- 22.07.2011, 11:56:04
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Greenpeace deckt massive Mängel bei AKW-Neubauten auf
Bau der finnischen und französischen Atommeiler neuerlich um Jahre verzögert
Helsinki/Wien (OTS) - Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace
aufzeigt, gibt es bei den derzeit in Finnland im Bau befindliche
Atommeiler (EPR-Reaktor) massive Mängel und neuerliche Verzögerungen.
Greenpeace konnte zahlreiche Unzulänglichkeiten feststellen, sowohl
im Design als auch bei der Konstruktion des EPR-Reaktors. Diese
Informationen basieren auf Dokumenten der finnischen
Atom-Aufsichtsbehörde (STUK). Areva musste eingestehen, dass sich
die Gesamtkosten von ursprünglich drei Milliarden Euro nahezu
verdoppelt haben. Wie bekannt wurde, ist auch der zweite im Bau
befindliche EPR-Reaktor im französischen Flamanville von ähnlichen
Problemen betroffen.
"Diese so genannte 'dritte Generation' von Kernreaktoren erweist
sich als kompletter Fehlschlag. Mit endlosen Verzögerungen um
mehrere Jahre und Milliarden von Zusatzkosten werden die Staaten,
die in ihrer Energiepolitik weiterhin auf diese Technologie setzen,
Schiffbruch erleiden. Der EPR-Reaktor verkommt zu einem Fass ohne
Boden", erklärt Niklas Schinerl von Greenpeace. Hauptursachen dafür:
Ein kompliziertes, unvollendetes Reaktordesign und Verträge mit
Zulieferfirmen, die nicht zögern, den billigsten und einfachsten Weg
zu gehen.
Die aktuellen Jahres-und Quartalsberichte der finnischen
Atom-Aufsichtsbehörde (STUK) zeichnen ein düsteres Bild und
offenbaren eine lange Liste von alarmierenden Problemen beim Bau des
EPR. Neue, ungelöste Design-Fragen, vor allem bei der
computergestützten Steuerung des Reaktors, fehlende Unfall-und
Risikoanalysen sowie erhebliche Mängel in der Bauqualität. Betroffene
Systeme sind Backup-Diesel, Notkühlsysteme, elektrische Verkabelung,
Becken für radioaktives Material, der die Kernbrennstäbe
transportierende Kran und Trägerstrukturen des Reaktorgebäudes.
Greenpeace ruft die sowohl die finnische als auch die
französische Regierung dazu auf, die gescheiterten
EPR-Reaktorprojekte endlich abzubrechen und auf nachhaltige und
erneuerbare Energiequellen zu setzen. "Die EPR Atomreaktoren
verkommen zu einem Milliardengrab. Es ist an der Zeit die Handbremse
zu ziehen", schließt Schinerl.
Greenpeace-Briefing zu den Dokumenten der finnischen
Atom-Aufsichtsbehörde (STUK) auf Anfrage.
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE Niklas Schinerl, Anti-Atomsprecher Greenpeace; Tel.: +43 664 612 67 04 Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace; Tel.: +43 664 612 67 18 mailto:[email protected] www.greenpeace.at
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