• 28.07.2011, 14:20:13
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Zulehner: Gewaltanfälligkeit gibt es in allen Weltanschauungen

Wiener Theologe stellt Terrorakte in Oslo in Kontext der kulturellen und religiösen "Verbuntung" in Europa

Wien, 28.07.11 (KAP) Wenn sich Autoritarismus und Christentum
verbünden, entsteht Gewaltanfälligkeit. Das hat der Wiener Theologe
und Religionssoziologe Paul Zulehner vor dem Hintergrund der
jüngsten Terrorakte in Norwegen feststellt. Zugleich betont er in
einem "Kathpress" am Donnerstag zur Verfügung gestellten Kommentar:
"Dasselbe kann aber mit jeder Religion, und was meist von
Agnostikern und Atheisten übersehen wird, mit jeder Weltanschauung
passieren."

Zulehner verweist auf die aus der Langzeitstudie "Religion im Leben
der Menschen 1970-2010" ersichtliche kulturelle und religiöse
"Verbuntung" in Europa, die mit einer gerade unter jungen Menschen
rasch "dramatisch angestiegenen" Anfälligkeit für Autoritarismus
einhergehe. "Oslo lässt grüßen. Und das vorhersehbar nicht das
letzte Mal", warnt der Pastoraltheologe.

Der Studie zufolge nimmt nur eine Minderheit von nicht einmal einem
Drittel (31 Prozent) Vielfalt als Erbe der Geschichte und als
unentrinnbares Phänomen der Gegenwart und Zukunft wahr und plädiert
für einen friedlichen Dialog der Religionen und ein gemeinsames
Eintreten für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden. "Mehrheitlich
wollen die Menschen einen Vorrang des in die Kulturen Europas tief
eingegrabenen Christentums", so Zulehner.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) rme/ssc/

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