• 27.07.2011, 11:45:28
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Greenpeace: Atomstrom-Schmuggel muss ein Ende haben

Bessere Stromkennzeichnung als erster Schritt zu Atomstrom-Verbot

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert
Nachbesserungen an der jetzt vorliegenden
Stromkennzeichnungsverordnung. Dazu gehört eine lückenlose
Offenlegung der jeweiligen Stromherkunft, um den Etikettenschwindel
mittels "Schummelzertifikaten" zu beenden. Darüber hinaus kritisiert
Greenpeace, dass die Stromkennzeichnungsverordnung es möglich macht,
zwar für Haushaltskunden einen sauberen Strom-Mix anzubieten, während
der Atomstrom bei der Industrie "entsorgt" wird. "Drei von vier
ÖsterreicherInnen sind laut aktueller Market-Umfrage für ein
Atomstrom-Importverbot. Ohne lückenlose Kennzeichnung ist dieses
Verbot aber nicht umsetzbar", so Greenpeace-Energiesprecher Jurrien
Westerhof.

Derzeit liegt eine neue Stromkennzeichnungsverordnung zur
Begutachtung vor. Der jetzige Vorschlag enthält einige
Verbesserungen, aber wesentliche Punkte bleiben offen. "Einige Punkte
werden wohl auf Druck der Energiewirtschaft nicht aufgegriffen, um
sich die Möglichkeit zu erhalten, mit billigem Börsenstrom Gewinne zu
machen", vermutet Westerhof.

Eine bei Stromfirmen beliebte Methode den importierten Atomstrom
verschwinden zu lassen, ist die Schaffung unterschiedlicher
Produktmixe: sauberer Strom aus erneuerbaren Quellen wird den
Haushalten angeboten und der unbeliebte Kohle- oder Atomstrom landet
bei der Industrie. Das funktioniert natürlich nur auf dem Papier,
aber es ist eine effektive Methode den Atomstrom vor der
Öffentlichkeit zu verstecken - und es ist erlaubt. "Die
Stromregulierungsbehörde E-Control muss hier härter durchgreifen, das
Angebot unterschiedlicher Stromprodukte durch ein
Energieversorgungsunternehmen verbieten und Verstöße bestrafen",
fordert Westerhof.

Eine andere Methode den Atomstrom zu verstecken ist die Verwendung
von Zertifikaten, die belegen, dass eine gewisse Menge Strom etwa aus
Wasserkraft erzeugt wurde. Solche Zertifikate gibt es jedoch in
unterschiedlichen Qualitäten, und schlimmstenfalls wird die gleiche
Menge Strom sogar mehrmals verkauft. "In Österreich sollte zukünftig
nur noch der Bezug von Strom und Zertifikaten aus Staaten erlaubt
sein, die zumindest die gleichen Zertifizierungsstandards haben wie
wir", führt Westerhof aus.

Beim Antiatom-Gipfel am 1. Juli 2011 wurde beschlossen, dass es in
Österreich keinen Strom unbekannter Herkunft mehr geben darf. In
einem zweiten Gipfel im Herbst soll dann ein Importverbot für
Atomstrom beschlossen werden. "Damit ein Verbot für Atomstrom
umgesetzt werden kann, müssen zuerst die verschlungenen
Schmuggelpfade, auf denen der Atomstrom zurzeit nach Österreich
fließt, blockiert werden", so Westerhof abschließend.

Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Dipl.-Ing. Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace, 0664-6126701
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 6126718
mailto:[email protected]
www.greenpeace.at

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