Der Flügelschlag des Schmetterlings (von Claudia Grabner)
Ausgabe 23. Juli 2011
Klagenfurt (OTS) - Es ist ein interessanter Satz, den gestern
Kanzler Werner Faymann von sich gegeben hat - denkwürdig und in
seiner Art bemerkenswert: Er habe mitunter "das Gefühl, die
Finanzmärkte würden diktieren, und die Politik mit ihren demokratisch
gewählten Regierungen hat alle Hände voll zu tun, um gegenzusteuern".
Man weiß nicht so recht - will er uns pflanzen, der Herr Kanzler?
Oder meint er, was er sagt? Dass die Finanzmärkte die Politik
mitregieren, ist kein Gerücht. Es ist Fakt. Schlag nach bei
Griechenland. Schlag nach bei K wie Krise. Finanz, Wirtschaft,
Politik - sie bedingen sich quasi gegenseitig. Sie wissen schon: der
Flügelschlag des Schmetterlings ... Oder: das Fahrrad, das in Peking
umfällt ... Dass die Politik, wie Werner Faymann sagt, "alle Hände
voll zu tun hat, um gegenzusteuern", sollte nicht mehr sein als eine
Mär. Würde man der Diktion der Finanzmärkte wirklich ernsthaft
begegnen wollen - man hätte zumindest die vergangenen drei
Krisenjahre dazu Zeit und Gelegenheit gehabt. Doch auch die hat man -
wenn auch mit hübschen Absichtserklärungen - mutlos, tatenlos
ausgesessen.














