- 26.07.2011, 13:08:03
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Schatz: Recht auf ein Girokonto längst überfällig
Lasche "Empfehlung" der EU-Kommission zur Kontofrage enttäuschend
Wien (OTS) - "Dass nach den langjährigen Debatten rund um die
Schaffung eines Rechtes auf ein Girokonto für jede und jeden nun eine
butterweiche 'Empfehlung' der EU-Kommission an die Banken heraus
kommt, ist wirklich sehr enttäuschend. Das hätten sie sich gleich
sparen können", kommentiert Birgit Schatz, KonsumentInnensprecherin
der Grünen, die heute bekannt gewordene entsprechende Stellungnahme
der Kommission.
"Seit Jahren fordern wir Grüne das Recht eines jeden Bürgers auf ein
Girokonto. Wir haben zahlreiche Anträge im Nationalrat dazu
eingebracht, die durchaus auf Wohlwollen gestoßen sind. Mittlerweile
ist wohl jedem klar, dass eine Teilhabe am wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Leben ohne Girokonto kaum mehr möglich ist. In
Österreich wurde bis jetzt versucht in einzelnen Projekten, meist in
Kooperation mit der Schuldnerberatung, Konten für ansonsten
'bankgesperrte' KundInnen anzubieten. Doch dieser an sich sehr
begrüßenswerte Ansatz wurde leider bei weitem nicht flächendeckend
umgesetzt. Daher wäre das Recht auf ein Girokonto ein wichtiger
Schritt, um auch solche Projekte weiter voran zu treiben", erläutert
Schatz die Situation in Österreich.
"Sollte es wirklich zu einer Verpflichtung der Banken kommen,
niemandem ein Konto verweigern zu können, ist es jedenfalls besonders
wichtig, ganz klar die Konditionen und Kosten solcher Konten zu
definieren. Denn sonst werden die KundInnen, die auf so ein Konto
angewiesen sind, erst recht wieder nur abgezockt", befürchtet Schatz
und fasst abschließend zusammen: "Ein Recht auf ein Girokonto ist
dringend notwendig. Ob eine Verpflichtung der Banken sinnvoll ist,
hängt stark von den gesetzlichen Rahmendefinitionen ab. Jedenfalls
brauchen verschuldete Menschen - denn um die geht es - mehr als ein
Konto, um aus ihrer Problemspirale wieder heraus zu kommen. Intensive
Beratung, Betreuung und Begleitung ist notwendig und aus
Kostengründen auch in Österreich derzeit nicht garantiert. Das darf
man bei dieser Debatte nicht vergessen."
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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