Berlakovich: Hochqualitativer Biolandbau erfordert Ausgleichszahlungen
Mehrleistungen im Sinne von Bevölkerung und Umwelt abgelten
Wien (OTS) - "Ohne Ausgleichszahlungen wäre in Österreich keine
vielfältige und flächendeckende Landwirtschaft - selbst in
benachteiligten und gebirgigen Regionen - möglich. Ein besonderes
Qualitätsaushängeschild ist dabei der Biolandbau, der etwa einen
Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel,
eine besonders tierfreundliche Haltung und 100%ige
Gentechnik-Freiheit auch in der Fütterung garantiert. All diese
Mehrleistungen, die der Bevölkerung und der Umwelt gleichermaßen zu
Gute kommen, sollten der Gesellschaft auch etwas wert sein", betont
Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich im Rahmen der aktuellen
Diskussion über die Zukunft des Agrarbudgets. "Ich setze mich dafür
ein, dass die Ausgleichszahlungen auch in der neuen EU-Finanzperiode
ab 2014 und nach der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik
sichergestellt werden. Bio ist Naturnähe, Bio ist Lebensqualität, das
muss es weiterhin geben."
Ohne Ländliche Entwicklung kein Biolandbau
Die Mehrleistungen der Biobäuerinnen und Bauern werden jedes Jahr mit
insgesamt 249 Mio. Euro ausgeglichen bzw. damit Kontrollen,
Absatzankurbelung und Bildungsmaßnahmen sichergestellt. Der
Löwenanteil dieser Mittel, 156 Mio. Euro, kommt aus der Ländlichen
Entwicklung, genauer gesagt dem Agrarumweltprogramm (ÖPUL). Dabei
werden die LandwirtInnen für konkrete Umweltleistungen bezahlt, die
mit einem höheren Arbeitsaufwand verbunden sind. 70 Mio. Euro
erhalten Biobergbäuerinnen und -bauern im Rahmen der so genannten
Ausgleichszulage für den Mehraufwand, mit dem ihre Arbeit im oftmals
unwegsamen Gelände verbunden ist.
Kampf auf EU-Ebene für Beibehaltung der Mittel
"Das macht deutlich: Ohne Ländliche Entwicklung kein Biolandbau.
Diese Ausgleichszahlungen sind bestens investiertes Geld. Sie sorgen
für eine umweltfreundliche, flächendeckende Bewirtschaftung und
höchstqualitative, heimische Lebensmittel zu leistbaren Preisen.
Daran darf auch die Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik nichts
ändern. Ich kämpfe auf EU-Ebene dafür, dass wir Weltmeister und
internationaler Vorreiter im Biolandbau bleiben können", stellt
Berlakovich entschieden fest.
Bio ist Wellness für Gaumen und Seele
Mittlerweile wird knapp ein Fünftel der landwirtschaftlichen
Nutzfläche unseres Landes, insgesamt 545.700 Hektar, von 21.800
Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern bewirtschaftet. Das entspricht 16,2%
der Landwirtschaftsbetriebe. "Diese Entwicklung geht Hand in Hand mit
der Konsumentennachfrage. Auch der diesjährige Lebensmittelbericht
bestätigt, dass Bio ist nicht nur im Trend liegt, sondern
mittlerweile zu Standard geworden ist", so Berlakovich. "Bio ist
Wellness für Gaumen und Seele. Darauf schwören immer mehr Menschen.
Mir ist es wichtig, diesem Wunsch der KonsumentInnen nachzukommen und
für die geeigneten politischen Rahmenbedingingen zu sorgen. Ich will
erreichen, dass dafür die notwendigen finanziellen Mittel
sichergestellt werden", sagt der Landwirtschaftsminister. (Schluss)
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