• 26.07.2011, 10:07:00
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Brunner zu Kastenstand-Debatte: Berlakovich muss wieder auf den Boden des Rechtsstaates

Grüne: Schweinehaltung muss rechtskonform werden - Berlakovich muss Blockade beenden

Wien (OTS) - "Minister Berlakovich kommen sie wieder zurück auf
den Boden des Rechtsstaates. Die Kastenstandshaltung ist Tierquälerei
und widerspricht dem österreichischen Recht, sie muss deshalb beendet
werden", appelliert Christiane Brunner, Tierschutzsprecherin der
Grünen, anlässlich des für heute angekündigten Gipfelgesprächs zur
Kastenstandshaltung.

Bereits im September 2010 stellte die Volksanwaltschaft in einem
amtswegigen Prüfungsverfahren fest, dass die
Schweinehaltungsverordnung nicht gesetzeskonform ist. Das Einsperren
von Mutterschweinen in körpergroße Käfige, das die Verordnung
erlaubt, stellt eine Bewegungseinschränkung dar, die zu Verletzungen
und Verhaltensstörungen führt, also Schmerzen, Leiden und Schäden bei
den Schweinen verursacht, was durch das Tierschutzgesetz ausdrücklich
verboten ist.

"Sollte der Landwirtschaftsminister seine Blockadehaltung gegen eine
Änderung der Verordnung nicht beenden, zwingt er die
Volksanwaltschaft dazu, den Verfassungsgerichtshof (VfGH)
einzuschalten. Der VfGH wird aufgrund der Gutachten gar nichts anders
tun können, als die Missstandsfeststellung der Volksanwaltschaft zu
bestätigen und die Verordnung aufzuheben. Damit wären die
Kastenstände sofort - ohne Übergangsbestimmungen - verboten. Der
Minister gefährdet durch sein engstirniges Handeln die Zukunft
derjenigen, die er zu vertreten vorgibt, die heimischen
Schweine-Bäuerinnen und Bauern. Ich kann mir Übergangsbestimmungen
vorstellen, die unsere Bauern nicht überfordern, aber auch vom
Tierschutz mitgetragen werden und natürlich wird man auch über
Umstellungsförderungen nachdenken müssen", erklärt Brunner weiter.
Die Aussage der ARGE Fleischproduktion und der Landwirtschaftskammer,
dass der tierquälerische Kastenstand notwendig sei, um die Ferkel vor
den Muttertieren zu schützen, ist wissenschaftlich widerlegt. "Die
sogenannten 'Kombisysteme', in denen nur in den ersten drei Tagen
nach der Geburt ein Kastenstand verwendet wird, zeigen die
allergeringsten Ferkelverluste, deutlich geringer, als mit
Kastenstand während der gesamten Säuge-Periode. Die österreichische
Kastenstands-Praxis führt folglich zu mehr toten Ferkeln und nicht zu
weniger. In dieser Causa sollten sich die Beteiligten auf Fakten
stützen und weniger auf Polemik", erklärt Brunner.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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