• 18.07.2011, 14:37:06
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Wlodkowski: Bauerneinkommen spiegelt Berg- und Talfahrt der Preise wider

Deutliches Plus 2010 gleicht aber Verluste des Vorjahres nicht aus

Wien (OTS) - "Wie sprunghaft sich mittlerweile die Preise und mit
ihnen die Einkommen entwickeln, zeigt beispielhaft der 'Grüne Bericht
2010'. War noch im Jahr 2009 ein Einkommensverlust von 28% zu
verzeichnen, so wird für 2010 ein Zuwachs von 20% errechnet. Dieses
deutliche Plus gleicht aber das Minus von 2009 nicht aus und ist
gleichzeitig ein Ausdruck der enormen Volatilität der Märkte, die in
früheren Jahren in einem solchen Ausmaß nicht gegeben war. Wir
verlangen, dass die EU auch im Zusammenhang mit der Vorbereitung der
nächsten Finanzplanungsperiode 2014 bis 2020 Maßnahmen zur Eindämmung
von Spekulationen setzt, um solche Bocksprünge bei Preisen und
Einkommen künftig zu verhindern", verlangte Gerhard Wlodkowski,
Präsident der LK Österreich.

Woher kommt Plus?

Die Hauptursache für die positive Entwicklung im Vorjahr war vor
allem die Ertragsseite, wo sich Ernte- und Produktionsmengen sowie
Preise, vor allem im Getreidebereich, gegenüber 2009 deutlich
verbesserten. Aber auch die gestiegenen Preise bei Milch und in der
Viehwirtschaft trugen zur Verbesserung der Ertragskomponente um rund
7% bei. Die Erhöhung des Aufwandes betrug dagegen rund 3%,
Futtermittel und Energie verzeichneten deutliche Steigerungen,
Düngemittel und Fremdkapitalzinsen führten zu einer Entlastung. Die
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft verzeichneten damit im Jahr
2010 (nach dem historischen Einbruch im Jahr 2009 um minus 28%)
gegenüber 2009 einen Anstieg um 20% je Betrieb (EUR 22.863,-)
beziehungsweise 21% je Arbeitskraft (EUR 17.508,-). Das
Erwerbseinkommen (neben den landwirtschaftlichen Einkünften sind die
außerlandwirtschaftlichen Erwerbseinkommen enthalten) und das
Gesamteinkommen (Sozialtransfers wie Familienbeihilfe enthalten) je
Betrieb stieg 2010 um rund 13% bzw. um 10%.

Rolle der Förderungen

"Seit unserem EU-Beitritt haben die Direktzahlungen eine große
Bedeutung. Während die Gelder aus der 1. Säule ursprünglich ein
Preisausgleich für die reduzierten Erzeugerpreise waren, sind sie
heute vor allem im Zusammenhang mit den hohen Produktionsstandards zu
sehen und stellen damit einen teilweisen Ausgleich zur Herstellung
gleichwertiger Wettbewerbsverhältnisse im internationalen Umfeld dar.
Die Instrumente der 2. Säule, der Ländlichen Entwicklung, sind das
überaus wichtige Umweltprogramm, die Ausgleichszulage für die
Benachteiligten Gebiete sowie die Förderungsmaßnahmen für
Investitionen und den ländlichen Raum", so Wlodkowski dazu. Insgesamt
machten im Vorjahr diese Direktzahlungen mit den unterschiedlichen
Zielen im Schnitt 22% der Betriebserträge aus.

Vergleich über mehrere Jahre

"Sind die Bauern die großen Gewinner? Die Zahlen zeigen anderes:
Vergleicht man mehrere Jahre und berücksichtigt auch die Inflation,
so wird schnell klar, dass das durchschnittliche landwirtschaftliche
Einkommen 2010 real um rund 8% über dem Jahr 2005 liegt, die Jahre
2006 bis 2008 sogar deutlich darüber. 2009 erfolgte dann der
dramatische Einbruch um 28%. Ohne die Abfederungsfunktion der
GAP-Prämien und der Ausgleichszahlungen im Rahmen der Ländlichen
Entwicklung könnten viele Betriebe derartig sprunghafte Veränderungen
im Bereich der Produktion und Marktverhältnisse nicht überleben. Das
muss bei der derzeit diskutierten Reform der EU-Agrarpolitik
ebenfalls berücksichtigt werden", stellte Wlodkowski abschließend
fest.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Dr. Josef Siffert,
Tel +43/1/53441-8521,
Fax +43/1/53441-8519,
E-Mail [email protected]

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