• 24.07.2011, 12:47:10
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Globaler Greenpeace-Protest gegen gefährliche Chemikalien in Sporttextilien

Hunderte Aktivisten entkleideten sich weltweit vor Adidas- und Nike-Stores

Wien (OTS) - Um ihrem Protest gegen den Einsatz von gefährlichen
Chemikalien bei der Textil-Produktion Ausdruck zu verleihen, haben am
gestrigen Samstag, den 23. Juli, gleichzeitig in 29 Städten weltweit
über 600 Menschen vor den Geschäften von Adidas und Nike getanzt. Die
Greenpeace-Aktivisten haben sich dabei Bekleidungsstücke dieser
Hersteller ausgezogen, um gegen den Einsatz problematischer
Chemikalien bei der Produktion dieser Textilien zu protestieren.
"Adidas, Nike und Co kaufen bei chinesischen Zulieferbetrieben, die
giftige Chemikalien in die dortigen Gewässer leiten. Das muss ein
Ende haben", beschreibt Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia
Sprinz den Hintergrund des Protests.

Auch in der Wiener Innenstadt hatten sich am Samstag um Punkt elf Uhr
über dreißig Greenpeace-Aktivisten und Aktivistinnen vor dem
Adidas-Geschäft in Form eines Tanzes ihrer "schmutzigen Wäsche"
entledigt und darunter T-Shirts präsentiert, deren Aufdruck den
Sportartikelhersteller zum Verzicht auf den Einsatz gefährlicher
Chemikalien auffordert. Die rekordverdächtige Tanz-Performance, die
zeitgleich in Städten wie Peking, Berlin, Paris oder Bangkok
stattfand, soll als weltgrößter Striptease Eingang ins Guinness Buch
der Rekorde finden.

"Adidas behauptet auf seiner Website ein emissionsfreies Unternehmen
zu werden. Das ist jedoch irreführend, weil sich die Strategie nur
auf firmeneigene Produktionsstätten bezieht und nicht die
Zulieferkette des Unternehmens einschließt", kritisiert Claudia
Sprinz, den weltweit zweitgrößten Sportartikelhersteller. Auch wird
die Eliminierung der Einleitung der Schadstoffe innerhalb der
Strategieziele nicht genannt. Doch das sollte für Adidas erste
Priorität haben, wenn es die Nachhaltigkeitsziele für die
Olympischen Spiele in London 2012 erfüllen möchte, deren offizieller
Sportswear Partner Adidas ist. Das Olympische Komitee für London
schreibt vor, dass nur geeignete Substanzen und Materialien
eingesetzt werden sollen, welche die Gesundheit der Menschen sowie
die Umwelt schützen. "Von Zulieferbetrieben zu kaufen, die
gefährliche Chemikalien in Gewässer leiten, ist das genaue Gegenteil
der Anforderungen des Olympischen Komitees. So wie es aussieht, hat
Adidas nicht nur den Startschuss für das Wettrennen zur Beseitigung
problematischer Substanzen entlang der Lieferkette und aus den
Produkten verschlafen, sondern wird auch nicht in der Lage sein, die
Nachhaltigkeitsvorgaben für die Olympischen Spiele in London zu
erfüllen", sagt Sprinz.

Am 13. Juli hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace den
internationalen Bericht "Schmutzige Wäsche" veröffentlicht.
Greenpeace-Analysen von Abwasser-Proben an zwei bedeutenden
Textilfabriken im Jangtse- und Pearlfluss-Delta belegen das
Vorhandensein einer großen Anzahl an hormonell wirksamen oder
giftigen Chemikalien. Beide Fabriken beliefern die Schwergewichte der
Sportartikelbranche wie Adidas oder Nike.
"Am Samstag waren weltweit mehr als 600 Leute so verrückt, sich
zeitgleich vor Geschäften auszuziehen, um gegen Wasserverschmutzung
zu protestieren und einen Weltrekord aufzustellen. Nun wird sich
zeigen, ob Adidas seinen eigenen Werbesprüchen \x{2588}Impossible is
nothing\x{2588} bzw. \x{2588}Adidas is all in\x{2588} gerecht wird. Adidas muss rasch ein
umfassendes Chemikalienmanagement-Programm veröffentlichen, dessen
oberstes Ziel sein muss, für die gesamten Lieferkette und die
Produkte nur noch umweltverträgliche Stoffe zu verwenden", fordert
Sprinz abschließend.

Rückfragehinweis:
Claudia Sprinz, Greenpeace-Konsumentensprecherin, Tel: 0664-6126731

Foto -und Videomaterial (in HD) stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung, eine Voransicht finden Sie neben weiteren Informationen zum Thema unter marktcheck.greenpeace.at

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