- 26.07.2011, 13:25:17
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WKÖ-Gleißner: "Wirtschaft beschäftigt bereits 100.000 Menschen mit Behinderungen"
Wirtschaft unterstützt Job-Initiative von Career Moves - Problembereiche seien Kündigungsschutz, Leistungsanforderungen und fehlende Bewerbungen
Wien (OTS/PWK558 ) - Die Online-Jobplattform Career Moves führt
eine Kennzeichnung von Jobs für Menschen mit Behinderung auf ihrer
Homepage ein. Die Wirtschaftskammer (WKÖ) ist Partner dieser
Initiative, wie Rolf Gleißner, stellvertretender Leiter der Abteilung
für Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ, heute, Donnerstag, betont:
"Initiativen wie Career Moves zeigen: Es gibt zahlreiche vorbildliche
Betriebe, die behinderten Menschen einen Berufseinstieg ermöglichen.
Die Anstellung von behinderten Menschen rechnet sich, weshalb bereits
viele Betriebe das Potential dieser Arbeitnehmer nutzen." Schon jetzt
beschäftigen Österreichs Unternehmen über 100.000 Personen mit
Behinderungen. Gleißner berichtet von unzähligen Klein- und
Mittelbetriebe, die behinderte Menschen anstellen, obwohl sie weniger
als 25 Arbeitnehmer beschäftigen und daher gesetzlich nicht
verpflichtet sind, sie einzustellen.
Gleißner schlägt auch kritische Töne an: "Wir müssen die
Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen neu denken und Barrieren
beim Zugang zum Arbeitsmarkt weiter abbauen." Als Problembereiche
ortet Gleißner den Kündigungsschutz, Leistungsanforderungen und
fehlende Bewerbungen. Besonders der Kündigungsschutz verhindere die
Anstellung von behinderten Menschen, was auch von
Behindertenvertretern kritisiert werde. Die Wirtschaft begrüßt daher
die Aussetzung des Kündigungsschutzes für vier Jahre, lehnt aber
Ausnahmen ab, die die Rechtsunsicherheit fortschreiben: "Unternehmen,
die behinderte Menschen während wirtschaftlich schwieriger Zeiten
beschäftigen, dürfen nicht dadurch bestraft werden, dass sie ihre
behinderten Mitarbeiter unter allen Umständen behalten müssen. Dies
verzerrt die Chancengleichheit behinderter Menschen am Arbeitsmarkt",
unterstreicht der Experte.
Es gebe derzeit in nahezu allen Bundesländern ein zunehmendes
Ungleichgewicht zwischen der Anzahl, der auf dem Arbeitsmarkt zur
Verfügung stehenden begünstigten behinderten Personen und der von
Arbeitgebern zu erfüllenden Pflichtzahlen. "Es können
einstellungspflichtige Arbeitgeber ihrer Beschäftigungspflicht nicht
nachkommen, was gleichzeitig bedeutet, dass viele Unternehmen
Ausgleichstaxen bezahlen müssen, obwohl sie bereit wären, behinderte
Menschen zu beschäftigen", betont Gleißner.
Abschließend verweist Gleißner auf die Sozialpartner-Homepage
www.arbeitundbehinderung.at, die erfolgreiche Beispiele der
Integration von behinderten Menschen in die Arbeitswelt sowie
praktische Tipps zur Einstellung von behinderten Menschen bietet. Bis
Jahresende 2011 peilt die Jobplattform Career Moves an, 1.000
Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anbieten zu können. (AC)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit Mag. Dr. Rolf Gleißner Telefon: +43 (0)5 90 900 4288 E-Mail: [email protected]
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