• 20.07.2011, 15:58:32
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Atommüll: Berlakovich will Verantwortung abschieben

Lässt sich Berlakovich in der Endlagerfrage kaufen?

St. Pölten (OTS) - Jetzt ist es offiziell: Bundesminister
Berlakovich "wehrt sich" gegen ein Atommüll-Endlager in Österreich.
Er will Standorte anderer EU-Länder nutzen.
Für Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum, Anti-Atomsprecherin der Grünen
Niederösterreich bedeutet das nichts anderes als: "Berlakovich will
damit Verantwortung abschieben. Das funktioniert aber nur, wenn sich
jemand findet, der sie übernimmt" und das bezweifelt Kerschbaum:
"Europaweit kämpfen Atomkraftwerk-Betreiberstaaten mit dem massiven
Widerstand aus der Bevölkerung gegen Atommüllendlagerprojekte. Keiner
will strahlenden Abfall vor seiner Tür. Was also will Berlakovich als
Gegenleistung für die Übernahme der österreichischen Verantwortung
anbieten?"
Für die Grüne sind Berlakovichs Träume von einer Müllabschiebung der
Todesstoß für die Anti-Atompolitik in Österreich.
Die Bundesrätin kritisiert weiter, dass Berlakovich das Problem nicht
an der Wurzel packt: "Die EU-Endlagerrichtlinie ignoriert die
Notwendigkeit einer langfristigen Überwachung des Abfalls, die
sichere Verschließung und nicht zuletzt die jahrtausendelangen
Dokumentationen solcher Lager. Die Gelder dafür müssten vorgesehen
werden - auch das wird in der Richtlinie nicht bedacht", weiß
Kerschbaum.
Die Anti-Atomsprecherin ist daher entsetzt, dass des Ministers
einzige Sorge ist, den österreichischen Müll loszuwerden - "und dafür
schluckt er offenbar schon jetzt die unfassbar hohle EU Richtlinie",
so Kerschbaum.
"Wenn wir ernsthaft die Schließung von Atomkraftwerken und eine
möglichst sichere Endlagerung der vorhandenen radioaktiven Abfälle
von anderen fordern, müssen wir auch vor der eigenen Tür kehren:
Statt Atommüll zu exportieren sollten wir die Sinnhaftigkeit des
uralt-Forschungsreaktors im Wiener Prater in Frage stellen. Und für
unsere Altlasten und den medizinischen Abfall sollten wir selbst eine
brauchbare Lösung finden", ist Kerschbaum überzeugt.
Und abschließend hält die Grüne Bundesrätin fest: "So lange der
Minister vom Export der österreichischen Probleme träumt, bleibt den
NiederösterreicherInnen ein ,Zwischenlager' in Seibersdorf, das
aufgrund seiner Nähe zum Flughafen Wien und auch aufgrund seiner
Auslegung für eine dauerhafte Lagerung völlig ungeeignet ist, nicht
erspart."

Rückfragehinweis:
Grüner Klub im NÖ Landtag
Mag. Kerstin Schäfer
Tel.: Mobil: +43/664/8317500
mailto:[email protected]
http://noe.gruene.at

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