- 28.07.2011, 12:05:36
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Doppeltes Leid: Diabetes und Depression - BILD

Wien (OTS) - Jeder 4. Diabetespatient leidet oder litt zumindest
einmal in seinem Leben an einer Depression. Das ist eine große Anzahl
unter den geschätzten 600.000 Diabeteserkrankten in Österreich. Bei
vielen Diabeteserkrankten bleibt die Depression jedoch unerkannt. Die
wahre Zahl der Doppelt-Erkrankten liegt im Dunkeln, ist jedoch
vermutlich hoch. Wie die neuesten Zahlen, präsentiert von der
Amerikanischen Diabetesgesellschaft im Juni 2011 in San Diego,
zeigen, steigt auch bei diabetischen Jugendlichen die Häufigkeit der
Depression.
Symptome falsch eingeschätzt
Wie viele Depressionskranke erkennen Diabetes Patienten ihre
"Symptome" häufig nicht als Depression, sondern klagen über
allgemeine Beschwerden, wie Erschöpfung, Schlastörungen,
Gewichtsveränderungen, Sexualfunktionsstörungen, Freud- und
Interesselosigkeit und vieles mehr. Typische Aussprüche von
betroffenen Patienten sind: "Ich kann mich für nichts mehr
begeistern", "Alles ist mir zu anstrengend", "Ich habe keine rechte
Freude mehr an Dingen, die mir früher sehr viel Spaß bereitet haben."
Depression verschlechtert Diabeteseinstellung
Menschen, die an Diabetes mellitus und an einer Depression
erkranken, leiden an mehr diabetischen Spätschäden im Vergleich zu
Menschen mit Diabetes ohne psychische Erkrankung. Je mehr Symptome
der Depression vorhanden sind, und je schwerer diese ausgeprägt sind,
desto schlechter ist die Diabeteseinstellung. Depressive Patienten
können sich zudem schlechter motivieren, ihren Diabetes in den Griff
zu bekommen. Die Selbstfürsorge nimmt ab, und die
Versorgungs-Anforderungen werden für einen depressiv diabetischen
Patienten immer mühsamer, wie die Durchführung regelmäßiger
körperlicher Bewegung, Beachtung genauer Ernährungsvorschriften,
konsequente Tabletteneinnahme oder Insulininjektionen, Blutzucker
testen, etc.
Über Depressionen zu reden fällt vielen schwer. Denn oft wird
Depression als Gefühlsschwäche oder als persönliches Versagen
interpretiert. "Frauen sprechen über derartige Probleme grundsätzlich
leichter als Männer, bei denen sich die Depression häufig in
ungeduldigem und aggressivem Verhalten zeigt", weiß Prim. Dr.
Heidemarie Abrahamian.
2-Fragen Test
Im ersten Schritt kann eine einfache Diagnose der Depression mit
dem 2-Fragen Test erfolgen:
1. Gab es in den letzten vier Wochen eine Zeitspanne, während der
Sie sich nahezu jeden Tag niedergeschlagen, traurig oder
hoffnungslos fühlten?
2. Oder eine Zeitspanne, während der Sie das Interesse an
Tätigkeiten verloren haben, die Ihnen sonst Freude machten?Werden beide Fragen bejaht und wird ein Zeitraum von mindestens
zwei Wochen angegeben, spricht dies für das Vorliegen einer
behandlungsbedürftigen Depression. Therapeutisch empfiehlt sich neben
psychotherapeutischen Maßnahmen die Verordnung von antidepressiver
Medikation. "Bitte scheuen Sie nicht den vertrauensvollen Gang zum
Arzt, wenn Sie diesen Test positiv beantworten", empfiehlt Univ.
Prof. Dr. Hermann Toplak von der Österreichischen Diabetes
Gesellschaft. "Eine Depression lässt sich heute gut behandeln. Im
gemeinsamen Auftreten mit anderen Krankheiten - vor allem bei
Diabetes - kann sie jedoch besonders gefährlich werden."
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die
ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen
Diabetes-ExpertInnen. Ihre zentrale Aufgabe ist die Forschung und
Förderung des wissenschaftlichen Austausches aller auf dem Gebiet der
Diabetologie tätigen ForscherInnen und ÄrztInnen sowie die
Sicherstellung einer der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
entsprechenden Betreuung der DiabetikerInnen in Österreich.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
MMag. Jakob Lajta MAS, Martschin & Partner GmbH, Public Relations, Albertgasse 1a, 1080 Wien,
Tel. +43-1-409 77 20 DW 30
[email protected], www.martschin.com
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