• 20.07.2011, 11:41:29
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Pirklhuber: Illegale Gentech-Versuche in Grazer Botanischen Garten gefährden Österreichs Landwirtschaft

Grüne: BM Stöger muss hochriskantes Projekt verbieten und die Frage der Haftung klären

Wien (OTS) - Im öffentlich zugänglichen Teil der Gewächshäuser im
Botanischen Garten in Graz sind laut der österreichischen
Nachrichtenagentur gentechnisch veränderte Raps-, Tabak- und
Arabidopsis-Pflanzen angebaut worden, lediglich durch eine
Absperrkette vom übrigen Teil des botanischen Gartens getrennt.
"Was hier passiert, ist eine illegale Freisetzung von
Gentech-Pflanzen, die Minister Stöger sofort stoppen muss. Die
Versuchsflächen müssen umgehend dekontaminiert werden. Wir fordern
eine Untersuchung, wie so ein leichtfertiger Umgang mit
Hoch-Risiko-Produkten stattfinden konnte", erklärt Wolfgang
Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen.

Da die Versuchsflächen nicht mit Pollen-, Luft- oder Abwasserfiltern
versehen waren, zu Belüftungszwecken Fensterklappen Tagelang
offengestanden haben sollen, besteht die Gefahr einer Kontamination
in der Umgebung. "Ein Probenschwerpunkt für Raps in einem großen
Radius muss sofort von den Kontrollbehörden veranlasst werden.
Untersuchungen aus Japan haben gezeigt, dass sich
Gentech-Verunreinigungen in einem Umkreis von 30 Kilometern
feststellen lassen. Raps hat also einen extrem großen
Ausbreitungsradius. Mit dieser Pflanze zu experimentieren ist
unverantwortlich", stellt Pirklhuber fest.

Neben den Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit, kann unserer
heimischen Landwirtschaft auch finanzieller Schaden blühen. "Gerade
der Anbau von gentechfreiem Raps in Europa bietet gegenüber den
Märkten in Kanada, den USA und Australien große wirtschaftliche
Vorteile. Beispielsweise die Firma Unilever hat sich gegen Gentechnik
entschieden und ist in ihrer Produktion von Gentech-Soja auf
gentechfreien Raps umgestiegen. Das wirtschaftliche Risiko, dass
durch Gentech-Kontaminationen der Raps nicht mehr zu verkaufen ist,
ist enorm groß. Es muss sichergestellt werden, dass die Frage der
Haftung geklärt wird. Keinesfalls dürfen unsere Bäuerinnen und Bauern
die Zeche für diesen leichtfertigen Umgang mit der Gentechnik
zahlen", fordert Pirklhuber.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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