, Vorstandsmitglied der
Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES)

Univ. Prof. Dr. Andreas Karwautz, Universitätsklinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie des AKH Wien

Mag.a Ulla Konrad, Präsidentin des Berufsverbandes Österreichischer
PsychologInnen

Univ. Prof. Dr. Günther Rathner, Präsident der Österreichischen
Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES), Obmann des Netzwerk
Essstörungen

Verband der Elternvereine der Höheren und Mittleren Schulen Wiens
(Dr.in Christine Krawarik, Beirätin)

Univ. Ass. Dr. Daniel Weghuber, Präsident der Obesity Academy Austria
(OAA)

OÄ Dr.in Sandra Weipert, Psychotherapiestation Pav. 2,
Otto-Wagner-Spital

Primar Dr. Peter Weiss, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und
Psychosomatik im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern

Mag.a Hilde Wolf, Leitung des Frauengesundheitszentrum FEM Süd

Hofrätin Dr.in Mathilde Zeman, Leiterin der Abt.
Schulpsychologie-Bildungsberatung
Stadtschulrat für Wien

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0066 2011-07-29 10:51 291051 Jul 11 NRK0009 0399



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Rückfragehinweis: Mag.a Michaela Langer
Stv. Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit
Tel. (+43 1) 4000 87161
Fax (+43 1) 4000/99 87168
E-Mail: michaela.langer@wien.gv.at
Web: www.frauengesundheit-wien.at

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