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OTS0026   21. Juli 2011, 09:32

AK-Umfrage: Starker Kostendruck bei Sommer-Nachhilfe für Schüler

Familien geben fast 37 Mio Euro fürs Lernen im Sommer aus - die Lösung ist Förderung in der Ganztagsschule statt Sitzenbleiben, sagt AK Präsident Tumpel


Spätestens ab der letzten Juli-Woche hat die private
Nachhilfeindustrie wieder Hochsaison. Laut Umfrage für die
Arbeiterkammer geben die Familien in Österreich nur im Sommer
insgesamt fast 37 Millionen Euro aus, weil ihr Kind im Herbst zum
Nachzipf antreten muss oder weil die Tochter, der Sohn zum Beispiel
auf Sprachferien das Erlernte aus dem letzten Schuljahr vertiefen
soll. Betroffen ist eine von acht Familien mit Schulkindern (12
Prozent). "Der Sommer soll zur Erholung da sein, nicht zur
Nachhilfe", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. "Deshalb muss die
Schule mehr Verantwortung für den Lernerfolg übernehmen." Konkret
verlangt die AK Förderung statt Sitzenbleiben in der Schule - und der
Ausbau der ganztägigen Schulen muss jetzt wirklich zügig vorangehen.

"Wenn Sie an die letzten Sommerferien denken - wie viel Euro haben
Sie da für Nachhilfe ausgegeben?", fragte das Institut für empirische
Sozialforschung Ifes im März/April 2011 in österreichweit 2.760
Haushalten mit Schulkind(ern). Ergebnis war die Horrorzahl von
insgesamt 36,6 Millionen Euro fürs Nachlernen und Vertiefen des
Schulstoffs, während die Kinder eigentlich entspannt Ferien machen
sollten. Ein Jahr davor gaben die Eltern "erst" 35 Millionen Euro für
Sommer-Nachhilfe aus. "Allein dieser Anstieg der Gesamtausgaben
zeigt, dass der Lerndruck der alten Schule auf die Familien zumindest
nicht geringer wird", sagt Tumpel.

Im Schnitt gibt eine Familie, die für Nachhilfe im Sommer zahlt,
407 Euro aus (im Jahr davor: 369 Euro). Am günstigsten kommt die
Eltern die Sommernachhilfe noch in der Unterstufe der Gymnasien mit
328 Euro je betroffener Familie. Am meisten zahlt eine Familie mit
Kindern in der Oberstufe eines Gymnasiums: 592 Euro. Selbst für
Volksschulkinder werden schon 350 Euro je betroffener Familie
gezahlt.

"Das Urlaubsbudget der Eltern darf nicht länger durch
Nachhilfeausgaben geschmälert werden", sagt Tumpel. Laut Ifes Umfrage
wünscht sich die Mehrheit der von Nachhilfe betroffenen Eltern mehr
Förderunterricht, schulische Nachmittagsbetreuung oder gleich
Ganztagsschulen, in denen Unterreicht, Üben und Freizeit über den
ganzen Tag verteilt sind. Tumpel unterstützt sie: "Wir brauchen eine
neue Schule mit einer gemeinsamen Mittelstufe, Ganztagsbetreuung,
mehr Förderung und mehr Durchlässigkeit."

"Allein individuelle Förderung durch die Schule statt
Sitzenbleiben würde im Sommer viel Nachhilfedruck von den Eltern
nehmen", argumentiert Tumpel. Helfen würde auch der zügige Ausbau der
ganztägigen Schulen, in der die LehrerInnen automatisch mehr
Verantwortung für den Lernerfolg der Kinder haben. Schließlich sollte
auch der rasche Ausbau der Neuen Mittelschule mit je zwei LehrerInnen
in den Hauptfächern helfen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0026 2011-07-21 09:32 210932 Jul 11 AKW0001 0436



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